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Sport

Schach-WM: Carlsen und Karjakin gönnen sich eine Atempause

In der sechsten Partie der Schach-WM in New York ging es diesmal ganz schnell: Nach 32 Zügen einigten sich Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Sergej Karjakin auf ein Remis. Damit steht es jetzt 3:3.

Sergej Karjakin und Magnus Carlsen bei der Schach-WM in New York (Getty Images for Agon Limited/J. Kempin)

Halbzeit: Sergej Karjakin (l.) und Magnus Carlsen liegen weiter gleichauf

Magnus Carlsen präsentierte sich am Freitag (18.11.2016) bestens erholt von seiner wackligen Partie am Vortag. Mit den schwarzen Steinen spulte der Norweger eine gut vorbereitete Eröffnungsvariante herunter, opferte unternehmungslustig einen Bauern und zwang Karjakin so zu einer Reihe von genauen Zügen. Dem russischen Großmeister gelang es dennoch, die Partie recht problemlos im Gleichgewicht zu halten. Psychologisch ist dies aber eher ein Punktsieg für den Weltmeister, der mühelos den Vorteil des ersten Zuges ausglich.

Beinahe-Niederlage verarbeitet

"Die Eröffnungsvorbereitung von Carlsen wird von vielen unterschätzt", meinte Herausforderer Karjakin anerkennend nach der Partie. Karjakins eigenes Eröffnungsspiel in diesem WM-Kampf hat dagegen die Schachexperten bisher enttäuscht. Trotz hochkarätiger Unterstützung durch ein Team russischer Spitzenspieler ist dem jungen Herausforderer bisher am Anfang der Partie wenig Überraschendes eingefallen. Dem Weltmeister gelang es deshalb in den meisten Partien, schnell das Heft in die Hand zu nehmen und Karjakin unter Druck zu setzen - bisher allerdings ohne zählbaren Erfolg.

"Heute hatte ich das Gefühl, dass dies nicht der Tag für den großen Schritt nach vorne ist", sagte ein recht entspannt wirkender Carlsen nach der Partie. Für ihn ging es in der sechsten Runden vor allem darum, nach der Beinahe-Niederlage vom Vortag wieder Ruhe in sein Spiel zu bekommen. In der fünften Partie hatte Karjakin plötzlich Gewinnchancen gegen Carlsen bekommen, aber den Vorteil nicht nutzen können.

Kommt es zu einem Schnellschach-Match?

Das spannende Match zwischen den beiden ehemaligen Schachwunderkindern geht beim Stand von 3:3 nach einem Ruhetag am Sonntag (20.11.2016) weiter. Sieger ist, wer nach zwölf Runden die meisten Punkte gesammelt hat. Während Karjakin wohl weiter abwartend agieren und auf Fehler des Weltmeisters lauern wird, dürfte Carlsens Team den Ruhetag nutzen, um neue Eröffnungsüberraschungen auszuknobeln. Die Buchmacher in New York setzen auf jeden Fall weiter auf einen knappen Sieg des Weltmeisters. Sollte es auch nach zwölf Runden noch immer unentschieden stehen, treten die beiden übrigens im Schnellschach gegeneinander an. Auch in dieser Disziplin gibt es einen offiziellen Weltmeister - und der heißt ebenfalls Magnus Carlsen.

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