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Nachrichten

Samstag, 9. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: Die Kämpfe in der abtrünnigen georgischen Region Südossetien gehen weiter. Die georgische Regierung berichtete von russischen Luftangriffen auf eine Militärbasis nahe der Hauptstadt Tiflis und auf die Hafenstadt Poti. Der dortige Hafen, der wichtig für den Erdöltransport ist, sei völlig zerstört worden. Nach russischen Angaben beschoss die georgische Artillerie erneut die südossetische Hauptstadt Zchinwali. Die georgische Offensive auf Südossetien am Freitag hat zum Eingreifen Russlands geführt, das inzwischen Panzer und zusätzliche Truppen in Marsch setzte. Nach Angaben des russischen Außenministeriums wurden bei den Kämpfen mindestens 1.500 Menschen getötet. Mehr als 30.000 Menschen sollen geflohen sein. Die internationale Gemeinschaft ermahnte Georgien und Russland, den Konflikt friedlich beizulegen. Eine zweite Sondersitzung des Weltsicherheitsrats ging ohne Beschluss zu Ende. Südossetien hat sich 1992 von Georgien abgespalten und wird von Russland unterstützt. Völkerrechtlich gehört das Gebiet weiter zu Georgien.

BERLIN: Im Konflikt um Südossetien hat der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, Georgien eine Verletzung des Völkerrechts vorgeworfen. Offenbar sei es der georgische Präsident Michail Saakaschwili, der den Streit um die abtrünnige Provinz militärisch lösen wolle, sagte Erler. Eine Verletzung des Völkerrechts liege deshalb vor, weil durch die Kämpfe der von internationalen Truppen überwachte Waffenstillstand von 1992 gebrochen worden sei. Der SPD-Politiker räumte aber ein, dass es zuvor Provokationen von georgischer wie von südossetischer Seite gegeben habe. Er äußerte zugleich Verständnis für das russische Vorgehen in Südossetien. Aus Moskauer Sicht seien die in dem Kaukasus-Gebiet stationierten russischen Friedenstruppen angegriffen worden, so Erler zur Begründung.

PEKING: Ein amerikanischer Tourist ist in Peking von einem chinesischen Angreifer getötet worden. Eine US-Touristin in seiner Begleitung und ihre chinesische Reiseführerin wurden verletzt. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Xinhua sprang der Täter anschließend von einem Turm in den Tod. - Auf dem streng bewachten Platz des Himmlischen Friedens in Peking wurden fünf ausländische Demonstranten, darunter ein Deutscher, festgenommen. Die fünf Tibet-Aktivisten hatten sich in tibetische Fahnen gehüllt auf den Platz gelegt. Die Organisation Free Tibet Campaign berichtet, die Polizei habe die Demonstranten zehn Minuten nach Beginn der Aktion abgeführt. Bereits zur Eröffnung der Olympischen Spiele am Freitag hatten Menschenrechtsgruppen in etlichen Ländern gegen die chinesische Tibet-Politik und Medienzensur protestiert.

PEKING: Bei den Oympischen Spielen sind die ersten Entscheidungen gefallen. Die Tschechin Katerina Emmons ist die erste Olympiasiegerin von Peking. Die 24-Jährige gewann die Goldmedaille im Luftgewehrschießen. Die erste Goldmedaille für das Gastgeberland China errang die Gewichtheberin Chen Xiexia in der Kategorie bis 48 Kilogramm. Insgesamt werden an diesem Samstag sieben Wettbewerbe ausgetragen. Am Freitag waren die 29. Sommerspiele mit einer farbenprächtigen Feier eröffnet worden. 15.000 Darsteller wirkten an der imposanten Choreografie mit, die 91.000 Zuschauer im Nationalstadion in Peking mitverfolgten. Danach zogen die Nationalteams aus den 204 teilnehmenden Ländern ein, so viele wie noch nie zuvor. Basketball-Profi Dirk Nowitzki führte die deutsche Mannschaft an. Die olympische Flamme entzündete Chinas bekanntester Turner Li Ning.

RAMALLAH: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat vier islamische Stiftungen im Westjordanland schließen lassen. Die Einrichtungen hätten Verbindungen zur radikal-islamischen Hamas, teilte ein Sprecher mit. Auch zwei Fotokopier-Läden, die regierungsfeindliche Schriften gedruckt hätten, seien geschlossen worden. Die Hamas hatte im vergangenen Jahr die Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Die rivalisierende Fatah-Organisation von Abbas kontrolliert weiter das Westjordanland.

MOGADISCHU: Die beiden von somalischen Piraten entführten Deutschen sind nach Angaben der Behörden in Freiheit. Wie ein Behördensprecher mitteilte, traf das Segler-Paar in der Hafenstadt Bosasso ein und wartet dort darauf, ausgeflogen zu werden. Stammesälteste ergänzten, dass für die Freilassung ein Lösegeld gezahlt worden sei. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte die Angaben bislang nicht bestätigen. Die Piraten hatten die beiden Deutschen im Juni vor der Küste des Jemen entführt und dann in den Norden Somalias gebracht.

SAARBRÜCKEN: Die Linken im Saarland sind zu einem Parteitag zusammengekommen, um den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2009 zu bestimmen. Einziger Kandidat bei dem Treffen in Neunkirchen ist der Bundesvorsitzende Oskar Lafontaine, der erneut Ministerpräsident des Saarlandes werden will. Er stand als SPD-Politiker bereits von 1985 bis 1998 an der Spitze des Bundeslandes. Lafontaine strebt eine Koalition der Linken mit den Sozialdemokraten an. Er hat aber bereits deutlich gemacht, dass er nur als Regierungschef nach Saarbrücken zurückkehren werde.

TOKIO: Mit einer Schweigeminute haben mehr als 5.000 Menschen im südjapanischen Nagasaki des Atombombenabwurfs auf die Stadt vor 63 Jahren gedacht. Bürgermeister Tomihisa Taue rief die Führer der Welt auf, auf Kernwaffen zu verzichten. Angesichts der atomaren Verwüstungen habe Japan die Pflicht, die Initiative zur Abschaffung nuklearer Waffen zu ergreifen. An der Gedenkveranstaltung nahm Regierungschef Yasuo Fukuda mit Vertretern von acht Staaten teil. Fukuda sagte zu, an den drei Prinzipien Japans festzuhalten, Atomwaffen weder zu produzieren noch zu besitzen oder ihre Stationierung zu erlauben. Beim Atombombenabwurf des US-Militärs auf Nagasaki am 9. August 1945 starben mehr als 70.000 Menschen. Es war die zweite Atombombe, die jemals im Krieg eingesetzt wurde.

HANOI: Bei schweren Überschwemmungen und Erdrutschen sind im Norden Vietnams mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 50 Menschen werden vermisst, wie die Behörden mitteilten. Am schwersten betroffen war demnach die Provinz Lao Cai. Angesichts weiterer Regenfälle wird befürchtet, dass die Opferzahl noch steigen wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt und trocken mit längeren sonnigen Abschnitten. Im Süden und Südosten Schauer. Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich zwischen 15 und 25 Grad.

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