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Nachrichten

Samstag, 9. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat dem Parlament eine neue Kabinettsliste zur Abstimmung vorgelegt. Sie umfasst 16 Namen und lässt neben dem Energieministerium ein weiteres Ressort vorerst unbesetzt. Als Außenminister schlägt der afghanische Staatschef den Abgeordneten des Unterhauses in Kabul seinen Sicherheitsberater Zalmay Rasul vor. Die neue Kabinettsliste war notwendig geworden, nachdem das Parlament vor einer Woche 17 von insgesamt 24 Personalvorschlägen Karsais zurückgewiesen hatte. Keiner der abgelehnten Kandidaten, unter diesen auch einflussreiche Kriegsherren des Landes, sind auf der neuen Liste noch zu finden. Nach Befragungen jedes einzelnen stimmen die Abgeordneten in geheimer Wahl über die Nominierten ab. Die Beratungen könnten eine Woche lang dauern.

WASHINGTON: Um den festgefahrenen Nahost-Friedensprozess wieder in Gang zu bringen, hat die US-Regierung einen Kurswechsel eingeleitet. In Washington stellte Außenministerin Hillary Clinton nach einem Gespräch mit ihrem jordanischen Kollegen Nasser Dschudeh den neuen Vorschlag vor. Demnach sollen Israel und die Palästinenser sofort über die beiden Hauptstreitpunkte sprechen: die Grenzen eines palästinensischen Staates und den Status von Jerusalem. Bisher sah die Verhandlungsstrategie der USA vor, diese Streitfragen auszuklammern und erst über einen Baustopp jüdischer Siedlungen und die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge zu beraten. Clinton und Dschudeh riefen die Konfliktparteien auf, sich so rasch wie möglich an einen Tisch zu setzen.

WASHINGTON: Mit milliardenschweren Investitionen in erneuerbare Energien will US-Präsident Barack Obama den krisengeschüttelten Arbeitsmarkt ankurbeln. Zum Aufbau von Stellen seien Steuererleichterungen in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien vorgesehen, sagte Obama. Weitere fünf Milliarden Dollar an privatem Kapital sollten hinzukommen. Damit könnten 17.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Wirtschaftskrise in den USA hat im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Arbeitsplätze vernichtet. Seit Rezessionsbeginn im Dezember 2007 fielen sogar rund 7,2 Millionen Jobs weg.

DETROIT: Im Prozess um den vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug hat der angeklagte Nigerianer vor einem Bundesgericht in Detroit auf nicht schuldig plädiert. Der 23-jährige Umar Farouk Abdulmutallab muss sich in sechs Punkten verantworten, darunter wegen Mordversuchs und versuchten Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe. Ihm droht lebenslange Haft. Er hatte am 25. Dezember vor der Landung des Flugzeugs in Detroit versucht, einen Sprengsatz zu zünden. Dabei erlitt er schwere Verbrennungen. An Bord waren fast 300 Menschen. Einige von ihnen überwältigten den Nigerianer. US-Präsident Barack Obama kritisierte den Attentatsversuch als schweres Versagen der Geheimdienste und übernahm eine Mitverantwortung für die Pannen im Sicherheitssystem.

LOS ANGELES: Angesichts des Milliardendefizits des US-Bundesstaates Kalifornien hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger den Haushaltsnotstand ausgerufen. Zugleich schlug der Republikaner "drakonische" Sparmaßnahmen vor, um den angehäuften Schuldenberg von 19,9 Milliarden Dollar abzubauen. Alle Staatsausgaben müssten überprüft werden, forderte Schwarzenegger, der sich in seinem letzten Amtsjahr befindet. Seine Sparpläne sehen unter anderem vor, die Gehälter für Beschäftigte im öffentlichen Dienst um fünf Prozent zu kürzen. Der bevölkerungsreichste amerikanische Bundesstaat leidet besonders stark unter der Immobilien- und Wirtschaftskrise. Wäre Kalifornien ein eigenständiger Staat, wäre er die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt.

