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Asien

Schüsse in Bangkok

Trotz des von der Regierung verhängten Ausnahmezustands ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Armee gekommen. Die Lage könnte noch weiter eskalieren: Ex-Premier Thaksin rief zur Revolution auf.

Ein Demonstrant in rotem Hemd stellt sich vor Soldaten (Foto: AP)

Rothemden gegen Militär

Als Demonstranten am Montag (13.4.2009) versuchten, einen gekaperten Bus in die Menge der Soldaten zu steuern, fielen auch Schüsse. Ob die Soldaten nur in die Luft zielten, blieb zunächst unklar. Die Demonstranten trotzen dem verhängten Ausnahmezustand, der Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen verbietet, und fordern damit die Staatsgewalt offen heraus. Sie verlangen den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva.

Barrikaden und Warnschüsse

Mindestens sechs Plätze hielten die in Rot gekleideten Demonstranten besetzt, darunter den Platz vor dem Sitz des Ministerpräsidenten. Mit gekaperten Stadtbussen blockierten die "Rothemden" mehrere Straßenkreuzungen. Aus brennenden Reifen wurden Barrikaden errichtet.

Demonstranten treffen auf Soldaten (Foto: AP)

An vielen Stellen der Hauptstadt stehen sich Soldaten und Demonstranten gegenüber

Bereits am Morgen hatte die Armee mit Warnschüssen und Tränengas hunderte Regierungsgegner auseinandergetreiben, die Molotow-Cocktails auf die Einsatzkräfte warfen. Bei den Unruhen wurden bisher mindestens 70 Menschen verletzt, unter ihnen 23 Soldaten. Die Polizei nahm unterdessen den Anführer der Proteste fest, mit denen die Regierungsgegner am Samstag den Abbruch des ASEAN-Gipfels in Pattaya erzwungen hatten.

Aufruf zum Volksaufstand

Die Regierung versuchte, ausländische Einwohner und Touristen am Nachmittag (Ortszeit) mit einer auf Englisch verlesenen Erklärung im Fernsehen zu beruhigen. Die Armee sei dabei, strategische Einrichtungen und die Flughäfen zu sichern. Im vergangenen Jahr hatten Regierungsgegner die Flughäfen gestürmt, zehntausende Reisende saßen mehr als eine Woche fest.

Damals waren Anhänger der heutigen Regierung auf der Straße, heute sind es Anhänger des 2006 gestürzten und seitdem flüchtigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Er rief in einer Botschaft aus dem Exil zu einem Volksaufstand auf: "Jetzt, da Panzer in den Straßen sind, ist es Zeit für das Volk, zu einer Revolution herauszukommen." Thaksin hielt sich bisher zumeist in Dubai auf. (wga/mag/dpa/afp/ap)

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