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Telekommunikation

Satellit mit Elektroantrieb saust durchs All

Der "Eutelsat 172B" ist der erste in Europa gebaute Telekommunikationssatellit, der ausschließlich mit E-Antrieb durch den Weltraum fliegt. Eine Ariane-5-Rakete brachte ihn ins All.

Frankreich Airbus Telekommunkationssatellit - Eutelsat 172B (picture alliance/dpa/Airbus Defence and Space)

Der neue Satellit 172B wiegt nur etwa 3,5 Tonnen

Die Trägerrakete hob in der Nacht zum Freitag vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab. Der Satellit "Eutelsat 172B" wurde von Airbus Defence and Space in Toulouse gebaut. Er nutzt den elektrischen Antrieb sowohl dafür, nach dem Aussetzen im All zu seiner endgültigen Umlaufbahn zu kommen, als auch für spätere Lagekorrekturen.

Während bei konventionellen Raumfahrt-Antrieben zwei Chemikalien miteinander reagieren und so Schub erzeugen, wird bei elektrischen Antrieben ein Edelgas elektrisch angeregt (ionisiert), normalerweise Xenon. Mit einem elektrischen Feld wird es dann aus der Antriebsdüse herausgeschleudert und erzeugt so Schub. Man spricht deshalb auch von einem Ionen-Triebwerk. Der nötige Strom kommt von Solarpanels, die bei Telekommunikationssatelliten ohnehin gebraucht werden.

Ein Nachteil - der schwächere Schub 

Elektroantriebe brauchen deutlich weniger Treibstoff als klassische, chemische Antriebe. Die Satelliten haben deshalb entweder mehr Platz für Nutzlast oder sie sind leichter, womit günstigere Trägerraketen für den Weg ins All eingesetzt werden können.

Frankreich Airbus Telekommunkationssatellit - Eutelsat 172B (picture alliance/dpa/Airbus Defence and Space)

Der "Eutelsat 172B" wurde in Toulouse zusammengebaut

Einen großen Nachteil gibt es allerdings: Elektroantriebe haben einen deutlich schwächeren Schub als ein chemisches Triebwerk. Deshalb wurden Elektroantriebe bisher vor allem für die Lagekorrektur im All genutzt. Wenn der Satellit in seiner Umlaufbahn in 36.000 Kilometer Höhe angekommen ist, muss gelegentlich die Bahn korrigiert werden, damit er nicht abdriftet.

Es dauert halt etwas länger...

"Eutelsat 172B" nutzt nun auch für die Anreise seinen Elektroantrieb. Die Ariane-Rakete setzte ihn auf einem sogenannten Transferorbit aus. Von dort gelangt er aus eigener Kraft in seinen Orbit. Wegen des schwachen Schubs braucht er allerdings mehrere Monate anstatt ein paar Tage, um sein Ziel zu erreichen.

Der Airbus-Rivale Boeing hatte bereits 2015 als erster Hersteller voll-elektrisch angetriebene Telekommunikationssatelliten produziert und ins All geschossen. Mit "Eutelsat 172B" will der Betreiber Eutelsat Kommunikationsdienste in der Pazifikregion anbieten.

se/qu (dpa)