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Persischer Golf

Saudi-arabische Küstenwache tötet iranischen Fischer

Nach Darstellung Teherans ist ein iranischer Fischer von der saudischen Küstenwache getötet, ein weiterer verletzt worden. Sie sollen in Hoheitsgewässer geraten sein. Der Vorfall kann diplomatisch hohe Wellen schlagen.

Zwei Männer auf Fischerbooten (Foto: Picture Alliance)

Vor der iranischen Insel Kisch im persischen Golf lagern Fischerboote (Archivbild)

Der Abteilungsleiter für Grenzangelegenheiten im iranischen Innenministerium, Madschid Aghababje, erklärte, zwei Fischerboote seien bereits am Freitag wegen hohen Wellengangs im Persischen Golf vom Kurs abgekommen, als auf sie geschossen wurde. Ihm zufolge gibt die saudi-arabische Küstenwache an, die Boote seien in  Hoheitsgewässer Saudi-Arabiens gefahren. Das Ministerium versuche herauszufinden, ob das stimmt. Aghababje sagte, selbst in diesem Fall wäre die Küstenwache "nicht befugt gewesen, das Feuer zu eröffnen".

Aus Saudi-Arabien gab es zunächst keine Reaktion. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, der Zwischenfall werde derzeit überprüft. Man solle aber keine voreiligen Schlüsse ziehen, ehe die Sachlage nicht geklärt sei.

Vergällte Beziehungen

Saudi-Arabien gilt als einer der Erzfeinde des Irans. Der Vorfall ereignete sich in einer Zeit, in der die Spannungen in der Golf-Region hoch und insbesondere die Beziehungen zwischen den beiden Regionalmächten stark angespannt sind.

Die iranischen Revolutionsgarden geben Riad eine Mitschuld an Anschlägen in Teheran, bei denen Anfang des Monats 17 Menschen getötet wurden. Außerdem​​​​​​​ hilft Teheran dem Emirat Katar, das von Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Blockade belegt wurde. Auch bei den Kriegen in Syrien und im Jemen unterstützen beide Staaten unterschiedliche Seiten.

ust/ml (dpa, rtre, afp, ap)