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Aktuell Nahost

Saudis schicken Panzer an die Grenze zum Jemen

Der Vormarsch der Huthi-Rebellen im Jemen ruft nun anscheinend den nördlichen Nachbarn Saudi-Arabien auf den Plan. Nach Angaben aus der US-Regierung verlegt die Armee Panzer und Artillerie an die Grenze.

Der saudische Truppenaufmarsch könne sowohl offensiven als auch defensiven Zielen dienen, verlautete aus US-Regierungskreisen, die von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert werden. Die Konzentration von schwerem Militärgerät habe eine "signifikante" Größenordnung. Die zitierten US-Quellen machten keine Angaben über den genauen Ort des Aufmarsches. Denkbar sei, dass die saudischen Streitkräfte Luftangriffe zur Unterstützung des jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi vorbereiteten, der vor den schiitischen Huthi-Milizen in die südliche Hafenstadt Aden geflohen ist. Hadi wird von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Monarchien der Region unterstützt, die Huthi-Miliz vom schiitischen Iran.

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Hadi appellierte derweil an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, einer Militärintervention gegen die Huthi-Miliz zuzustimmen. Ein Eingreifen einsatzbereiter Länder solle durch eine Resolution des Gremiums gebilligt werden, heißt es in einem Schreiben Hadis. Er habe die Staaten der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats gebeten, dem Jemen auch mit militärischen Mitteln zu helfen. In dem Brief betonte Hadi weiter, die Rebellen gefährdeten die Sicherheit des Landes und der Region. Die Aggression der Aufständischen müsse mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gestoppt werden. Sie unterminiere die legitime Staatsmacht und ziele darauf ab, den Jemen zu zersplittern. Der Präsident verlangte vom UN-Sicherheitsrat zudem die Einrichtung einer No-Fly-Zone in einigen Landesteilen, die die Huthi-Rebellen kontrollierten. Der UN-Sicherheitsrat hatte kürzlich nur eine Erklärung abgegeben und Hadi darin Unterstützung zugesichert.

Jemen zweigeteilt

Mittlerweile ist das Land gespalten in einen von den Huthis kontrollierten Norden und einen von Hadis Unterstützern beherrschten Süden. Der Präsident hatte Ende Februar in Aden Zuflucht vor den Rebellen gesucht. Am Wochenende rief er Aden zur neuen Hauptstadt aus. Die Huthis wollen mehr politische Rechte von der Regierung erzwingen und beherrschen seit Monaten große Teile des Nordjemens sowie die Hauptstadt Sanaa. Die Lage im Jemen ist eskaliert, nachdem am Freitag bei Bombenanschlägen in der von den Huthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa mehr als 130 Menschen getötet worden waren. Danach rückte die Miliz in Richtung Aden vor.

Zuletzt flogen die Huthi-Rebellen einen Luftangriff auf den Präsidentenpalast in Aden, in dem sich Hadi augenblicklich aufhält. Die strategisch wichtige Stadt Tais, rund 130 Kilometer nördlich der Hafenstadt Aden gelegen, haben Huthi-Kämpfer bereits eingenommen. Dort schlugen sie Demonstrationen blutig nieder. Nach Angaben lokaler Sicherheitsbeamter wurden acht Demonstranten von den Rebellen getötet. Mit scharfer Munition und Tränengas hätten sie den Protestmarsch aufgelöst.

Luftwaffenbasis eingenommen

In der Nacht zum Mittwoch überrannten die Milizen nach Angaben von Anwohnern die Luftwaffenbasis Al-Anad, die nur 60 Kilometer nördlich von Aden liegt. Sie gilt als wichtigster Militärstützpunkt im Süden des Landes. Erst vor vier Tagen hatten die USA eigene Soldaten aus Al-Anad abgezogen. Das amerikanische Militär hatte die Basis in der Vergangenheit als Stützpunkt für Drohnen-Einsätze gegen mutmaßliche Terroristen genutzt und dort jemenitische Spezialeinheiten trainiert.

Schwere Kämpfe werden auch aus der Provinz Dhaleh gemeldet, die unweit von Aden liegt. Wie Militär und Sicherheitskräfte mitteilten, wurden dort zehn Menschen getötet. Huthi-Kämpfer sollen die Kontrolle über den Sitz der Lokalverwaltung übernommen haben.

Neue Gefechte im Süden

Am Dienstag eroberten die Aufständischen mit der Provinz Dali einen zweiten Zugang in den Süden, nur rund 100 Kilometer vor Aden. Die Region gilt als strategisch wichtig für den Vormarsch auf Aden. Nach Angaben lokaler Quellen haben die Rebellen Dali mit Hilfe von Getreuen des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih eingenommen. Salih war Anfang 2012 nach Protesten gegen ihn zurückgetreten. Die Vereinten Nationen beschuldigen den ehemaligen Langzeitherrscher, den Konflikt mit den Huthis im Land künstlich geschürt zu haben.

kle/stu (rtr, dpa, afp)