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Wirtschaft

SAP bricht nach Umsatzwarnung ein

Die deutschen Aktien haben am Donnerstag weiter verloren. Der Deutsche Aktienindex schloß mit 1,7 Prozent im Minus bei 4119 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 2,6 Prozent nach auf 537 Zähler.

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Europas größtes Softwarehaus kündigte Talfahrt an

Der DAX wurde vor allem durch die Schwäche einiger Technologiewerte belastet. Außerdem wirkten sich die schlechten Nachrichten aus den USA negativ auf die Kurse aus, sagten Händler.

Ermittlungen in den USA

In den USA ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Telefongesellschaft Quest. Außerdem hat die US-Börsenaufsicht SEC Ermittlungen gegen den Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb eingeleitet. Dabei soll es um unverhältnismäßig hohe Rabatte gehen, die Großhändlern gewährt wurden mit dem Ziel, die Umsatzerwartungen für das Jahr 2001 erfüllen zu können.

Diese Meldungen reichten, um an der Börse wieder Angst vor weiteren Finanzskandalen aufkommen zu lassen, sagten Händler.

Die größten Verlierer waren am Donnerstag (11. Juli 2002) unter den Technologiewerten zu finden. Epcos, der Hersteller elektronischer Bauteile, verlor rund sieben Prozent.

SAP-Aktienabsturz

Den größten Einbruch verzeichnete jedoch SAP. Europas größtes Softwarehaus hatte angekündigt, in diesem Quartal wieder in die Verlustzone zu rutschen. Auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde gesenkt. Vor dieser Mitteilung hatten sich die SAP-Aktien noch im Plus notiert. Nach einer kurzen Aussetzung vom Handel begann dann der Absturz um bis zu 20 Prozent. Die Aktie konnte sich im späten Handel dann wieder etwas erholen, es blieb aber ein kräftiges Minus von 14 Prozent.

Einen Tag nach der Präsentation ihrer Geschäftszahlen gaben die Papiere der Münchner Rück erneut nach und gingen mit einem Minus von vier Prozent aus dem Handel.

Auch die Aktie des Berliner Pharmaherstellers Schering gehörte wieder zu den schwächsten Werten. Das Papier litt erneut unter der Meldung, dass ein Hormonpräparat des amerikanischen Konkurrenten Wyeth gesundheitsschädlich sein soll. Die Beteuerungen Scherings, dass seine Produkte davon nicht betroffen seien, konnten der Aktie nicht helfen: Sie verlor sieben Prozent.

Angesichts des sich verschärfenden Tarifkonflikts im Bankgewerbe verzeichneten auch die Aktien von Deutscher und Commerzbank Verluste von jeweils rund drei Prozent.

T-Aktie legte erneut zu

Einer der wenigen Lichtblicke im DAX war erneut das Papier der Deutschen Telekom. Hier scheinen die anhaltenden Spekulationen über die mögliche Ablösung von Telekom-Chef Ron Sommer weiterhin für Phantasie zu sorgen. Rückenwind bekam Sommer jedoch durch die jüngsten Geschäftszahlen seines Unternehmens, die vorzeitig veröffentlicht wurden: Demnach hat die Telekom ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr gesteigert. Die Mobilfunksparte T-Mobil legte, bezogen auf das operative Ergebnis, das beste Halbjahr in der Unternehmensgeschichte hin, und die US-Tochter Voicestream konnte die Zahl ihrer Kunden kräftig steigern. Die T-Aktie gewann vier Prozent.

Im MDAX gaben die Aktien des Einzelhandelskonzerns KarstadtQuelle
erheblich nach. Die Aktie fiel um rund acht Prozent. Auf der Hauptversammlung konnte Konzernchef Wolfgang Urban - wie bereits im Mai - wegen der Konjunkturflaute keine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2002 abgeben.

Am Rentenmarkt stieg der REX um 0,21 Prozent auf 113,03 Punkte. Die Umlaufrendite wurde bei 4,72 (Mittwoch: 4,76) Prozent festgestellt.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

adidas-Salomon 77,60 (- 1,54)
Allianz 184,51 (- 2,52)
BASF 43,45 (- 1,05)
Bayer 31,00 (- 0,26)
HypoVereinsbank 30,61 (- 0,29)
BMW 41,26 (+ 0,36)
Commerzbank 14,16 (- 0,45)
DaimlerChrysler 44,50 (- 0,93)
Degussa 36,94 (+ 0,12)
Deutsche Bank 67,45 (- 1,85)
Deutsche Post 12,08 (- 0,02)
Deutsche Telekom 11,61 (+ 0,46)
E.ON AG 56,60 (+ 0,41)
EPCOS 27,58 (- 1,96)
Fresenius Med. Care 45,40 (- 2,70)
Henkel 71,00 (+ 0,77)
Infineon Techno 15,97 (+ 0,57)
Linde 50,90 (- 1,00)
Lufthansa 12,60 (- 0,90)
MAN 20,97 (- 0,18)
Metro 26,70 (- 1,44)
MLP 29,59 (- 0,16)
Münchener Rück 219,80 (- 10,20)
TUI AG 21,85 (- 1,66)
RWE 38,59 (- 0,26)
SAP 74,80 (- 12,20)
Schering 53,45 (- 4,18)
Siemens 56,70 (+ 0,20)
ThyssenKrupp 14,55 (- 0,08)
VW 42,91 (- 1,08)

Die Referenzkurse der Europäischen Zentralbank für einige Devisen. Ein Euro kostet:

0,9836 US-Dollar
115,43 japanische Yen
0,6379 britische Pfund

  • Datum 11.07.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2TeY
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