1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Saudis wollen offenbar noch mehr Panzer

Saudi-Arabien will nach Informationen von "Bild am Sonntag" deutlich mehr deutsche Kampfpanzer kaufen als bislang bekannt. In Berlin gebe es aber Vorbehalte, so das Blatt weiter.

Das Königreich habe großes Interesse am Kauf von 600 bis 800 Leopard-2-Panzern, berichtet die Zeitung unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungskreise. Bisher sei nur von knapp 300 deutschen Panzern für Saudi-Arabien die Rede gewesen. Das Bundespresseamt wollte sich auf Anfrage der Agentur Reuters nicht zu dem Bericht äußern.

In der Bundesregierung gibt es der Zeitung zufolge aber erheblichen Widerstand gegen ein Geschäft mit den Saudis. Während das Bundeskanzleramt sowie die Ministerien für Äußeres und Verteidigung Ablehnung signalisierten, fänden sich im Wirtschaftsministerium auch Befürworter. Panzergeschäfte mit Saudi-Arabien sind umstritten. Kritiker monieren, das ultrakonservative islamische Land missachte Demokratie und Menschenrechte. Zudem gilt in Deutschland der Grundsatz, keine Waffen in Spannungsgebiete, hier Nah- und Mittelost, zu liefern. Andererseits wird Saudi-Arabien als stabilisierender Faktor in der Region betrachtet.

Anfrage Saudi-Arabiens schon 2011

Wie "Bild am Sonntag" weiter meldet, ist ein Vertrag über die Lieferung von knapp 300 Panzern an Saudi-Arabien unterschriftsreif. Das Königreich wolle ihn möglichst vor dem 20. Juli besiegeln, hieß es unter Berufung auf Industriekreise.

Video ansehen 01:20

Streit über Panzer-Deal mit Saudi-Arabien (06.07.2011)

Vor einem Jahr hatte eine Anfrage Saudi-Arabiens nach Lieferung der Panzer des Typs Leopard 2 eine heftige Debatte ausgelöst. Der Bundessicherheitsrat hatte dafür im Grundsatz grünes Licht gegeben. Offiziell gibt es von der Bundesregierung jedoch keine Bestätigung dafür. Ein saudischer Großauftrag käme den deutschen Panzerherstellern Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall entgegen, denen die Umstrukturierung der Bundeswehr die Geschäfte erschwert.

wl/gri (dpa, rtr)

Audio und Video zum Thema