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Aktuell Europa

Schülerin stirbt bei Bombenanschlag in Brindisi

Bei der Explosion eines Sprengsatzes vor einer Berufsschule in der süditalienischen Hafenstadt Brindisi ist eine junge Frau getötet worden. Ein erster Verdacht richtete sich gegen die Mafia.

Der Sprengsatz explodierte, als die meist weiblichen Schüler einer Modeschule in der Nähe des Hafens von Brindisi gegen 7.45 Uhr zum Unterricht erschienen. Mindestens sieben Schülerinnen wurden verletzt, eine 16-Jährige so schwer, dass sie im Krankenhaus starb. Eine gleichaltrige Freundin konnte gerettet werden. Ärzte hatten stundenlang um ihr Leben gekämpft.

Offenbar war die aus drei miteinander verbundenen Gaskartuschen bestehende Bombe an einen Müllcontainer an einer Mauer am Eingang der Schule deponiert. Sie wurde mit einem Zeitzünder ausgelöst.

Keine heiße Spur

Video ansehen 01:34

Brindisi: Bombenanschlag schockt Italien

Für Spekultionen, dass das organisierte Verbrechen hinter der Tat steckt, gibt es bislang keine Beweise. Der Bürgermeister der Stadt hatte zunächst die Mafia verantwortlich gemacht. Italiens Polizeichef Antonio Manganelli wies dies jedoch zurück. Die Mafia habe nie derartige Anschläge verübt, sagte Manganelli dem Fernsehsender Sye TG 24. Auch Innenministerin Anna Maria Cancellieri warnte vor übereilten Schlüssen.

Die Modeschule ist nach Francesca Morvillo-Falcone benannt, der Ehefrau des bekannten Mafia-Jägers Giovanni Falcone. Untersuchungsrichter Falcone war am 23. Mai 1992, als fast genau vor 20 Jahren mit seiner Frau und drei Leibwächtern bei einem Mafia-Attentat auf Sizilien ermordet worden.

Polizisten sichern Bombenteile (Foto: dpd)

Bombensplitter weit verteilt

In Brindisi werden an zudem diesem Samstag die Teilnehmer eines Anti-Mafia-Marsches erwartet, der am 11. April in Rom begonnen hatte. Die Demonstranten steuern verschiedene italienische Städte an.

Regierung verspricht Härte

Staatspräsident Giorgio Napoletano sprach von einem barbarischen Akt. Italens Ministerpräsident Mario Monti sagte am Rande des G-8-Gipfels im anerikanischen Camp david, seine regierung sei entschlossen, ein Wiederaufflammen politischer Gewalt wie in der Vergangenheit zu verhindern.

In Italien war es in den vergangenen Wochen zu mehreren Anschlägen auf die nationale Steuerbehörde Equitania gekommen. Außerdem wurde der Chef einer Tochter des Rüstungskonzerns Finmeccanica angeschoossen. Hinter diesen Angriffen werden Anarchisten vermutet. Die Regierung in Rom hatte deshalb erst am Donnerstg inen Anti-Terror-Plan auf den Weg gebracht und die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

gmf/wl/nis (dpa, dadp, rtr, afp)

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