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Versöhnungsvisite

Saudischer Chefdiplomat zu seltenem Besuch im Irak

Seit Jahrzehnten herrscht Eiszeit zwischen den beiden Nachbarn im Nahen Osten. Jetzt soll eine Tauwetterperiode beginnen. Dafür hatte der Außenminister des Königreichs noch eine besondere Zusage im Gepäck.

Saudi Arabien Aussenminister Adel bin Ahmed Al-Jubeir (Getty Images/AFP/O. Berg)

Der Außenminister der saudischen Monarchie, Abdel al-Dschubeir (Archivbild)

Erstmals seit 14 Jahren ist ein saudi-arabischer Außenminister in den Irak gereist. Adel al-Dschubeir kam in Bagdad zunächst mit seinem irakischen Kollegen Ibrahim al-Dschafari zusammen, wie aus dem Außenministerium verlautete.

Bei den Gesprächen gehe es darum, wieder "stabile Beziehungen" aufzubauen, sagte ein Regierungsvertreter. Ministerpräsident Haider al-Abadi, der seit 2014 an der Spitze der irakischen Regierung steht, will die jahrelang angespannten Beziehungen zu Saudi-Arabien verbessern. Das saudische Königreich versteht sich als Schutzmacht der Sunniten, während im Irak die rivalisierende islamische Glaubensrichtung der Schiiten den Ton angibt.

Botschafter kehrt nach Bagdad zurück

Al-Dschubeir erklärte, das Königreich werde in Kürze wieder einen Botschafter in den Irak entsenden - ein starkes diplomatisches Signal. Die beiden Nachbarländer hatten sich im Zuge der irakischen Invasion in Kuwait im Jahr 1990 überworfen. Erst im Dezember 2015 eröffnete Saudi-Arabien wieder seine Botschaft in Bagdad, nachdem es dort 25 Jahre lang keine eigene diplomatische Vertretung unterhalten hatte.

Kritische Äußerungen des Botschafters Thamer al-Sabhan zum Einsatz schiitischer Milizen im Kampf gegen die sunnitische Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) führten jedoch alsbald zu neuen Spannungen. Nur acht Monate nach seiner Akkreditierung wurde al-Sabhan auf Wunsch der irakischen Regierung nach Riad zurückbeordert.

Irakische Streitkräfte treiben IS in die Enge

Die irakische Führung hatte die schiitischen Milizen 2014 zu Hilfe gerufen, um den Vormarsch der IS-Kämpfer nördlich und westlich von Bagdad aufzuhalten. Sie spielen seither eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Dschihadisten.

Mittlerweile hat der IS im Irak erheblich an Boden verloren. Seit Oktober wird die IS-Miliz von den Regierungstruppen auch in ihrer letzten verbliebenen irakischen Hochburg Mossul in die Enge getrieben. Am Freitag drangen sie erstmals in den Westen der Stadt vor.

Irak Kampf um West-Mossul (Reuters/A. Al-Marjani)

Irakische Regierungseinheiten feuern südlich von Mossul eine Rakete auf IS-Stellungen ab

An diesem Samstag kämpften sich die Eliteeinheiten des Innenministeriums in Mossul weiter Richtung Stadtzentrum vor, wie ein Armeevertreter mitteilte. Die Dschihadisten nutzten "Häuser voller Bewohner als menschliche Schutzschilde", sagte ein Armeevertreter. Die Bodentruppen wurden von Kampfhubschraubern unterstützt, die Ziele im Stadtviertel Dschausak attackierten.

Das Ziel der irakischen Soldaten ist demnach der Sitz der Provinzregierung. Die südlichste Brücke über den Fluss Tigris sei auf ihrem Vormarsch noch einen Kilometer und das türkische Konsulat einen halben Kilometer entfernt.

jj/wl (dpa, afp, rtr)