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Wissen & Umwelt

Schönheits-OPs: Die Amerikaner haben die Nase vorn

Kleine Nase, volle Lippen und eine perfekte Figur. Traumkörper auf Wunsch und für viel Geld. In den USA gaben Menschen für Schönheits-OPs im letzten Jahr rund 16 Milliarden Dollar aus.

Neues Museum Berlin Ausstellung (SMB/C.Albuquerque)

Die ägyptische Kaiserin Nofretete, Inbegriff der Schönheit

Die Nase wie Natalie Portman, ein Po wie der von Jennifer Lopez und Brüste wie Pamela Anderson? Kein Problem. Aber natürlich geht es auch eine Nummer kleiner. Fast alles ist machbar, fast überall auf der Welt. Die meisten Schönheitsoperationen werden in den USA durchgeführt. Auf Platz 1 stehen dabei nach wie vor Brustkorrekturen. Die durchschnittlichen Kosten für einen solchen Eingriff sind seit 2015 um 2,7 Prozent gesunken. Aber es ist teurer geworden, sich Fett absaugen zu lassen. Die Preise dafür stiegen in den USA um 6,1 Prozent, so der neueste Bericht der Amerikanischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie (ASPS).

Ein gewichtiger Anteil

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ließen sich 2016 etwas mehr als 290.000 Frauen ihre Brüste vergrößern. Die Durchschnittskosten für jede dieser Operationen lagen bei fast 4.000 Dollar, gut 3.500 Euro. Unter Vollnarkose macht der Chirurg einen Hautschnitt, dann wird das Brustgewebe angehoben und eine Tasche gebildet, in die das Implantat eingesetzt wird.

Auch bei Europäerinnen stehen größere Brüste auf Platz 1 der Schönheits-OP-Wunschliste. Daran scheint auch der Skandal um Brustimplantate aus Industriesilikon nichts geändert zu haben. Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGPÄC) wollte im Jahr 2011 noch fast ein Drittel aller Frauen Implantate. Mittlerweile entscheiden sich immer mehr für eine Aufpolsterung mit Eigenfett.

Zuviel an der falschen Stelle

An zweiter Stelle bei den Eingriffen zugunsten der Schönheit steht Fettabsaugung. Hartnäckige Polster, die jeder Diät standhalten sollen dabei entfernt werden. Zunächst spritzt der Chirurg eine spezielle Lösung in das überschüssige Fettgewebe. Das kann dann mit dünnen Kanülen abgesaugt werden. Aber – wie bei allen Schönheitsoperationen – es kann auch schiefgehen. Dann gibt es statt eines schlanken glatten Bauchs oder schmaler Oberschenkel manchmal eben hässliche Dellen im Gewebe.

USA Miss World 2016 in Oxen Gewinnerin Stephanie Del Valle aus Puerto Rico (Reuters/J. Roberts)

USA Miss World 2016 in Oxen Hill, Maryland

Für einen festen Po nach Brasilien

Beim Karneval in Rio sieht man viele wohlgeformte Körper - sowohl weibliche als auch von männliche. Aber sind die alle von Natur aus so? Laut Statistiken steht Brasilien mit mehr als 1.2 Millionen Schönheits-OPs im Jahr 2015 weltweit an zweiter Stelle, hinter den USA. Deutschland landet weit abgeschlagen dem achten Platz, sogar hinter Indien und Südkorea.

In Brasilien scheinen die Menschen mehr Wert auf ihr Äußeres zu legen als in jedem anderen Land der Welt, abgesehen von den USA. Experten gehen davon aus, dass dieses Phänomen mit dem gestiegenen Wohlstand in Brasilien zu tun hat. Die Einkommen vieler Brasilianer sind in den letzten Jahren stark gestiegen, genauso wie die Bereitschaft, Geld in den eigenen Körper zu investieren. Ein dicker Bauch, ein hängender Busen oder eine zu große Nase passen nicht in eine Welt, in der Glanz, Glamour und möglichst perfekte Schönheit eine immer größere Rolle spielen.  

Andere Länder, andere Sitten

In einigen Ländern gelten Schönheits-OPs als Statussymbol, das zeigt, dass man es sich leisten kann, viel Geld für deinen Körper auszugeben und der Natur ein wenig nachzuhelfen.

Frauen aus arabischen Ländern lassen sich oft die Nase verkleinern und verschmälern. Bei Chinesinnen sind Beinverlängerungen beliebt. Die Brasilianer sind für Po-Implantate bekannt und in einigen Kulturkreisen lassen sich die Frauen sogar Haare verpflanzen - vom Kopf in den Schritt. In Korea beispielsweise gilt üppiges Schamhaar als Zeichen der Fruchtbarkeit.

Viele asiatische Frauen lassen sich die Lider korrigieren. Sie wollen nach europäischem Vorbild eine Lidfalte.

Die Sucht nach Schönheit

Auch Männer helfen der Schönheit mittlerweile vermehrt mit OPs auf die Sprünge. Die Nasenkorrektur ist mit 27 Prozent der beliebteste Eingriff. Das berühmteste Beispiel für diesen Trend ist weltbekannt: Wie viele Operationen Michael Jackson über sich hat ergehen lassen, weiß wohl niemand so genau. Klar ist: Bei ihm waren es einige zu viel. Schönheitsoperationen wurden bei ihm offenbar zu einer Art Sucht. Und da ist Jackson nicht der einzige. Nach der ersten OP kommt die zweite, dann die dritte. Am Bauch könnte ja auch noch etwas korrigiert werden oder vielleicht an den Ohren oder aber es gibt eine Korrektur der Korrektur. Schließlich gibt es viele Eingriffe sozusagen als Schnäppchen zum Discounterpreis, und vielerorts ist es sogar möglich, die Schönheit in Raten zu zahlen.

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