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Nachrichten

Samstag, 9. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

BERLIN: Die von US-Präsident George W. Bush eingeräumte Existenz geheimer CIA-Gefängnisse und der Umgang mit Terrorverdächtigen stößt in Deutschland weiter auf Kritik. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sagte der 'Passauer Neuen Presse', er habe nie einen Grund dafür gesehen, Terrorverdächtige, wie in Guantanamo, außerhalb der US-Rechtssprechung zu inhaftieren. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, sagte der 'Frankfurter Rundschau', er wolle wissen, wo die CIA-Gefängnisse seien und wer etwas davon gewusst habe. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer kritisierte, Bush habe die Welt jahrelang 'an der Nase herumgeführt'.

WASHINGTON: Der frühere irakische Staatschef Saddam Hussein hatte nach Erkenntissen des US-Senats niemals Verbindungen zum El Kaida- Terrornetzwerk von Osama bin Laden. Saddam Hussein sei gegenüber El Kaida misstrauisch gewesen und habe die islamistischen Extremisten als Bedrohung für seine Führung eingeschätzt, heißt es in dem Bericht des Senats. Außerdem stellen die Senatoren fest, dass die irakische Führung kein Atomprogramm und auch kein mobiles Labor zur Herstellung biologischer Waffen gehabt habe. Mit diesen Anschuldigungen hatte Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Irak gerechtfertigt.

BEIRUT: Ein Schiff mit 200 französischen Soldaten hat im Hafen von Beirut angelegt. Die Soldaten sollen im Süden des Libanons die UN-Friedenstruppe verstärken. Weitere französische Soldaten sollen in den kommenden Wochen im Libanon eintreffen, 250 weitere befinden sich bereits an Ort und Stelle. Zuvor hatte ein europäischer Marineverband unter der Führung Italiens mit der Überwachung der libanesischen Küste begonnen. Die Schiffe sollen den Waffenschmuggel für die Hisbollah verhindern. Nach französischen Angaben haben die Einheiten aber kein Mandat, die Durchfahrt von Schiffen mit Gewalt zu verhindern. Geplant ist, dass deutsche Marine-Einheiten die Beobachtung der Küste übernehmen.

HELSINKI: Die Finanzminister der Europäischen Union haben ihr zweitägiges Treffen fortgesetzt. In der finnischen Hauptstadt Helsinki will Bundesfinanzminister Peer Steinbrück seinen Kollegen die verbesserte deutsche Haushaltslage erläutern. Der luxemburgische Premier- und Finanzminister Jean-Claude Juncker hatte bereits zuvor angekündigt, das deutsche Defizit-Strafverfahren wegen der zu hohen Neuverschuldung stehe vor der baldigen Aussetzung. Steinbrück will im laufenden Jahr ein Defizit von 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Brüssel melden. Der Euro-Stabilitätspakt gewährt bis zu drei Prozent neue Schulden.

NEW YORK: Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hat die sudanesische Staatsführung nochmals gemahnt, internationale Friedenstruppen in die Unruheprovinz Darfur zu lassen. Andernfalls könnte die sudanesische Regierung für das zur Verantwortung gezogen werden, was mit der Bevölkerung in Darfur geschehe, sagte Annan. Nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissars Antonio Guterres werden dort noch immer tausende Menschen mit Gewalt vertrieben. Der Sudan lehnt die Entsendung einer UN-Truppe bislang ab. Zugleich läuft das Mandat einer 7.000 Mann starken Truppe der Afrikanischen Union Ende des Monats ab. Die Regierung des Sudan will dafür 10.000 eigene Soldaten nach Darfur zu schicken.

WARSCHAU: Eine Aufstockung der Zahl der Nato-Soldaten in Afghanistan bleibt weiter offen. Ein Sprecher der Allianz sagte nach einem Treffen von ranghohen Militärs aus 26 Nato-Staaten in Warschau, man sei sich grundsätzlich einig darüber, dass die Afghanistan- Schutztruppe Isaf aufgestockt werden müsse. Konkrete Beschlüsse gebe es aber noch nicht. Zuvor hatte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer gefordert, die Mitgliedstaaten müssten sich stärker im instabilen Süden Afghanistans engagieren. Dort töteten Isaf-Soldaten 20 mutmaßliche Taliban-Kämpfer. Am Freitag waren in Kabul bei einem Selbstmord-Anschlag der Taliban 16 Menschen getötet worden.

MADRID: Spanien und der Senegal wollen im Kampf gegen die illegale Einwanderung auf die Kanarischen Inseln besser zusammenarbeiten. Künftig sollten Bootsflüchtlinge aus dem Senegal auch mittels Luftüberwachung daran gehindert werden, von den Küsten des Landes nach Spanien zu gelangen, sagte der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba nach einem Treffen mit seinem senegalesischen Kollegen Ousmane Ngom. Die beiden Länder versuchen bereits mit gemeinsamen Bootspatrouillen, dem Strom der Einwanderer Herr zu werden. Dieses Jahr sind bereits 23.000 Afrikaner über den Atlantik auf die spanische Inselgruppe gelangt - vier Mal soviel wie im vergangenen Jahr.

MÜNCHEN: Papst Benedikt XVI. beginnt an diesem Samstag seinen zweiten Deutschlandbesuch. Ein Jahr nach dem Weltjugendtag in Köln will Joseph Ratzinger diesmal in seiner bayerischen Heimat Stationen seines Lebens und Wirkens besuchen. Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßen den Papst nach der Landung am Nachmittag auf dem Münchner Flughafen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bleibt sechs Tage in seiner Heimat. Benedikt will drei Gottesdienste halten, zu denen etwa eine halbe Million Menschen erwartet werden.

BERLIN: SPD-Chef Kurt Beck hat nach der Verschiebung der Gesundheitsreform Änderungswünschen aus seiner Partei eine Absage erteilt. Was mit der Union vereinbart sei, würde gelten, sagte Beck der 'Berliner Zeitung'. Es gehe jetzt darum, solide Arbeit bei der Gesetzgebung zu leisten.--Die Tageszeitung 'Die Welt' berichtet unterdessen, der Finanzbedarf der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2007 werde voraussichtlich um 0,74 Prozentpunkte steigen. Ein Grund dafür sei, dass die Ausgaben der Kassen wesentlich stärker steigen würden als die Einkommen ihrer Mitglieder.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Auflösung von Frühnebel meist sonnig. Nur im Norden und Osten noch Wolken. Höchstwerte 18 bis 24 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 09.09.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/96Bu
  • Datum 09.09.2006
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