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Aktuell Europa

Sarajevo erinnert an Kriegsbeginn

Bosnien-Herzegowina gedenkt des Kriegsausbruchs zwischen Muslimen, Serben und Kroaten vor 20 Jahren. 11.541 leere rote Stühle erinnern symbolisch an die während der jahrelangen Belagerung Sarajevos getöteten Einwohner.

Fotos, die uns bereit gestellt wurden von unserem Partnerportal in Bosnien und Herzegowina klix.ba, zugeliefert von Marina Martinovic, M. Sc. 06.04.2012 Rote Stuehle Sarajevo 20 Jahre seit Kriegsbeginn in Bosnien und Herzegowina 11.541 rote Stühle sollen an genauso viele Opfer in Sarajevo während des Krieges in Bosnien und Herzegowina erinnern. Schlagworte: Sarajevo, rote Stühle, roter Stuhl, 20 Jahre seit Kriegsbeginn, Krieg in Bosnien und Herzegowina, Erinnerung an Kriegsopfer Autor: Fedja Krvavac / klix.ba Aufnahmedatum und -ort: 06.04.2012; Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

rote Stühle 20 Jahre seit Kriegsbeginn 20. Jahrestag der Belagerung von Sarajevo

Die Spannungen zwischen den Volksgruppen im zerfallenden Jugoslawien waren auch in Bosnien eskaliert, zu den ersten Toten kam es nach einer Kundgebung für den Frieden. Nach der Anerkennung der bosnischen Souveränität durch die EU nahmen an diesem schicksalhaften 6. April 1992 zehntausende bosnische Muslime, christlich-orthodoxe Serben und katholische Kroaten in Sarajevo an einer Massendemonstration für Frieden und Unabhängigkeit teil, als serbische Heckenschützen das Feuer eröffneten.

Dies gilt als der Beginn des Bosnienkrieges, der die Balkan-Republik für fast vier Jahre zum Schlachtfeld machen sollte und der Belagerung Sarajevos, die erst im Februar 1996 endgültig zusammenbrach. Alle Versuche, die Blockade militärisch oder diplomatisch zu durchbrechen, scheiterten zunächst kläglich.

Sarajevo fast vier Jahre eine Geisel serbischer Nationalisten

ARCHIV - Die oberste Etage eines Hochhauses brennt am 19.06.1995, nachdem es von serbischen Brandbomben getroffen wurde. Vor 20 Jahren begann die Belagerung Sarajevos. Serben riegelten Sarajevo seit dem 6. April 1992 für fast vier Jahre weitgehend von der Außenwelt ab und schossen mit schweren Mörsern und Panzern von den umliegenden Bergen aus in das Stadtgebiet. Foto: Anja Niedringhaus epa/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Sarajewo - jahrelang abgeriegelt und beschossen von Artillerie, Panzern und Heckenschützen

Sarajevo wurde 44 Monate von bosnischen Serben belagert und von den umliegenden Bergen täglich mit zeitweise hunderten Granaten beschossen, mit Unterstützung der Volksarmee Rest-Jugoslawiens und der Belgrader Führung unter Slobodan Milosevic. Die 380.000 Hauptstadteinwohner waren ohne Strom, Wasser und Heizung. 11.541 von ihnen wurden während der Belagerung getötet. Zur Erinnerung an sie wurden 11.541 rote Stühle auf der Hauptstraße Sarajevos aufgestellt. "Diese Stadt muss einen Moment innehalten, um seinen getöteten Bürgern die Ehre zu erweisen", sagt der Organisator der "Roten Linie Sarajevos", Haris Pasovic.

Video ansehen 01:45

20. Jahrestag Bosnienkrieg

Allein bei einem Massaker auf dem Marktplatz von Sarajevo im Februar 1994 waren 68 Menschen umgekommen. Ein Beschuss des Marktes im August 1995 mit 37 Todesopfern löste NATO-Angriffe gegen die serbischen Belagerer aus - was mit die Basis schaffte für die Kriegswende und das Ende der Blockade. Im Januar 1996 wurde die internationale Luftbrücke nach etwa 13.000 Hilfsflügen eingestellt.

SC/pg (afp,dapd,dap)

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