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Aktuell Deutschland

Sanierungsplan für Karstadt steht

Monatelang hat die Konzernführung der Kaufhauskette mit der Arbeitnehmerseite über ein Sanierungsprogramm verhandelt. Jetzt gibt es eine Einigung. 1400 Mitarbeitern soll gekündigt werden.

Nicht für alle, aber für viele der Karstadt-Beschäftigten ist die Einigung durchaus eine gute Nachricht: Der Betriebsrat hat nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit der angeschlagenen Warenhauskette die Zahl der geplanten Kündigungen deutlich verringern können. Vereinbart wurden zudem Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen. Deshalb habe sich die Zahl der zu erwartenden Entlassungen von ursprünglich 2750 auf 1400 quasi halbiert, berichtete der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt. Unter den gegebenen Umständen sei er "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis.

Karstadt setzt auf Freiwilligkeit

Das Unternehmen selbst wollte sich nicht zu konkreten Kündigungszahlen äußern, bestätigte aber den erzielten Kompromiss und sprach von einem "Durchbruch" beim Sanierungsprogramm, der mit Unterstützung einer Einigungsstelle erreicht worden sei. Für die verbleibenden Entlassungen habe sich Karstadt mit dem Gesamtbetriebsrat auf die Einrichtung einer Transfergesellschaft geeinigt, um von Kündigung betroffene Mitarbeiter bestmöglich weiter zu qualifizieren. Insgesamt setze Karstadt auf "Freiwilligkeit und Fluktuation" bei den Mitarbeitern, um die Einsparziele zu erreichen.

Umsätze weiterhin rückläufig

Das Karstadt-Management hatte nach der Übernahme des Traditionskonzerns durch den österreichischen Immobilien-Investor René Benko harte Einschnitte angekündigt. Das Aus für sechs Standorte hatte der Aufsichtsrat bereits beschlossen. Betroffen sind zwei klassische Warenhäuser in Hamburg-Billstedt und Stuttgart, die Filialen der auf junge Mode spezialisierten Kette "K-Town" in Köln und Göttingen sowie die Schnäppchenmärkte des Konzerns in Paderborn und Frankfurt/Oder. Außerdem sollen in den Filialen und in der Essener Zentrale zahlreiche Stellen abgebaut werden.

Der Einstieg Benkos hat am Grundproblem der Warenhauskette nichts geändert: Karstadt kämpft weiter mit sinkenden Umsätzen. Auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft blieben die Verkäufe deutlich unter dem Vorjahresniveau.

qu/rb ( rtr, dpa)