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Aktuell Europa

Sarkozy mischt wieder mit

In den Machtkampf bei der konservativen Oppositionspartei UMP hat sich der französische Ex-Präsident Sarkozy eingeschaltet. Eine Kommission bestätigte Generalsekretär Copé als neuen Parteichef.

Eine parteiinterne Berufungskommission ernannte den bisherigen Generalsekretär Jean-François Copé zum Sieger der Urwahl des neuen UMP-Vorsitzenden. Bei rund 175.000 abgegebenen Stimmen liege Copé 952 Stimmen vor seinem Rivalen, dem ehemaligen Premierminister François Fillon. Über den Ausgang der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Abstimmung wird in der Partei von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy seit Tagen gestritten.

Jean-Francois Copé, vielleicht Parteichef der französischen Konservativen (Foto: Reuters)

Jean-Francois Copé, vielleicht Parteichef der französischen Konservativen

Ob die Konservativen nun zur Ruhe kommen, bleibt allerdings weiter ungewiss. Denn Fillon erkennt den Sieg Copés ebenso wenig an wie die Berufungskommission und will die Justiz einschalten. Der frühere Regierungschef kündigte an, er wolle die Wahlunterlagen unter richterliche Kontrolle stellen lassen, Gerichtsvollzieher sollten die Dokumente vor "Manipulationen" schützen. Ein Anwalt Fillons nannte die Parteikommission parteiisch. Von den neun Mitgliedern hätten fünf und der Kommissionsvorsitzende vor der Urwahl dazu aufgerufen, für Copé zu stimmen.

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Streit um Sarkozy-Nachfolge (22.11.2012)

Nachdem der frühere UMP-Chef und Ex-Außenminister Alain Juppé mit einem Vermittlungsversuch gescheitert war, kommt jetzt der im Frühjahr von den französischen Wählern auf das politische Altenteil geschickte Sarkozy ins Spiel. Juppé erklärte, der Ex-Präsident sei inzwischen der einzige, der in der Partei ausreichend Autorität besitze, um einen "möglichen Ausweg" aus der Krise aufzuzeigen.

Sarkozy traf denn auch mit Fillon zusammen und telefonierte mit Copé. Näheres wurde nicht bekannt. Seit Monaten wird in Frankreich darüber gerätselt, ob Sarkozy ein politisches Comeback startet, etwa mit dem Ziel, 2017 bei der Präsidentenwahl zu kandidieren. In der UMP genießt er trotz seiner Wahlniederlage gegen den jetzigen sozialistischen Präsidenten Francois Hollande hohes Ansehen. So könnte Sarkozy als lachender Dritter aus dem Streit zwischen Copé und Fillon hervorgehen - auch wenn Beobachter bezweifeln, dass der 57-Jährige gewillt ist, sich derzeit in die Niederungen des Kleinkriegs seiner Partei zu begeben.

wl/kle (dpa, afp, dapd)

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