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Frankreich

Sarkozy bei zweitem TV-Duell unter Druck

Wenn Ex-Präsident Nicolas Sarkozy zurück in den Élyséepalast will, muss er zunächst sein eigenes Lager überzeugen. Da wird er allerdings hart angegangen - vor allem wegen seiner politischen Vergangenheit.

Beim zweiten Schlagabtausch der Bewerber im Fernsehen warfen mehrere Konkurrenten Nicolas Sarkozy Entscheidungen aus seinen Amtszeiten als Innenminister und Präsident vor, etwa den Abbau Tausender Stellen bei der Polizei. "Nicolas Sarkozy hat 2012 verloren. Wenn wir 2017 siegen wollen, müssen wir Wähler gewinnen, die nicht für ihn gestimmt haben", warnte Nathalie Kosciusko-Morizet, die einzige Frau unter den sieben Bewerbern, die alle der Partei "Die Republikaner" angehören.

Sarkozy setzt in seiner Kampagne auf eine harte Linie in der Sicherheitspolitik, die nach der verheerenden Terrorserie große Brisanz birgt. Der 61-Jährige gilt als einer der Favoriten für die Kandidatur, liegt in Umfragen aber deutlich hinter dem früheren Premierminister Alain Juppé (71). Dieser vertritt im Vergleich zu Sarkozy gemäßigtere Positionen.

Sarkozy wehrt sich gegen Vorwürfe

Die bürgerliche Rechte bestimmt ihren Präsidentschaftskandidaten erstmals mit einer Vorwahl, bei der alle Anhänger abstimmen können. Der erste Wahlgang ist für den 20. November angesetzt, die erwartete Stichwahl wäre dann eine Woche später. Die Franzosen wählen ihren nächsten Präsidenten im Frühjahr 2017.

Frankreich | 2. TV-Debatte Präsidentschaftswahlkampf 2017 (REUTERS/Pool/E. Feferberg)

Sieben Kandidaten stehen bei den Konservativen zur Wahl

In der zweiten von drei TV-Debatten plädierte Sarkozy erneut dafür, Terroristen die französische Staatsbürgerschaft zu entziehen und als gefährlich eingestufte Radikale einzusperren. "Der Rechtsstaat ist dazu da, die Bürger zu schützen", sagte er. Zugleich wehrte er sich gegen die Vorwürfe zum Abbau von Stellen bei den Sicherheitskräften unter seiner Präsidentschaft 2007 bis 2012. Damals habe er Frankreich vor dem weltweiten Wirtschafts-Debakel nach der Finanzkrise beschützen müssen, sagte Sarkozy.

Auch vor dem Hintergrund der Flüchtlings-Problematik im nordfranzösischen Calais nahmen die Kandidaten Sarkozy ins Visier, da in seine Zeit als Innenminister Vereinbarungen mit Großbritannien bezüglich der Grenzkontrollen fallen.

Konservative mit guten Chancen bei Präsidentenwahl

In einer Umfrage im Auftrag des Senders BFMTV hielten 34 Prozent der Befragten Juppé bei dem TV-Duell für am überzeugendsten, nur 24 Prozent Sarkozy. Unter den befragten Anhängern der Republikaner lag Sarkozy dagegen aber knapp vorn.

Die Sieger der Vorwahl der bürgerlichen Rechten werden gute Chancen zugerechnet, in den Élyséepalast einzuziehen. Umfragen lassen für die Präsidentschaftswahl derzeit eine Stichwahl zwischen einem Konservativen und der Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National als möglich erscheinen. Die Beliebtheitswerte des sozialistischen Amtsinhabers François Hollande sind im Keller, ob er nochmal antritt, ist noch unklar.

rk/qu (dpa, afpd)

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