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Wirtschaft

Savoir Vivre in Bewegung

Renault ist in Deutschland die Importmarke Nummer Eins unter den Autobauern. Laut Pannenstatistiken hapert es zwar manchmal an der Zuverlässigkeit. Den Franzosen auf vier Rädern schätzen deutsche Autofahrer trotzdem.

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Gern gesehen auf deutschen Autobahnen: Autos von Renault

Renault ist seit zwölf Jahren mit großem Abstand die stärkste ausländische Automobilmarke in der Bundesrepublik. Insgesamt verzeichnete Renault in Deutschland im vergangenen Jahr rund 227.200 Neuzulassungen oder 3,1 Prozent mehr als im Jahr 2001. Reinhard Zirpel, Sprecher von Renault-Deutschland, erklärt, dass für das französische Mutterhaus Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt sei. Rund zehn Prozent des Absatzes von Renault fließen nach seinen Angaben nach Deutschland. Ansässig ist die Deutsche Renault AG mit ihren rund 650 Mitarbeitern in Brühl - eine Kleinstadt im Rheinland nahe Köln gelegen.

Die französischen Autobauer können hierzulande auf eine lange Geschichte zurückblicken. Denn Renault ist schon fast hundert Jahre in Deutschland tätig. Die erste Niederlassung wurde im Jahre 1907 in Berlin in der Mohrenstraße gegründet. Dann ging es weiter über verschiedene Stationen: Baden-Baden, Köln und schließlich im Jahre 1962 Brühl. Der Hauptgrund für Brühl war aus Sicht von Reinhard Zirpel die Notwendigkeit, ein großes Gelände für die Lagerung von Neufahrzeugen und gleichzeitig über gute Verkehr-Infrastrukturen zu verfügen. Das sei in Brühl der Fall gewesen.

Sicher und innovativ

Dass die französischen Fahrzeuge in den Pannenstatistiken nicht gerade gut abschneiden, scheint in Deutschland niemanden zu stören. Renaults kommen bei der deutschen Kundschaft trotzdem gut an: Ob freche Kleinwagen oder geräumige Vans - Renault scheint mit peppigem Styling und oftmals revolutionären Konzepten auch die deutschen Käufer zu überzeugen.

Laut Zirpel kommt aber noch ein weiterer wichtiger Kaufgrund hinzu, der gerade in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat: der Aspekt Sicherheit. Renault hat mit insgesamt drei Modellen als einziger Hersteller beim Euro-NCAP-Aufprall-Test (European New Car Assessment Programme) die Bestnote von fünf Sternen erreicht. Und da Sicherheit in Deutschland einen besonderen Stellenwert habe, sei dies für Renault-Kunden auch ein wichtiger Kaufgrund.

Renault hat in den vergangenen Jahren häufig völlig neue Wege im Automobilbau beschritten. Als die Firma 1984 mit dem Espace die erste Großraumlimousine heraus brachte, reagierten Fachwelt und Kundschaft zunächst gleichermaßen zurückhaltend: Im ersten Monat konnten lediglich zwölf Exemplare der praktischen "Familien-Kutsche" in Deutschland verkauft werden. Der Espace begründete aber bald ein völlig neues Marktsegment. Denn alle anderen großen Autofirmen haben nach dem Renault-Vorbild eigene "Raum"-Fahrzeuge entwickelt. Vans sind aus dem Straßenbild nicht mehr weg zu denken. Und mittlerweile bringen die Franzosen rund 10.000 Vans pro Jahr in Deutschland an den Käufer.

Praktische Franzosen

Die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Automobilmarkt hält Renault-Sprecher Reinhart Zirpel nicht für gravierend: In Deutschland sei für einen Kunden der Stellenwert eines Fahrzeugs höher als in Frankreich. In Frankreich sind nach Meinung Zirpels die Kunden mehr am Gebrauchswert interessiert. Das sei ein Grund dafür, warum die Fahrzeuge in Frankreich im Schnitt kleiner ausfallen.

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