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Reise

Schützenswertes Kulturgut

Die UNESCO hat die Altstädte von Stralsund und Wismar sowie den Mittelrhein in das Weltkulturerbe aufgenommen. Damit stehen nun insgesamt 27 deutsche Orte auf der UNESCO-Liste.

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Am Alten Markt in Wismar

Die langerwartete Entscheidung für die deutschen Stätten der Kultur kam am Donnerstag abend (27.06.2002): Die Anerkennung als UNESCO-Welterbe löste in den norddeutschen Hansestädten Stralsund und Wismar sowie im romantischen Mittelrheintal Begeisterung aus. "Wir freuen uns riesig", sagte Stralsunds Oberbürgermeister Harald Lastovka. "Nun können wir die Früchte unserer jahrelangen Arbeit ernten." Die Aufnahme in die Welterbeliste sei eine riesige Aufgabe.

Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft

Das Welterbekomitee der UNESCO würdigte das Mittelrheintal als "eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit". "Im Herzen unseres Kontinents gelegen, mal Grenze, mal Brücke der Kulturen, spiegelt es die Geschichte des Abendlandes exemplarisch wider", erläuterte die deutsche UNESCO. Mit seinen rebenbesetzten Talhängen, seinen am schmalen Ufer zusammengedrängten Dörfern und den auf Felsen wie Perlen aufgereihten Höhenburgen gelte das Tal "als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft".

Hansestädte aus der Blütezeit des Städtebundes

Ihren gemeinsamen Antrag hatten Stralsund und Wismar, die beide an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns liegen, im Dezember 2000 in Paris eingereicht. Die Zugehörigkeit zum einstigen Hansebund (1161-1669) und der daraus resultierende Reichtum prägt noch heute die Bausubstanz. "Die Altstädte von Stralsund und Wismar repräsentieren idealtypisch die entwickelte Hansestadt aus der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jahrhundert", hieß es in der Antragsbegründung. Die historischen Stadtkerne hätten ihren mittelalterlichen Grundriss nahezu unverändert bewahrt.

Alleine in der Altstadt von Stralsund stehen 526 denkmalgeschützte Häuser. Die Sanierung, die etwa bis zum Jahr 2025 dauern wird, werde mehr als eine Milliarde Euro kosten, sagte Oberbürgermeister Lastovka. "Rund ein Drittel des Weges ist aber schon zurückgelegt." Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage sprach angesichts der Aufnahme in die Welterbeliste von einer neuen Chance vor allem für Tourismus und Weinwirtschaft.

Erhaltenswert für die Menschheit

Auf der UNESCO-Liste stehen auch das Great Barrier Reef vor Australien, ebenso wie die Galápagos-Inseln und der Kölner Dom. Neue Träger des Welterbe-Siegels wurden am Donnerstag (27.06.2002) das byzantinische Katharinen-Kloster aus dem 5. Jahrhundert auf der Halbinsel Sinai, die Weinbauregion Tokaj in Nordost-Ungarn, der Mahabodhi-Tempelkomplex von Bodh Gaya (Indien), die spätbarocken Dörfer im sizilianischen Noto-Tal, die antike Maya-Stadt von Calakmul (Mexiko) und die historische Innenstadt von Paramaribo in Suriname.

Insgesamt haben 172 Staaten das "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" seit seiner Verabschiedung 1972 unterzeichnet. Mit der Aufnahme einer Stätte verpflichten sich die betreffenden Staaten die UNESCO-Stätten langfristig zu erhalten. dpa/(pg)

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