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Kultur

Samuel P. Huntington gestorben

Der Politologe Samuel P. Huntington ist tot. Der Verfasser des Buches 'Kampf der Kulturen' starb bereits am 24. Dezember im Alter von 81 Jahren, teilte die Harvard-Universität auf ihrer Website mit.

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Huntington hatte jahrzehntelang als Professor an der renommierten Universität gelehrt. Der Politikwissenschaftler hatte mit seinem Buch "Kampf der Kulturen", das im Englischen den Titel "The Clash of Civilizations" trägt, international für großes Aufsehen gesorgt.

Überall auf der Welt stehen sich verschiedene Kulturkreise mit ganz unterschiedlichen Werten und Traditionen gegenüber. Deren Gegensätzlichkeit habe die Konflikte zwischen den Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts und Ideologien des 20. Jahrhunderts abgelöst und sei die Ursache für neue Kriege auf der Welt. So lautet, verkürzt, Huntingtons Hauptthese, die er in seinem berühmtesten Werk, das 1996 erschien, entwickelte.

Mit seinem Schlagwort vom Kampf der Kulturen sei ein griffiges und nachvollziehbares Erklärungsmuster für aktuelle Konflikte gefunden, sagen seine Befürworter. Er verkürzt komplexe Zusammenhänge unzulässig und hat nachhaltig zum Feindbild des Islam beigetragen. Zudem spreche er zu pauschal von “dem” Islam, sagen seine Kritiker.

Samuel Huntington wurde am 18. April 1927 in New York City geboren. Er promovierte an der Harvard-Universität in Cambridge wo er bis zu seinem Tode noch lehrte. Sein Buch vom Kampf der Kulturen wurde bisher in 32 Sprachen übersetzt. Mitte der 1970er Jahre gehörte er dem nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten an und beriet den demokratischen Präsidenten Jimmy Carter.