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Deutschlehrer-Info

Schüler mit Migrationshintergrund erfolgreicher als gedacht

Kinder aus Zuwandererfamilien besuchen häufiger ein Gymnasium als bisher angenommen. Das ergab eine Studie des hessischen Integrationsministeriums, die andere Kriterien anlegt als bisherige Untersuchungen.

Erstmals hat das hessische Integrationsministerium im Schuljahr 2010/2011 Schülerdaten nach dem Kriterium "Migrationshintergrund" ausgewertet. Das Ergebnis: Migrantenkinder schneiden in deutschen Schulen besser ab als bislang gedacht. Bisher wurde in vergleichbaren Untersuchungen nur nach der Staatsangehörigkeit der Schüler unterschieden. Der kulturelle Hintergrund von eingebürgerten Jugendlichen wurde dabei nicht berücksichtigt.

Noch für die Schuljahre 2006/07 bis 2008/09 hatte man in Hessen nach den bisherigen Untersuchungsmethoden beispielsweise in der 8. Klasse einen leichten Anstieg des Anteils ausländischer Jugendlicher an Gymnasien von 17,4 auf 19,2 Prozent festgestellt. Bei den Schülern mit deutscher Staatsangehörigkeit stieg die Quote der Gymnasiasten von 40,2 auf 43,0 Prozent.

Die neueste Studie des hessischen Integrationsministeriums zeigt nun ein differenzierteres und vor allem positiveres Bild: Mehr als 50 Prozent der Schüler ohne Migrationshintergrund besuchen ein Gymnasium und auch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund schafft inzwischen jeder Dritte den Sprung aufs Gymnasium. Unterscheidet man hingegen nach Staatsangehörigkeit, liegt der Anteil der ausländischen Schüler mit Zugang zum Gymnasium bei gerade einmal einem Fünftel.

Mädchen schneiden dabei besser ab als ihre Mitschüler: Drei von fünf Mädchen ohne und jedes fünfte Mädchen mit Migrationshintergrund erreichte das Abitur. Bei den Jungen ohne Migrationshintergrund kommt jeder Dritte bis zum Abitur, bei ihren Mitschülern mit Migrationshintergrund ist es lediglich jeder Siebte.

Der hessische Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn begrüßte die Entwicklung: „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich der Bildungsstandard verbessert hat, auch der Kinder mit Migrationshintergrund. Ihr Zugang zu schulischer Bildung und ihr Erfolg lässt wichtige Rückschlüsse auf ihren Stand der Integration und die interkulturelle Öffnung der Bildungseinrichtungen zu.“


Autorin: Raphaela Häuser
Redaktion: Ingo Pickel