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Aktuell Deutschland

Schüsse auf Flüchtlingsheim in Sachsen-Anhalt

Erst wurde das Gebäude geflutet. Dann flogen Steine. Nun wurde die geplante Flüchtlingsunterkunft in Gräfenhainichen beschossen - aus einer Waffe, die man nur mit Erlaubnisschein besitzen darf.

Geplante Unterkunft für Asylbewerber (Archivbild: dpa)

Im Fadenkreuz: Geplante Unterkunft für Asylbewerber (Archivbild)

Eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen-Anhalt wird seit Monaten immer härter attackiert. In der Nacht zum Samstag ist auf das ehemalige Bürogebäude in Gräfenhainichen geschossen worden. Die Polizei prüft Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Tötung. Wachleute, die sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Objekt aufhielten, seien nicht verletzt worden, sagte ein Behördensprecher.

Es wurden Einschüsse festgestellt, mehrere Fensterscheiben wurden zerstört. Ein Spürhund konnte eine Fährte aufnehmen, die Suche nach dem oder den Tätern blieb jedoch bisher erfolglos. Innenminister Holger Stahlknecht verurteilte den Anschlag als "feige und hinterhältig".

"Zunehmende Hemmungslosigkeit"

Die Schüsse seien offenbar aus einer "erlaubnispflichtigen Waffe" abgegeben worden, teilte die Polizei mit. Über das Kaliber der verwendeten Munition machte sie keine Angaben. Die Tat zeige "die zunehmende Hemmungslosigkeit von Ausländerfeinden, denen Staat und Gesellschaft gemeinsam entgegentreten müssen". Spezialisten des Landeskriminalamtes unterstützten die Spurensuche am Tatort. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen gegen unbekannt auf.

Erst am vergangenen Wochenende waren Steine gegen das Gebäude geworfen worden. Glasscheiben und eine Werbetafel gingen dabei zu Bruch. Das war aber nicht der erste Angriff: Schon im Dezember vergangenen Jahres hatten Unbekannte das ehemalige Bürogebäude nachts unter Wasser gesetzt, so dass es unbewohnbar wurde. Der Sachschaden betrug 80.000 Euro.

Nach der Flutung gab es dann mehrfach Attacken mit Steinen. Vor einer Woche hatte ein Sprecher des Landratsamtes gesagt, es ändere sich nichts an den Plänen, in dem Gebäude Flüchtlinge unterzubringen. Bis zu 80 Menschen sollen dort einziehen. Allerdings stehe der einstige Bürokomplex wegen der Schäden mittelfristig nicht zur Verfügung.

jj/SC (dpa, epd)