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Nahost

Saudis warnen vor Terror in Europa

Im Jemen ist ein Mitglied von El-Kaida zum Tode verurteilt worden. Saudische Geheimdienste warnen unterdessen vor geplanten Anschlägen des Terrornetzwerkes in Europa.

Symbolbild Terror in Europa (Grafik: DW)

Europa im Fadenkreuz des Terrors

Ein Anti-Terror-Gericht in Sanaa fällte das Todesurteil am Montag (18.10.2010), nachdem der Angeklagte Saleh al Schausch ein Geständnis abgelegt hatte. Er war Ende Januar gefasst worden und hatte im Prozess zugegeben, an sieben tödlichen Anschlägen auf militärische und Erdöl-Anlagen in den Regionen Hadramut und Marib beteiligt gewesen. Er habe die Anschläge als Rache für das Vorgehen des jemenitischen Geheimdienstes "in Zusammenarbeit mit den USA" gegen El-Kaida geplant und verübt. Dem Angeklagten wurde überdies zur Last gelegt, im Auftrag von El-Kaida auf der arabischen Halbinsel Selbstmordattentäter in der Provinz Marib ausgebildet zu haben.

Jemenitischer Soldat bei einer Militäroffensive in der Provinz Saaba (Foto: AP)

Immer wieder kommt es zu Kämpfen zwischen Regierung und Rebellen

Im Jemen stehen derzeit mehrere mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer vor Gericht. Das Land gilt als Hochburg des Terrornetzwerks von Osama bin Laden, immer wieder kommt zu schweren Kämpfen zwischen jemenitischen Soldaten und Islamisten. Allein am vergangenen Sonntag wurden nach Angaben von Sicherheitskreisen zwei Luftangriffe gegen mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer im Süden des Landes geflogen.

Terrorgefahr in Europa?

In diesem Zusammenhang warnte der saudi-arabische Geheimdienst vor möglichen bevorstehenden Terroranschlägen der El-Kaida in Europa. Der französische Innenminister Brice Hortefeux sagte, Paris habe erst "in den vergangenen Stunden, in den vergangenen Tagen" entsprechende Hinweise bekommen. Besonders Frankreich sei im Visier von El-Kaida auf der Arabischen Halbinsel.

Karte Jemen mit Hauptstadt Sanaa und Nachbarländer Saudi-Arabien und Somalia, (Grafik: DW)

Jemen gilt als Hochburg des Terrornetzwerks El-Kaida

Das Terrornetzwerk sei auf dem europäischen Kontinent, insbesondere aber in Frankreich, zweifelsohne aktiv oder plane aktiv zu werden, sagte Hortefeux in der wöchentlichen Fernseh- und Radio-Talkshow von RTL-LCI-"Le Figaro". Die Bedrohung sei real. Frankreich habe in den vergangenen Tagen und Wochen Informationen erhalten, die die Echtheit dieser Bedrohung bestätigten, sagte er.


Informationen aus Saudi-Arabien

Frabkreichs Innenminister Brice Hortefeux (Foto: AP)

Warnt vor Terror in Europa: Brice Hortefeux

Es war das erste Mal seit Mitte September, dass sich ein französischer Regierungsvertreter zu einer möglichen Bedrohungslage äußerte. Damals wurde erstmals öffentlich die Möglichkeit genannt, dass Frankreich im Visier islamistischer Gruppierungen stehen könnte. "Wir dürfen die Gefahr weder überschätzen noch unterschätzen", sagte Hortefeux.

Die französischen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen Terrorismus bleiben unterdessen unverändert auf der vorletzten Stufe rot, die seit den Anschlägen in London im Juli 2005 ununterbrochen gilt. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurden derweil die Sicherheitsvorkehrungen in der Nähe westlicher Einrichtungen und Botschaften aus Sorge vor möglichen Terroranschlägen verstärkt. Die Polizei riegelte die Straße zur US-Botschaft ab, an den Vertretungen Großbritanniens und Frankreichs galten schärfere Sicherheitsbestimmungen.

Autorin: Ina Rottscheidt (dpa, ap, afp)
Redaktion: Diana Hodali


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