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Politik

"Schöner Tag für die Demokratie"

Nach der Wiederwahl von Horst Köhler zum Bundespräsidenten haben Anhänger aller politischen Lager dem alten und neuen ersten Mann im Staat gratuliert.

Politiker gratulieren Köhler mit Blumenstrauß (Quelle: AP)

Alter und neuer Bundespräsident: Horst Köhler

Schwan und Köhler reichen sich die Hand (Quelle: AP)

Gesine Schwan gratuliert

Zu den ersten Gratulantinnen des alten und neuen Bundespräsidenten gehörte die Kandidatin von SPD und den Grünen, Gesine Schwan, die nun schon zum zweiten Mal im Rennen um den Einzug ins Schloss Bellevue gegen den gleichen Konkurrenten verloren hat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie freue sich sehr, dass er bereits im ersten Wahlgang gewählt worden sei. Köhler sei der Präsident, den Deutschland jetzt brauche. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, seine Partei freue sich "mit der großen Mehrheit der Deutschen, dass Bundespräsident Horst Köhler für eine zweite Amtszeit gewählt wurde". Durch seine bürgernahe Art habe sich der alte und neue Präsident Ansehen und Respekt in der Bevölkerung erworben.

SPD sieht keine Auswirkungen für Bundestagswahl

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering gratulierte Köhler, äußerte aber auch Respekt für die SPD-Kandidatin Schwan. "Es bleibt ihr Verdienst, mit ihrem Engagement in den vergangenen Monaten die öffentliche Debatte vorangebracht zu haben." Diese Wahl habe mit der Bundestagswahl im September nichts zu tun. Über die Abweichler im Lager der Schwan-Unterstützer - SPD und Grüne kommen eigentlich auf 513 Stimmen, aber nur 503 Stimmen entfielen auf Schwan - habe er keine Erkenntnisse.

FDP-Chef Guido Westerwelle sagte, die Wahl Köhlers sei eine vorzügliche Nachricht für Deutschland. Er sei froh, dass die Wahl schon im ersten Wahlgang gelungen sei. "Das ist ein schöner Tag für die Demokratie", sagte Westerwelle. Er zeigte sich erleichtert, dass es der SPD und der Linken nicht gelungen sei, Köhler aus dem Amt zu wählen.

Warnung vor Herausforderungen

Köhler hinter Rednerpult (Quelle: AP)

Köhler spricht in seiner Rede unter anderem die Finanzkrise an

Nach seiner Wiederwahl äußerte sich Köhler in seiner Rede zu aktuellen Herausforderungen: Er zeigte sich zuversichtlich, dass Deutschland die Wirtschaftskrise überwinden kann. Deutschland befinde sich mitten in einer Krise, die die ganze Welt erfasst habe. "Wir haben viel Arbeit vor uns, aber wir werden es schaffen", sagte der Bundespräsident. Er appellierte zudem an die Deutschen, sich für eine gerechtere Welt zu engagieren. "Helfen wir auch mit, Antworten auf die globale soziale Frage zu finden", sagte er.

Der Bundespräsident freut sich nach eigenen Worten auf seine zweite Amtszeit. "Je älter ich werde, desto neugieriger werde ich", sagte der 66-Jährige. Er bekundete seinen demokratischen Mitbewerbern Respekt und bedankte sich bei seiner Frau Eva Köhler. "Jede Stunde ist ein Geschenk mit dir", sagte er.

Unterstützung jenseits der Parteipolitik

Die bayerischen Freien Wähler forderten von Köhler eine "aktivere Rolle". Der Landesvorsitzende Hubert Aiwanger sagte: "Köhler muss sich losschwimmen von der Beeinflussung durch die Parteien." Durch die Wiederwahl könne er an Selbstbewusstsein gewinnen. Die zehn Freien Wähler in der Bundesversammlung haben nach eigenen Angaben geschlossen für das amtierende Staatsoberhaupt gestimmt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Horst Köhler zur erneuten Wahl zum Bundespräsidenten gratuliert und ihm die weitere Unterstützung der katholischen Kirche versichert. (rri/dpa/ap/kann/afp)

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