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Wirtschaft

SAP sagt Konkurrenz den Kampf an

Trotz Schuldenkrise in Europa und finsteren Prognosen für die Konjunktur: Der größte europäische Softwarekonzern SAP bläst zum Angriff auf die internationale Konkurrenz. Kein Wunder - die Gewinne sprudeln wie nie zuvor.

Der SAP-Vorstand (v.l.), Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe, Vorstandsprecher Bill Mc Dermott, Personalvorstand Angelika Dammann, Finanzvorstand Werner Brandt, Technologievorstand Vishal Sikka und Chief Operating Officer Gerhard Oswald, posiert am Mittwoch (25.05.11) in Mannheim vor der Hauptversammlung der SAP AG. SAP konnte im ersten Quartal 2011 eine Steigerung der Umsatzerloese verbuchen.

Zufriedene Chefetage von SAP bei der Bilanzvorlage

Europas größter Softwarehersteller SAP hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und rechnet trotz schwächelnder Konjunktur weiter mit kräftigem Wachstum. "Wir sind auf dem besten Weg, bis 2015 unser Umsatzziel von 20 Milliarden Euro zu übertreffen", sagte Finanzvorstand Werner Brandt am Mittwoch (25.01.2012) in Frankfurt am Main.

Hessen/ Der Finanzvorstand des Softwarekonzerns SAP, Werner Brandt, erlaeutert am Mittwoch (25.01.12) in Frankfurt am Main auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens das Konzernergebnis. Die SAP AG erzielte 2011 das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. (zu dapd-Text) Foto: Thomas Lohnes/dapd

Finanzvorstand Werner Brandt

Das Walldorfer Unternehmen, schärfster Konkurrent der US-Firma Oracle, will 2012 den Verkauf von Software und softwarebezogenen Dienstleistungen um zehn bis zwölf Prozent steigern. Im Vorjahr hatte SAP hier um 17 Prozent auf 11,35 Milliarden Euro zugelegt. "Die SAP hat 2011 ein hervorragendes Ergebnis erreicht und ihre Ziele für Umsatz und Ergebnis deutlich übertroffen", sagte Brandt. Das Rekordjahr beruhe auf einem zweistelligen Zuwachs der Softwareerlöse in allen Regionen. Der Gewinn nach Steuern sprang im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2010 um 90 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 14 Prozent auf 14,23 Milliarden Euro zu.

Neue Bestmarken

Auch nach den neuen Bestmarken sind die Walldorfer zuversichtlich, dass die Erfolgsserie nicht abreißt. SAP sei auf dem besten Weg, das Umsatzziel von 20 Milliarden Euro bis 2015 zu übertreffen. Die Softwareschmiede zählt mittlerweile fast 56 000 Vollzeitstellen. "Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital ", sagte SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe zu DW-TV. Zusammen mit seinem Co-Chef Bill McDermott ließ er mitteilen: "In einem unsicheren Marktumfeld haben wir die besten Ergebnisse in der Geschichte der SAP und ein deutlich besseres Ergebnis als unsere Wettbewerber erzielt." SAP habe seine Marktführerschaft ausgebaut. "Unser Geschäft entwickelt sich hervorragend", erklärten sie.

Hessen/ Die beiden Vorstandsvorsitzenden des Softwarekonzerns SAP, Bill Mc Dermott (l.) und Jim Hagemann Snabe (r.), posieren am Mittwoch (25.01.12) in Frankfurt am Main zu Beginn der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens gemeinsam mit Finanzvorstand Werner Brandt. Die SAP AG erzielte 2011 das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. (zu dapd-Text)

Vorstände unter sich: (v.l.) Bill Mc Dermott, Werner Brandt, Jim Hagemann Snabe

Snabe sagte außerdem im Gespräch mit DW-TV: "Unsere Strategie, auf Innovationen zu setzen, kommt bei den Kunden an." Deshalb werde sein Unternehmen auch in schwierigen Zeiten gute Erfolge verzeichnen. Die Anfang Dezember vereinbarte Übernahme der US-Firma Successfactors, eines Spezialisten für so genannte Cloud-Anwendungen über das Internet, will SAP in Kürze über die Bühne bringen. "SAP geht zurzeit davon aus, dass die Transaktion im ersten Quartal 2012 abgeschlossen sein wird", teilte das Unternehmen mit.

Turbowachstum als Ziel

Generell wollten Snabe und McDermott ein "Turbowachstum" erreichen, schreibt die "Wirtschaftswoche", indem sie das Geschäft auf fünf Kernmärkte konzentrierten: Neben Datenbanksoftware seien dies die klassischen SAP-Unternehmenslösungen sowie Programme zur Analyse großer Datenbestände, mobile Anwendungen und Cloud Computing.

Sollte SAP seine angepeilten Geschäftsziele erreichen, wäre das Unternehmen bald auf Augenhöhe mit dem US-Wettbewerber Oracle. Die erbitterten Rivalen haben sich bereits vor Gericht um Urheberrechte und angeblichen Datenklau gestritten.

SAP-Anleger haben unterdessen die Veröffentlichung des Ausblicks für Gewinnmitnahmen genutzt. Die Aktien von Europas größtem Software-Haus fielen um 0,75 Prozent. Börsianer werteten die Prognosen des Unternehmens insgesamt positiv. "Das Ziel für das Wachstum der Software-bezogenen Service-Erlöse ist besser als erwartet", sagte einer von ihnen. "Die Prognose für den operativen Gewinn ist auch okay."

Autor: Klaus Ulrich (dadp, dpa, rtr)
Redaktion: Monika Lohmüller

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