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Nachrichten

Samstag, 8. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

CHICAGO: Der designierte US-Präsident Barack Obama hat umfangreiche Maßnahmen seiner Regierung zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise in Aussicht gestellt. Vorrangiges Ziel sei die Verabschiedung eines neuen staatlichen Konjunkturpaketes, sagte er in Chicago während der ersten Pressekonferenz nach seiner Wahl. Bereits im Frühjahr hatte die US-Regierung ein Hilfsprogramm von annähernd 200 Milliarden Dollar aufgelegt, das den Bürgern in Form von Steuerrückzahlungen zugute kam. Obama kündigte außerdem an, die Arbeitslosenhilfe auszubauen und Steuern für die Mittelklasse zu senken. Ein gesondertes Hilfspaket für die angeschlagenen Autobauer in den USA stehe ebenfalls auf seinem Programm.

BRÜSSEL: Die Europäische Union drückt bei der Reform des internationalen Finanzsystems aufs Tempo: Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsstaaten beschlossen, einhundert Tage nach dem ersten Welt-Finanzgipfel am 15. November in Washington ein zweites Spitzentreffen einzuberufen. Dieses, so verlautete in Brüssel, solle die Eckpunkte für eine neue Finanzordnung festlegen und fände nur rund einen Monat nach der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Barack Obama am 20. Januar statt. Inhaltlich will die EU auf eine verstärkte Finanzmarktaufsicht durch den Internationalen Währungsfonds, mehr Verantwortlichkeit und Transparenz sowie eine bessere Risikovorsorge drängen. Darüber hinaus wird eine internationale Strategie zur Stützung der einbrechenden Konjunktur angestrebt.

WIESBADEN: Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti will an diesem Samstag bekanntgeben, ob sie bei der vorgezogenen Landtagswahl im Januar erneut als Spitzenkandidatin ihrer Partei antreten wird. Berichte, sie habe sich bereits dagegen entschieden, dementierte die SPD bislang. Ypsilanti war Anfang der Woche mit der Bildung einer von der Linkspartei tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung gescheitert. Vier SPD-Abgeordnete wollten sie nicht zur Ministerpräsidentin wählen. Falls Ypsilanti verzichten sollte, gilt der stellvertretende Landesparteichef Manfred Schaub als aussichtsreicher Kandidat.

GORLEBEN: Ein neuer Atommüll-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ist auf dem Weg in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben. Der Güterzug mit elf Behältern wird an diesem Sonnabend in Deutschland erwartet. Am Sonntag sollen die radioaktiven Abfälle in Dannenberg auf Straßentieflader umgeladen werden. In Niedersachsen kam es bereits zu ersten Protestaktionen von Atomkraftgegnern. Vier Personen wurden vorübergehend festgenommen. Kernkraftgegner haben zu einer Demonstration in Gorleben aufgerufen. Dazu werden mehrere tausend Menschen erwartet. Rund 16.000 Polizisten sind zur Sicherung des Transports im Einsatz.

NAIROBI: Die Teilnehmer eines Kongo-Krisengipfels haben die Konfliktparteien des Landes zum sofortigen Waffenstillstand aufgefordert. Zudem müsse ein Korridor für die Flüchtlingshilfe geschaffen werden, hieß es in der Abschlusserklärung des Treffens in Nairobi. An diesem hatten unter anderen Kongos Präsident Joseph Kabila, sein ruandischer Kollege Paul Kagame sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teilgenommen. Ungeachtet ihrer Verhandlungsbemühungen dauern die blutigen Kämpfe zwischen Rebellen des desertierten Tutsi-Generals Laurent Nkunda und kongolesischen Regierungstruppen nördlich der Provinzhauptstadt Goma an. Erneut flüchteten tausende Menschen.

BANGKOK: Der frühere thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra ist in Großbritannien nicht mehr erwünscht. Nach Angaben des thailändischen Außenministeriums wurden die Visa für den Ex-Premier und seine Frau widerrufen. Das thäiländische Militär hatte Thaksin vor zwei Jahren nach monatelangen Unruhen und Korruptionsvorwürfen gestürzt. Er ging daraufhin nach London ins Exil, kehrte aber Anfang des Jahres in seine Heimat zurück. Als sich seine Verurteilung wegen Korruption abzeichnete, verließ er Thailand wieder. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, seine Auslieferung zu beantragen. Derzeit soll er in China sein.

WELLINGTON: Bei der Parlamentswahl in Neuseeland zeichnet sich ein Sieg der konservativen Opposition ab. Nach Auszählung der Hälfte der Stimmen lag die Nationale Partei mit ihrem Spitzenkandidaten John Key mit rund 47 Prozent in Führung. Die seit neun Jahren regierende Arbeitspartei um Regierungschefin Helen Clark kam auf 33 Prozent.

GAZA-STADT: Ein Boot mit pro-palästinensischen Aktivisten hat erneut die israelische Seeblockade des Gazastreifens durchbrochen. Unter den Passagieren waren auch Politiker aus Großbritannien, Irland, Italien und der Schweiz. Ihr Boot legte im Hafen von Gaza-Stadt an und brachte Medikamente und medizinische Geräte. Es war die dritte derartige Protestaktion gegen die Blockade seit August. Der Gaza-Streifen ist nahezu von der Außenwelt abgeschnitten, seitdem die radikal-islamische Hamas im Juni 2007 dort gewaltsam die Macht übernahm.

PORT-AU-PRINCE: Mindestens 50 Menschen -darunter zahlreiche Kinder- sind beim Einsturz eines Schulgebäudes in Haiti ums Leben gekommen. Mehr als 80 Personen wurden verletzt, zahlreiche werden vermisst. Das dreistöckige Gebäude in Port-au-Prince war während des Unterrichts zusammengebrochen und hatte benachbarte Wohnhäuser mit eingerissen. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Schule aufhielten, ist nicht bekannt.

MIAMI: In der Karibik hat der Wirbelsturm 'Paloma' an Stärke zugenommen. Der Hurrikan der Stufe 3 fege mit Windgeschwindigkeiten von rund 185 Stundenkilometern über die Kaiman-Inseln hinweg, teilte das US-Beobachtungszentrum in Miami mit. Die Inseln mit rund 50.000 Einwohnern sind britisches Übersee-Territorium und beliebtes Reiseziel von Touristen. Am Samstagabend wird 'Paloma' in Kuba erwartet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Westhälfte überwiegend freundlich und trocken. Im Osten längere Zeit neblig-trüb, örtlich etwas Regen. Höchstwerte acht bis 13 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 6 Grad, neblig
Berlin: 9 Grad, bedeckt
Dresden: 9 Grad, dunstig
Köln/Bonn: 9 Grad, leicht bewölkt
Frankfurt am Main: 8 Grad, dunstig
München: 7 Grad, bedeckt

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