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Aktuell Nahost

Saudi-Arabien setzt Militärintervention im Jemen fort

Saudi-Arabien und seine Verbündeten fliegen weiter Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Kampfflugzeuge bombardierten Ziele in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten.

Die Luftangriffe konzentrieren sich im Augenblick vor allem auf Sanaa. Dort seien laut Augenzeugen zuletzt auch die Militärbasis Al-Samaa und der Stützpunkt Al-Istiklal angegriffen worden. Vertreter des Gesundheitsministeriums berichteten von zahlreichen Todesopfern. Bei dem Angriff auf den Militärstützpunkt sei ein benachbartes Wohnviertel getroffen worden. Insgesamt geht das Ministerium von 40 Zivilisten aus, die seit dem Beginn der Militärintervention getötet wurden. Augenzeugen berichteten, dass bereits viele Einwohner versucht hätten, aus der Hauptstadt zu fliehen.

Die von Saudi-Arabien geführte Koalition arabischer Staaten hatte in der Nacht zum Donnerstag mit den Luftangriffen gegen die Huthis begonnen, um einen weiteren Vormarsch der Rebellen zu stoppen. Diese hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Landes und die Hauptstadt unter Kontrolle gebracht. In dieser Woche waren sie bis in die südjemenitische Hafenstadt Aden vorgestoßen.

Kampf um wichtige Meerenge

Die arabische Allianz befürchtet, dass die Huthi-Kämpfer die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab erlangen könnten. Die rund 30 Kilometer breite Meeresstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean. Sie ist von besonderer strategischer Bedeutung für den Welthandel: Fast 40 Prozent des internationalen Schiffhandels werden über den Bab al-Mandab abgewickelt, ein Großteil davon über den zum Mittelmeer führenden Suezkanal.

In Saudi-Arabien erklärten sunnitische Geistlichen in den Freitagspredigten den Kampf gegen die schiitischen Huthi und deren iranische Verbündete zur religiösen Pflicht. In der iranischen Hauptstadt Teheran beschrieb der hochrangige schiitische Geistliche Ajatollah Kasem Sadeghi in seiner Freitagspredigt die Angriffe dagegen als Aggression und Einmischung in interne jemenitische Angelegenheiten. In Lausanne forderte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Rande der Atomgespräche, im Jemen müsse eine politische Lösung der Konflikte gesucht werden.

Bundesregierung: Arabische Luftangriffe legitim

Inzwischen erklärte auch Marokko, die saudi-arabische Intervention politisch und militärisch zu unterstützen. Eine Reihe arabischer Staaten beteiligt sich bereits an den Angriffen auf die Huthi-Milizen mit eigenem Militär. Pakistan erklärte, noch nicht entschieden zu haben, ob es militärische Hilfe leisten werde. Ägypten hat Donnerstag Kriegsschiffe in die Region entsandt.

Die Luftangriffe der arabischen Länder gegen die Huthi-Miliz im Jemen sind nach Ansicht der Bundesregierung legitim. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sagte in Berlin, ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt habe in einer außerordentlich bedrohlichen Situation um Hilfe gebeten. Das sei mit den Regeln des Völkerrechts vereinbar. Er betonte zugleich, man setze darauf, dass die Intervention nur eine kurze Zeit dauern werde.

Auch die USA äußerten Verständnis für das Bombardement der arabischen Allianz. Politische Verhandlungen seien zwar der beste Weg aus dem Bürgerkrieg im Jemen, sagte der Sprecher im US-Außenministerium Jeff Rathke. "Aber wir verstehen auch die Sorgen der Saudis über das Versagen der Huthis, sich sinnvoll in den politischen Dialog einzubringen."

hf/gmf (rtrd, afp, dpa)