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Kultur

Sanierungskur für Dresdner Zwinger

Das Herzstück des Dresdner Zwingers, der Wallpavillon, wird einer umfangreichen Sanierung unterzogen. Neben der berühmten Frauenkirche ist das Barockensemble das Wahrzeichen der sächsischen Hauptstadt.

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Dresden - Barockjuwel an der Elbe

Bis Ende 2017 werden die umfangreichen Sanierungsarbeiten für den Wallpavillon (Bildmitte) andauern, kündigte der sächsische Finanzminister Georg Unland am Montag an. Das Bundesland Sachsen investiere in drei Bauabschnitten insgesamt 4,5 Millionen Euro. Schon seit 1991 wird das weltberühmte Barockensemble am Elbeufer in Abschnitten restauriert und in seiner kostbaren Bausubstanz grundsaniert. Dafür habe das Land bereits 63,2 Millionen Euro investiert, so der Minister. Aktuell ist ein kompletter Abbruch und Neuaufbau der Treppenanlagen des Wallpavillons notwendig, außerdem stehen Sanierungen des Dachs, der Technik und der Fassade an.

Figuren im Zwinger in Dresden

Zeugnisse europäischer Bildhauerkunst: die Putten und Figuren der Fassade

Mit der Restaurierung des zentralen Gebäudeteils wurde 2014 zuerst an den barocken Figuren und Skulpturen begonnen, die außen die Fassade zieren. Der Wallpavillon gilt als baulicher Höhepunkt des Zwingers. Matthäus Daniel Pöppelmann, kunstfertiger Baumeister in Dresden, hatte 1716 begonnen, diesen Trakt als Mittelpunkt der riesigen Anlage zu bauen. Ausgestattet mit üppiger Bildhauerkunst und filigranen Skulpturen ist er bis heute Blickfang für Touristen aus aller Welt.

Zeitzeugnisse aus vergangenen Epochen

Bei einem Baustellenrundgang am Montag wurden auch zwei Kupferschatullen aus den Jahren 1963 und 1925 geborgen, die historisch wertvolle Zeitkapseln enthielten. Darin enthalten waren Dokumente, ein Millionen-Geldschein aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise und Inflation und Briefmarken aus der Weimarer Republik. In der Kapsel von 1963 wurden Alu-Geldmünzen aus der DDR und Zeitdokumente gefunden.

Dresden Deutschland Skyline Panorama Nacht

Sightseeing für Touristen aus aller Welt: Dresden wird mit seiner historischen Stadtansicht auch "Elbflorenz" genannt

Interessant für die heutige Zeit ist vor allem eine Urkunde vom 29. April 1963. Damals war der Wunsch formuliert worden, "dass das Bauwerk nie wieder zerstört werde". Nach den Bombenangriffen der Allierten im Februar 1945 sei das Gebäudeensemble "in 18 Jahre langer Arbeit" wieder aufgebaut worden. Die DDR-Führung habe damals 12 Millionen DDR-Mark investiert, ist dort nachzulesen. Sachsens Finanzminister Unland kündigte jetzt an, dass auch diesmal eine neue Zeitkapsel für den 15. Juni 2015 eingemauert werde, die Tageszeitungen, Geldmünzen und Baupläne enthalte.

Tanzpalast für höfische Feste

Der Dresdner Zwinger wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von dem sächsischen Kurfürst August dem Starken für die höfische Feste und Bälle gebaut. 1710 ließ der Barockfürst einige hundert italienische Orangenbäume in der dortigen Orangerie pflanzen. Heute sind im Zwinger mehrere Museen untergebracht. 2017 werden die Pomeranzenbäume mit Hilfe von Baumpatenschaften wieder dorthin zurückkehren und neu angepflanzt.

hm/suc (dpa/dresden.de)

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