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Welt

Schönheitskönigin - aber nur mit Kopftuch

Die tunesische Informatikerin Fatma Ben Guefrache ist zur schönsten Muslimin gekürt worden. Der "World Muslimah"-Titel ist ein Gegenentwurf zur "Miss World". Statt knappen Bikinis überzeugen die Jury Korankenntnisse.

"Möge Allah der Allmächtige mich bei meiner Mission unterstützen und Palästina und das syrische Volk befreien", sagte die zu Tränen gerührte 25-Jährige Gewinnerin Fatma Ben Guefrache nach der Preisverleihung. Der Wettbewerb solle vor allem helfen, Vorurteile abzubauen, sagte die britische Teilnehmerin Dina Torkia. "Wir sind nicht mit Terroristen verheiratet. Das Kopftuch auf meinem Kopf ist nicht furchterregend."

Ausrichter des Wettbewerbs ist die Miss Muslimah-Stiftung, die junge muslimische Frauen nach eigenen Angaben in ihrem Selbstbewusstsein stärken will. Alle Bewerberinnen müssen ihre Haare nach muslimischem Brauch bedecken und von Kopf bis Fuß und bis zu den Handgelenken bekleidet sein.

Ein bisschen Make-up vor der Finalshow durfte es noch sein für die insgesamt 18 Kandidatinnen unter anderem aus Ägypten, Singapur und den USA. Der World Muslimah Wettbewerb fand zum vierten Mal statt - diesmal im indonesischen Yogyakarta.

Die Frauen präsentierten sich während der Show auf dem Laufsteg und mussten der Jury beweisen, dass sie nicht nur schön sondern auch den Koran bestens kennen. Die Gewinnerin erhielt als Preis eine goldene Uhr, einen Gold-Dinar und eine Pilgerreise nach Mekka.

Die Wahl der "World Muslimah" ist eine Antwort auf westliche Schönheitswettbewerbe. Sie sorgte 2013 für Schlagzeilen, als sie als Gegenmodell zur weitaus freizügigeren Kür der "Miss World" präsentiert wurde, deren Finalrunde damals ebenfalls in Indonesien ausgetragen wurde. Die geplanten Bikini-Auftritte der Kandidatinnen riefen wochenlange Proteste von Islamisten hervor.