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Aktuell Amerika

San Francisco verbannt Nackte

San Francisco sagt den Nackedeis den Kampf an: Künftig dürfen sich Bewohner und Gäste der US-Metropole nicht mehr im Adamskostüm auf den Straßen zeigen. Der Stadtrat sprach ein Nacktheitsverbot aus.

Eine Demonstration von Nackten in San Francisco (Foto: Reuters)

San Francisco verbannt Nackte aus Öffentlichkeit

Mit knapper Mehrheit stimmte der Stadtrat der gewöhnlich liberalen US-Westküstenstadt einem Entwurf zu, wonach unbekleidetes Auftreten auf den meisten öffentlichen Plätzen verboten ist. Dazu zählen Straßen, Fußwege und der öffentliche Verkehr. Dort dürfe niemand mehr "seine oder ihre Genitalien, Damm- oder Analgegend" zur Schau stellen, heißt es in der neuen Regelung. Davon ausgenommen sind Strände sowie diverse Festivals und Paraden.

Beschwerden über nahezu tägliche Nacktheit

Ein Demonstrant hält ein Plakat gegen Stadtrat Wiener hoch (Foto: Reuters)

San Francisco verbannt Nackte aus Öffentlichkeit

Der homosexuelle Stadtverordnete Scott Wiener hatte sich für den Vorstoß stark gemacht, nachdem es immer wieder Beschwerden von Anwohnern und Geschäftsleuten über eine Gruppe von Männern gab, die nahezu täglich nackt in der Öffentlichkeit zu sehen waren. Demnach trugen sich die Vorfälle insbesondere im Stadtteil Castro zu, in dem viele Homosexuelle leben.

Die Initiative stieß aber auch auf erbitterten Widerstand: "Ich kann und werde nicht in diesen sauren Apfel beißen. Ich weigere mich, das Feigenblatt zu tragen", erklärte Stadtrat John Avalos. Darüber hinaus hatte eine Handvoll Nudisten vorige Woche Klage eingereicht. Mit einem Nacktheitsverbot würde die Stadt das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzten, sagte die Anwältin der Nudisten.

Bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe

Nach Wieners Vorschlag soll bei einem ersten Verstoß gegen das neue Gesetz eine Geldstrafe von mindestens 100 Dollar (rund 78 Euro) fällig werden. Bei wiederholten Verstoßen müssen hartnäckige Nudisten dann mit einem Bußgeld von bis zu 500 Dollar und einer Freiheitsstrafe von einem Jahr rechnen. Die Vorschrift soll im Februar 2013 in Kraft treten. Sie muss zuvor eine zweite Abstimmung durchlaufen und vom Bürgermeister unterzeichnet werden. Dass Bürgermeister Ed Lee die neue Regelung unterschreibt, gilt als sicher.

Die Stadt San Franciso im Bundestaat Kalifornien gilt als eine der liberalsten Städte der USA und der Welt. Der Stadtteil Castro spielte in der Homosexuellenrechtsbewegung der 1960er und 1970er Jahre eine zentrale Rolle.

GD/wl (dapd, dpa, afp)