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Aktuell Welt

Sargsjan-Gegner lassen alle Geiseln frei

Mit ihrer Geiselnahme vor einer Woche wollten sie den Rücktritt des armenischen Präsidenten erzwingen. Vergeblich. Auch wenn nun alle Geiseln freikamen: Aufgeben wollen die Oppositionellen nicht.

Nach Verhandlungen hätten die Geiselnehmer in Eriwan die letzten vier Polizisten freigelassen, teilten die armenischen Behörden mit. Die bewaffneten Angreifer würden aber weiterhin den Rücktritt der Regierung verlangen und das Gebäude besetzen.

"Wir haben zu den Waffen gegriffen mit der Mission, unser Land zu befreien", sagte einer der Regierungsgegner vor Journalisten. Er ergänzte: "Unsere Forderungen haben sich nicht geändert: Wir verlangen den Rücktritt von (Präsident) Sersch Sargsjan und die Freilassung der politischen Gefangenen." Wenn die Sicherheitsbehörden sich zur Erstürmung des besetzten Gebäudes entschlössen, werde "es Dutzende, wenn nicht hunderte Opfer geben".

Opposition greift zur Gewalt

Die Angreifer hatten das Eingangstor des Polizeiareals am vergangenen Sonntag mit einem Lastwagen durchbrochen und bei einem Feuergefecht einen Polizisten getötet. Insgesamt nahmen sie bis zu acht Menschen als Geiseln, in den vergangenen Tagen ließen sie immer wieder einzelne von ihnen frei - "als Zeichen des guten Willens".

Die Regierungsgegner in der Südkaukasusrepublik werfen Staatschef Sargsjan zu viel Machtfülle und die Unterdrückung der Opposition vor. Oppositionsführer Schirajr Sefiljan sitzt seit Juni wegen Waffenbesitzes in Haft. Der ehemalige Armeekommandeur gilt als einer der schärfsten Kritiker Sargsjans. Bereits 2006 war er für eineinhalb Jahre im Gefängnis, nachdem er zum gewaltsamen Umsturz der Regierung aufgerufen hatte. 2015 wurde er erneut vorübergehend inhaftiert.

wa/ml (afp, ap, dpa)

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