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Afrika

Sarkozy auf Bodenschatzsuche in Afrika

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist auf Afrika-Tour. Dabei geht es weniger um Politik als um Rohstoffe. Am Freitag (27.03.2009) reiste er nach Niger. Ein armes Land, das aber über viel Uran verfügt.

Sarkozy verbeugt sich vor der kongolesischen Flagge (Foto: AP)

Profitiert die afrikanische Bevölkerung wirklich, wie Sarkozy behauptet?

Mit dem Niger hat die staatliche französische Atomfirma Avera vor kurzem einen Vertrag über den Abbau von Uran im Norden des Landes geschlossen. Mehr als eine Milliarde Euro will Areva investieren, um in der Region von Imouraren das weltweit zweitgrößte Uranvorkommen abzubauen. Die Mine wird die größte Uranförder-Anlage von Areva sein, und die französische Firma ist schon jetzt der größte nicht-staatliche Arbeitgeber im Niger. "Natürlich hat Frankreich wirtschaftliche Interessen im Niger, aber das Land und seine Bevölkerung werden davon profitieren", sagte ein Sprecher Sarkozys.

Menschen im Niger stampfen Getreide (Foto: AP)

Die Menschen im Niger werden vermutlich kaum vom Uranabbau profitieren

Der deutsche Menschenrechtsaktivist Gunter Wippel kritisiert das Vorgehen Frankreichs. "Niger war vor vierzig Jahren eines der ärmsten Länder der Welt. Seit vierzig Jahren wird dort Uran abgebaut und heute ist Niger nach wie vor eines der fünf ämsten Länder der Welt", sagt Wippel. Daraus könne man ersehen, dass es dem Land extrem wenig bringe. "Von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit kann da keine Rede sein."

Experten warnen vor Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung. Bereits jetzt sorgen unzählige kleinere Uranminen für eine Strahlenbelastung in Luft und Wasser, die weit über den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen. Eine zusätzliche Mine würde das Problem noch verschlimmern, glaubt Gunter Wippel. "Der Gesundheitsminister von Niger hat selbst zugegeben, dass das Land weder die personellen noch die technischen Möglichkeiten hat, die Einhaltung der Grenzwerte zu kontrollieren."

Kritik am Vorgehen der Touareg-Rebellen

Der französische Staatschef verurteilte das Vorgehen der Tuareg-Rebellen im Norden, die eine gerechtere Verteilung der Ressourcen im Norden des Landes fordern. "Der Niger ist eine Demokratie, in der es andere Möglichkeiten gibt, seinen Standpunkt auszudrücken, als Bomben zu legen. Wir können nicht akzeptieren, dass Einzelpersonen oder Gruppen ihre Ideen mit Waffengewalt voranbringen wollen, statt durch den Gang an die Wahlurnen", sagte Sarkozy auf einer Pressekonferenz.

Vor seinem Aufenthalt im Niger hatte Sarkozy bereits die beiden Kongo-Staaten besucht. Die Demokratische Republik Kongo und ihre Nachbarstaaten sollten ihre Zusammenarbeit "neu anstoßen" und sich zu gemeinsamen Vorhaben verbünden, sagte der französische Präsident am Donnerstag vor dem kongolesischen Parlament in Kinshasa.

Keinen Friedensplan, sondern Austausch von Ideen

Sarkozy und Kabila stoßen mit Champagner an (Foto: AP)

Grund zum Feiern? Sarkozy mit Kongos Präsident Joseph Kabila

Dass der kongolesische Präsident Joseph Kabila im Januar einen gemeinsamen Militäreinsatz mit dem benachbarten Ruanda in Gang gebracht habe, sei eine "mutige Entscheidung" gewesen, sagte Sarkozy nach einem Gespräch mit Kabila vor den Abgeordneten. Er sehe darin ein Vorzeichen für eine "echte Neuordnung der Region". Sarkozy schlug der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda, aber auch Burundi, Uganda, Tansania und Kenia gemeinsame "Projekte" vor. Er nannte dabei die Bereiche Verkehr, Energie, Landwirtschaft und Industrie. "Europas Frieden und Wohlstand bauen auf diesen Grundlagen auf", betonte Sarkozy.

Der französische Präsident war am Donnerstag zu einem Besuch in Kinshasa eingetroffen, wo Regierungschef Adolphe Muzito ihn empfing. Sarkozy hatte im Januar einen "neuen Ansatz" vorgezeichnet, um den Konflikt im Osten des Landes zu beenden. Dabei hatte sich Sarkozy heftige Kritik im Kongo eingehandelt, als er vorgeschlagen hatte, dass der Kongo seine Bodenschätze mit dem benachbarten Mini-Staat Ruanda teilen solle.

Einen französischen Friedensplan für den Ost-Kongo gebe es nicht, stellten Mitarbeiter von Sarkozy im Vorfeld der zweitägigen Reise klar. Frankreich wolle lediglich "neue Ideen" skizzieren.

Autorin: Sarah Mersch
Redaktion: Christine Harjes

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