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Aktuell Amerika

"Sandy" überflutet Manhattan

Zahlreiche Tote, zerstörte Häuser, Milliardenschäden: Hurrikan "Sandy" ist mit gewaltiger Kraft auf die Ostküste der USA geprallt. Teile New Yorks lagen wegen eines Stromausfalls im Dunkeln.

New York bei Nacht ohne elektisches Licht (Foto: Reuters)

USA Hurrikan Sandy Ostküste New York Skyline Stromausfall

Heftiger Wind – und Wasser von allen Seiten: Der Wirbelsturm "Sandy" hat New York und anderen Teilen der US-Ostküste schwere Überschwemmungen gebracht: Beinahe viereinhalb Meter hoch war die Flutwelle, die den Süden Manhattans überspülte. Weite Teile des New Yorker Stadtteils liegen im Dunkeln. Das Wasser ströme von drei Seiten auf die Insel, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Wegen überschwemmter Tunnel können die U-Bahnen bis auf weiteres nicht fahren. Die Betreibergesellschaft spricht vom schwersten Notstand in ihrer über 100-jährigen Geschichte.

Bisher kamen in den USA mindestens 35 Menschen durch den Sturm ums Leben. Die meisten Opfer wurden von umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen getötet. Allen 17 Tote waren im Staat New York zu beklagen, zehn davon in der Metropole New York.

Wasser in einem U-Bahn-Tunnel (Foto: dapd)

Auch die U-Bahn-Tunnel wurden überschwemmt

Im Osten der USA hat der Sturm den Betrieb von mehreren Atomkraftwerken gestört: In der ältesten Anlage des Landes wurde wegen Hochwassers ein Alarm ausgerufen, in einem weiteren Kraftwerk wurde ein Reaktor abgeschaltet. Das Kraftwerk Oyster Creek im Staat New Jersey war bereits vor der Ankunft von "Sandy" zu Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. Nach offiziellen Angaben sind alle US-Atomkraftwerke weiterhin in einem sicheren Zustand.

Eine Stadt imDunkeln

In Manhattan sind mehr als eine viertel Million Stromkunden ohne Elektrizität. Ein "Kunde" kann dabei aber auch ein großes Apartmenthaus mit Dutzenden oder gar Hunderten Wohnungen sein. Ein Sprecher des Elektrizitätsversorgers machte Überflutungen und explodierende Transformatoren für den Stromausfall verantwortlich. In der Stadt lösten herabstürzende Stromleitungen zahlreiche Brände aus. Allein bei einem Großbrand im New Yorker Stadtteil Queens wurden annähernd 100 Häuser zerstört.

Eine Woche vor der Präsidentenwahl sagte Amtsinhaber Barack Obama Wahlkampfauftritte ab, um Hilfsaktionen der Bundesbehörden zu überwachen. Eigentlich wollte er am Mittwoch im wichtigen Bundesstaat Ohio um Wähler werben. Schon am Montag und Dienstag hatte er Wahlkampfauftritte wegen des Sturms abgesagt. In Umfragen liegen Obama und sein Herausforderer Mitt Romney Kopf an Kopf.

Video ansehen 02:15

Wind, Wasser und Feuer in New York

"Sandy" gilt als einer der schwersten Stürme in der Geschichte der USA. In den Küstenstädten brachten sich Hunderttausende Anwohner in Sicherheit. Tausende Geschäfte sind geschlossen. Busse und Bahnen stehen vielerorts schon seit Sonntagabend in den Depots, zahllose Flüge wurden gestrichen. Die Börsen an der Wall Street machten zum ersten Mal seit 27 Jahren wetterbedingt dicht und bleiben auch am Dienstag geschlossen. Zuletzt war der gesamte Handel nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestoppt worden.

Einmaliges Wetterphänomen

Die Wetterbehörde sagt ein lebensbedrohliches Anschwellen des Sturmes, Böen in Hurrikan-Stärke an der Küste und heftige Schneefälle in den Appalachen voraus. Neun Bundesstaaten riefen den Notstand aus. Insgesamt dürften rund 50 Millionen Amerikaner von dem Sturm betroffen sein. Der Sturm wird auch über die Großstädte Washington, Baltimore und Philadelphia fegen.

Meteorologen bezeichnen "Sandy" als einen sehr seltenen Super-Sturm, bei dem sich arktische Luftströme um den tropischen Wirbelsturm wickeln. Die Kombination dieser beiden Wetterphänomene ist schon gefährlich genug. Doch droht über dem Festland der Zusammenschluss mit einem dritten Sturm der sich aus dem kalten Norden von Kanada aus nähert. Dieser Monstersturm würde sich nur noch extrem langsam bewegen und damit länger über einer Region toben. Sintflutartige Regenfälle mit bis zu 30 Zentimetern Niederschlag wären die Folge. In den Höhenzügen kann bis zu einem Meter Schnee fallen. Vom Auge des Sturms bis zu seinen entferntesten Ausläufern liegen mehr als 800 Kilometer – dieses enorme Ausmaß macht "Sandy" so einzigartig.

mm/kle/rb/se (dapd, dpa, rtr, afp)

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