Schüler sollen mehr China-Kompetenz entwickeln | Deutschlehrer-Info | DW | 10.05.2018
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Deutschlehrer-Info

Schüler sollen mehr China-Kompetenz entwickeln

Das Fach Chinesisch hat im Lehrplan deutscher Schulen Seltenheitswert, und auch deutsche Studierende zieht es kaum in das fernöstliche Land. Das soll sich jetzt ändern, denn die internationale Bedeutung Chinas wächst.

Gerade einmal 5000 von rund elf Millionen Schülern in Deutschland lernen laut einer Studie des Berliner Forschungsinstituts Mercator Institute for China Studies Chinesisch. Kein Wunder, denn die Sprache ist schwer und das Lernen der Schriftzeichen erfordert Geduld - aber auch sonst ist China in deutschen Schulen allenfalls ein Randthema. „Ein Blick in die Bildungs- und Lehrpläne zeigt: Die Auseinandersetzung mit China ist bislang nur selten explizit vorgesehen, heißt es in der Studie. „China taucht selbst in Fächern wie Erdkunde, Geschichte oder Wirtschaft nur selten auf.“

Auch die Zahl der deutschen Studierenden, die an einem chinabezogenen Studium und einem längeren Aufenthalt im Land interessiert sind, stagniert, lautet das Fazit der Studie.

China-Kompetenz deutlich ausbauen

Das soll sich ändern: Die Bundesregierung möchte die „Chinakompetenz“ der Deutschen dringend ausbauen. Dazu gehörten vor allem Sprachkenntnisse, aber auch Landeskenntnisse und interkulturelle Kompetenzen, teilten das Bundesbildungsministerium, das Auswärtige Amt und die Kultusministerkonferenz in Berlin mit. Hintergrund sei, dass die internationale Bedeutung der Volksrepublik China ständig zunehme.

Bildungsstaatssekretär Georg Schütte erklärte anlässlich der Veröffentlichung der Studie „China kennen, China können“, „dass niedrigschwellige Angebote nötig sind, um vor allem mehr junge Menschen für China zu interessieren.“ Er betonte zudem: „Die Zahl der deutschen Studierenden in China, rund 8000 pro Jahr, ist ausbaufähig; wichtiger ist aber vor allem, dass die deutschen Studierenden länger dort bleiben als bisher und dass sie verstärkt in der Landessprache, auf Chinesisch, studieren.“

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Deutschland ist auf dem Weg

Die ersten Schritte sind getan: Das Bundesbildungsministerium habe, so Schütte bereits eine „China-Strategie auf den Weg gebracht“ . So wurde 2016 zusammen mit der chinesischen Regierung das Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch ausgerichtet. Außerdem fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit diesem Jahr mehrere innovative Konzepte zur Steigerung der China-Kompetenz an deutschen Hochschulen. Insgesamt sollen über vier Jahre mehrere Millionen Euro bereitgestellt werden.

Die Kultusministerkonferenz hat in den vergangenen Jahren mehrere Erklärungen mit dem chinesischen Bildungsministerium zur weiteren Intensivierung der deutsch-chinesischen Bildungszusammenarbeit, inklusive der Beruflichen Bildung sowie des Schüler- und Lehrkräfteaustauschs, unterzeichnet. Das Auswärtige Amt fördert zum Beispiel chinesische Schulen im Pasch-Netzwerk. China ist das Land mit den meisten PASCH-Schulen, internationalen Schulen also, an denen Deutsch einen hohen Stellenwert hat.

Die MERICS-Studie schlägt darüber hinaus vor, dass eine unabhängige Beratungsstelle „China-Kompetenz“ eingerichtet wird und dass die Angebote der chinesischen Kulturinstitute in Deutschland einbezogen werden. Natürlich ist auch die Politik gefordert: Damit mehr junge Deutsche nach China gehen können, müssen die Regeln für den Erhalt von Visa vereinfacht werden.

mk/suc (dpa/ Mercator Institute for China Studies)

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