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Machtkampf

Saudi-Arabien wirft Iran militärische Aggression vor

Mit der Verhaftung zahlreicher Prinzen und Spitzenpolitiker hat sich Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed unliebsame Konkurrenten vom Hals geschafft. Jetzt geht es ihm darum, sich auch außenpolitisch zu profilieren.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat dem Erzrivalen Iran eine "direkte militärische Aggression" gegen sein Land vorgeworfen. Das "iranische Regime" beliefere die Huthi-Rebellen im Jemen mit Raketen, sagte Kronprinz Mohammed in einem Telefongespräch mit dem britischen Außenminister Boris Johnson, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA meldete. "Das könnte einem Kriegsakt gegen das Königreich gleichkommen."

Zudem habe die Regierung des Libanon, an der die vom Iran unterstützte Hisbollah beteiligt ist, Saudi-Arabien faktisch den Krieg erklärt, sagte der Minister für die Golf-Region, Thamer al-Sabhan. Zurückzuführen sind die harschen Reaktionen aus Saudi-Arabien auf die Ergeignisse vom Wochenende. Die saudi-arabische Luftwaffe hatte am Samstag eine Rakete abgefangen, die in Richtung der Hauptstadt Riad abgefeuert worden war. Nach Regierungsangaben soll es sich dabei um eine iranische Rakete gehandelt haben, die libanesische Hisbollah-Milizen von Huthi-Territorium im Jemen abgefeuert hatten. Der Iran wies jede Verantwortung zurück. Die Huthi-Rebellen, die weite Teile im Norden des Jemen kontrollieren, bestätigten den Abschuss.

UN warnen vor Katastrophe

Als Reaktion auf den Raketenabschuss kündigte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die Huthi-Rebellen die Schließung aller Häfen, Flughäfen und Zufahrtswege zum Jemen an. Die Vereinten Nationen warnten vor einer Katastrophe für die Menschen. Über Nacht seien die Preise für Benzin über 60 Prozent in die Höhe geschossen. Sieben Millionen Menschen seien von Hunger bedroht.

Saudi-Arabien und der Iran ringen in der Region um die Vorherrschaft und führen im Jemen, der an Saudi-Arabien grenzt, bereits einen Stellvertreterkrieg. Saudi-Arabien versteht sich als Schutzmacht der Sunniten, der Iran als die der Schiiten. Seit 2015 kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, den Huthi militärisch zu helfen, was die Regierung in Teheran aber bestreitet. Saudi-Arabien bekämpft die Rebellen unter anderem durch den Einsatz der Luftwaffe und will der international anerkannten Regierung Hadis wieder zur Macht verhelfen.

bri, djo (rtr, afp)