RIAD: Bundesaußenminister Guido Westerwelle führt an diesem Samstag politische Gespräche in Saudi-Arabien. Dabei soll unter anderem der Friedensprozess im Nahen Osten, der Streit um das iranische Atomprogramm und die Entwicklung im Jemen zur Sprache kommen. Am Freitag hatte Westerwelle bei einem Besuch in der Türkei den Kurs des Landes in Richtung Europa gelobt. Es sei im Interesse Deutschlands, dass die Türkei sich weiter Richtung EU orientiere, sagte der Minister in Istanbul. In Deutschland lösten seine Äußerungen heftige Kritik beim Koalitionspartner CSU aus. Eine künftige EU-Vollmitgliedschaft der Türkei sei nicht möglich, erklärte Generalsekretär Alexander Dobrindt. Hier dürfe es keine Versprechen geben.

KIGALI: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat zum Auftakt seiner Afrika-Reise in Ruanda die Bemühungen des Landes gewürdigt, sich nach Möglichkeit schnell von fremder Hilfe zu lösen. Bei einem Treffen mit Präsident Paul Kagame machte er sich für eine Stärkung der Zivilgesellschaft und eine Bekämpfung der Korruption in dem ostafrikanischen Land stark. Das Ziel der deutschen Bemühungen sei es, Entwicklungshilfe auf Dauer überflüssig zu machen, erklärte Niebel. An diesem Samstag will Niebel im Osten der benachbarten Demokratischen Republik Kongo ein Flüchtlingslager in der Stadt Goma besuchen.

LUANDA: Bei einem Feuerüberfall auf die Fußball-Nationalmannschaft Togos ist in Angola ein Busfahrer getötet worden. Nach Angaben des togolesischen Fußballverbands wurden zwei Spieler und sieben Team-Mitglieder verletzt. Das Team war auf dem Weg zum Afrika-Cup in Angola. Das Turnier beginnt am Sonntag. Der Bus mit Spielern und Funktionären war kurz nach der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola unter Maschinengewehrfeuer geraten. Zu dem Anschlag bekannte sich die "Front für die Befreiung der Enklave Cabinda". In der ölreichen Provinz kommt es seit der Unabhängigkeit Angolas 1975 immer wieder zu bewaffneten Konflikten.

BERLIN: Das Wintertief "Daisy" sorgt mit Schneefällen, Sturm und Eisglätte auch in Deutschland für Verkehrsbehinderungen. Besonders betroffen ist die Autobahn A 5 an der deutsch-französischen Grenze im baden-württemberischen Neuenburg. Dort stauen sich mehr als 300 Lkw, nachdem die Autobahn auf französischer Seite wegen heftiger Schneefälle vorübergehend gesperrt wurde. In Baden- Württemberg und Bayern gab es zudem auf verschneiten Straßen hunderte Verkehrsunfälle. Auf dem Frankfurter Flughafen mussten bis zum Samstagmorgen fast 160 Flüge gestrichen werden. Darunter befänden sich sowohl Inlandsflüge als auch Flüge in andere europäische Länder und Interkontinentalflüge, sagte ein Flughafen-Sprecher. Die Lage sei aber weniger schlimm als befürchtet. Im Zugverkehr meldete die Deutsche Bahn lediglich kleinere Verspätungen.

BERLIN: Der Deutsche Städtetag hat die Tarifforderungen der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst als unbezahlbar zurückgewiesen und Konsequenzen in Form von Personalabbau angedroht. Wegen der dramatischen Haushaltslage vieler Kommunen sei die Forderung nach Lohnsteigerungen von insgesamt fünf Prozent nicht bezahlbar, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus dem "Handelsblatt". Viele Städte wären gezwungen, weiter Personal abzubauen und öffentliche Dienstleistungen zurückzufahren. Articus verwies auf sinkende Steuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Sozialausgaben, was viele Städte in immer höhere Verschuldung treibe. - Die Tarifverhandlungen für die knapp zwei Millionen Beschäftigten der Kommunen und des Bundes starten am kommenden Mittwoch in Potsdam.

ESSEN: Mit einem offiziellen Festakt und einem zweitägigen Kulturfest fällt an diesem Samstag in Essen der Startschuss für die Kulturhauptstadt Europas "RUHR.2010". Essen trägt den Titel stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet. Erwartet werden unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso. Unter dem Motto "Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel" will sich das Ruhrgebiet in diesem Jahr mit insgesamt 2.500 Einzelveranstaltungen als europäische Kulturmetropole präsentieren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist stark bewölkt mit Schneefällen. Bei Sturmböen kommt es vielerorts zu Schneeverwehungen. Höchstwerte minus sechs bis plus ein Grad.

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