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Europa

Schöne Worte oder Fortschritt?

Nie gab es mehr Menschen, die außerhalb ihrer Heimatländer leben als heute. Über die Probleme, die Migration mit sich bringt, wurde auf dem Forum für Migration und Entwicklung in Athen diskutiert.

Junge Frau aus der Mongolei vor dem Wort 'Chance' an einer Tafel (Foto: dpa)

Migration als Chance?

Oft leben sie unter schlechten Bedingungen. Sie haben kaum gesetzlich verankerte Rechte und müssen sich mit Jobs zufrieden geben, die die Einheimischen ablehnen würden. Um diese Situation zu verbessern, haben sich die Vertreter aus Regierungen und der Zivilgesellschaft getroffen, um über die Zukunft der Migration und ihre Rolle für die Entwicklung in der Welt zu diskutieren.

Das zweitägige globale Forum für Migration und Entwicklung (04./05.11.2009) fand in Athen statt, einer Stadt, die selbst von Migranten überschwemmt wird. Jeden Tag kommen nach Schätzungen der griechischen Regierung rund 500 Flüchtlinge ins Land, meist aus Asien und Afrika. Auf rund 240 Millionen schätzen die Vereinten Nationen die Zahl von Migranten insgesamt.

Situation muss besser werden

Flüchtlingslager in Athen: Schuhe auf dem Boden, neben Decken auf denen die Menschen schlafen (Foto: DW)

Die Zustände in Asylbewerber-Unterkünften sind oft schlecht

Die Konferenz ist zwar keine offizielle UN-Konferenz, das heißt, die Beschlüsse, die hier gefasst werden, sind lediglich Empfehlungen und nicht bindend für die Regierungen, aber die UN unterstützen das Treffen. So unterstrich auch der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die positiven Seiten der Migration: "In ihren Herkunftsländern tragen die Migranten zum Wohlstadt bei mit ihren Geldtransfers und in den Aufnahmeländern bringen sie ihre Arbeitskraft ein und erhöhen damit die Produktivität dieser Länder", sagte Ban Ki Moon zum Auftakt des Treffens der Regierungsvertreter.

Auch die griechische stellvertretende Innenministerin Theodora Tzakri unterstrich den Willen ihrer Regierung, die Situation der Migranten zu verbessern. Allerdings zweifeln viele Nichtregierungsorganisationen (NGO) genau an diesem Willen. Sie werfen den Staatsmächten vor, vor allem schöne Worte zu finden, aber kaum Taten folgen zu lassen. Das liegt auch an der politischen Sprengkraft des Themas, sagt die Wissenschaftlerin Nicola Piper, die sich seit Jahren mit dem Phänomen Migration beschäftigt: "Die Regierungen haben Angst, sich zu etwas zu verpflichten, was sie zuhause ihrer Bevölkerung nicht verkaufen können."

Migrantenzahl gleich geblieben

Dabei, das wurde bei dem Forum in Athen deutlich, ist gerade in Europa die Gefahr einer Überschwemmung von Migranten aus Afrika oder Asien nicht gegeben, das belegen zumindest die Zahlen des neuesten Entwicklungsberichts der Vereinten Nationen. Nach diesen Angaben ist der Anteil der Migranten an der Weltbevölkerung in den vergangenen 50 Jahren nicht gestiegen. Er lag 1960 wie heute bei rund drei Prozent. Zudem wandern die meisten afrikanischen Migranten innerhalb ihres Kontinents und kommen überhaupt nicht nach Europa.

Boot voller Migranten (Foto: DW)

Bis zur Lösung des Problems ist noch ein weiter Weg zu gehen. Die globale Konferenz kann dazu nur einen kleinen Beitrag leisten. Im kommenden Jahr wird sie in Mexiko organisiert, ebenfalls einem Land, in dem Migration ein großes Thema ist. Bis dahin muss sich vieles verbessern, räumte auch der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein: "Die Rechte der Migranten sind keineswegs garantiert und Menschenhandel gehört nach wie vor zu unserer traurigen Realität."


Autor: Ruth Reichstein
Redaktion: Heidi Engels

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