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Aktuell Welt

Saudi-Arabien lässt erstmals Frauen ins Sportstadion

Frauen am Steuer werden in Saudi-Arabien nicht geduldet, zumindest noch nicht. Immerhin gestattete ihnen das streng konservative Königreich nun aber erstmals Zutritt zu einem Sportstadion.

Hunderte Frauen durften im König-Fahd-Stadion der Hauptstadt Riad in Begleitung ihrer Familie die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen. Dafür wurde in der Sportarena, die rund 40.000 Menschen fasst, ein separater Bereich nur für Familien eingerichtet. Zum Nationalfeiertag werden landesweit Konzerte gegeben, Tänze gezeigt und Feuerwerke abgebrannt.

Autofahren verboten

Bislang wurden Frauen in Saudi-Arabien auch am Nationalfeiertag nicht ins Stadion gelassen. Das konservative muslimische Königreich verfolgt eine strenge Politik der Geschlechtertrennung. Es ist das einzige Land, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen.

Auch viele andere Aktivitäten sind ihnen verwehrt. So dürfen sie zum Beispiel nicht ohne Genehmigung des Vaters, Ehemannes oder Bruders ein Studium aufnehmen oder Reisen.

Zuletzt gab es aber einige behutsame Lockerungen. Im Juli etwa erlaubte das Bildungsministerium die Teilnahme von Mädchen am Sportunterricht staatlicher Schulen.

Ein erster Schritt

Viele der Besucherinnen zeigten sich bei ihrem ersten Besuch in einem Sportstadion erfreut. Eine der Frauen sagte, sie fühle sich jetzt mehr als eine Bürgerin des Landes. Eine andere erklärte, sie hoffe, dass die Restriktionen gegen Frauen weiter abgebaut würden. Der Eintritt ins Sportstadion am Nationalfeiertag sei nur ein erster Schritt. Eine dritte sagte, wenn Gott es wolle, würden Frauen in Saudi-Arabien in Zukunft bessere und größere Dinge tun dürfen als nur Auto zu fahren oder zu Reisen.

haz/se (afp, rtr)

 

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