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Nachrichten

Samstag, 7. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat Nordkorea eindringlich vor einem Atomwaffentest gewarnt. Sollte das Land seine Pläne dennoch vorantreiben, werde dies Konsequenzen haben, betonte der derzeitige Ratspräsident, der japanische UN-Botschafter Kenzo Oshima. In einer zuvor einstimmig verabschiedeten Erklärung wird ein möglicher Nukleartest als Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit in der Region und in der Welt bezeichnet. Zugleich wurde die Regierung in Pjöngjang aufgefordert, unverzüglich zu den Sechs-Länder-Gesprächen über einen Stopp ihres Atomwaffenprogramms zurückzukehren. Diese Verhandlungen boykottiert die kommunistische Führung Nordkoreas seit einem Jahr. An den Gesprächen sind neben den beiden koreanischen Staaten Russland, China, Japan und die USA beteiligt.

JAKARTA: Mehrere hundert illegal gelegte Waldbrände auf Borneo und Sumatra hüllen weite Teile von Indonesien, Malaysia und Singapur in Dunst und Rauch. Wegen der schlechten Luft wurden Schulen geschlossen, die Bewohner der betroffenen Regionen bekamen Atemschutzmasken. Die Flughäfen strichen etliche Verbindungen.Nach Angaben der Feuerwehr können die außer Kontrolle geratenen Brände erst durch den Monsunregen, der im November einsetzen dürfte, gelöscht werden. Die Brände werden alljährlich von Bauern gelegt, um auf billige Weise Land für Plantagen zu roden.

WASHINGTON: Im Prozess um die Ermordung eines irakischen Zivilisten ist ein US-Soldat wegen Beihilfe zu zehn Jahren Gefängis verurteilt worden. Die Strafe wurde allerdings umgehend auf zwölf Monate reduziert, da sich der 21-Jährige bereit erklärte, umfassend gegen die sieben Mitangeklagten auszusagen. Der Hauptgefreite schilderte vor dem Militärgericht in Kalifornien, wie eine US-Patrouille im April nördlich von Bagdad einen 52 Jahre alten Iraker aus seinem Haus holte und später erschoss. Als Grund für das Verbrechen nannte der Verurteilte wachsende Frustration der Marineinfanteristen wegen der vergeblichen Suche nach einem Aufständischen.

LONDON: Im Atomkonflikt mit dem Iran haben die Außenminister der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands entschieden, Beratungen über Wirtschaftssanktionen aufzunehmen. Ungeachtet dessen bleibe die Tür für Verhandlungen mit der Regierung in Teheran offen, sagte die britische Außenministerin Margaret Beckett nach dem Sechser-Treffen in London. Die Weltgemeinschaft sei sehr enttäuscht, dass der Iran nicht zu einer Aussetzung seiner umstrittenen Uran-Anreicherung bereit sei. Nach den Worten ihres deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier geht es nun darum, einen Resolutionsentwurf für den Weltsicherheitsrat vorzubereiten. Die Minister hatten sich vom EU-Außenbeauftragten Javier Solana über dessen Gespräche mit Irans Atomunterhändler Ali Laridschani unterrichten lassen.

RIGA: In Lettland wird zum ersten Mal seit dem Beitritt des Landes zur Europäischen Union und zur NATO ein neues Parlament gewählt. Nach letzten Umfragen wird erwartet, dass die pro-europäische Minderheitsregierung im Amt bestätigt wird. Die Bevölkerung sehe in der Regierung unter Ministerpräsident Aigars Kalwitis eine Gewähr für weiteres wirtschaftliches Wachstum, heißt es. Wahlberechtigt sind rund 1,4 Millionen Letten.

BUDAPEST: Bei einer Massenkundgebung vor dem Parlamentsgebäude in der ungarischen Hauptstadt haben rund 100.000 Menschen den Rücktritt von Regierungschef Ferenc Gyurcsany gefordert. Die Proteste richten sich weiterhin gegen die so genannte Lügenaffäre, für die der sozialistische Regierungschef sich inzwischen entschuldigte. Er räumte ein, die Wähler zu lange über die ungarische Wirtschaftskrise und die wahre Lage der Staatsfinanzen im Unklaren gelassen zu haben. Seine Regierung habe die Menschen aber nicht vorsätzlich getäuscht. Ungeachtet der Proteste sprach das Parlament in Budapest mit der Mehrheit der regierenden Sozialisten und Liberalen dem Ministerpräsidenten das Vertrauen aus.

BERLIN: Verbraucherminister Horst Seehofer hat den Kompromiss zur Gesundheitsreform gelobt. Das sei die erste Gesundheitsreform der letzten 25 Jahre, die nicht die Kranken treffe, sondern alle Versicherten, sagte der frühere Gesundheitsminister dem Magazin 'Focus'. Dagegen forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Neustart der Reform. DGB-Chef Michael Sommer sagte der 'Bild am Sonntag', er befürchte, die Kosten der Reform müssten vor allem die kleinen Leuten tragen.-- SPD-Vizekanzler Franz Müntefering und weitere führende Politiker der großen Koalition bekräftigten, die Reform werde wie vereinbart umgesetzt. Das Bundeskabinett soll am 25. Oktober den Gesetzentwurf billigen.


BERLIN: SPD-Fraktionschef Peter Struck befürchtet bei den geplanten Reformen in der Steuer- und Arbeitsmarktpolitik neue Konflikte mit den Unions-Ministerpräsidenten. In der 'Welt am Sonntag' sagte Struck Bundeskanzlerin Angela Merkel deshalb einen schweren Weg voraus. Schwierig könne es etwa bei der Unternehmenssteuerreform werden. Da seien die Länder unmittelbar betroffen, weil es um Steuereinnahmen gehe, so Struck.

BERLIN: Nach dem Energiekonzern RWE will auch der Konkurrent Vattenfall Europe seine Atomkraftwerke in Deutschland länger nutzen. Vor dem für Montag angesetzten Energiegipfel der Bundesregierung sagte Vattenfall-Vorstand Klaus Rauscher, ein längerer Betrieb der Kernkraftwerke könne mittelfristig die Strompreise dämpfen. Umweltminister Sigmar Gabriel warnte die Stromkonzerne vor politischer Erpressung. Die Stromwirtschaft wolle das Thema Atomkraft auf die Tagesordnung setzen, um von eigenen Verpflichtungen abzulenken, kritisierte der Umweltminister.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, regnerisch. Im Tagesverlauf vom Rhein her Wetterbesserung. Höchstwerte 12 bis 17 Grad.

Am Morgen meldeten:

Berlin und Dresden: 14 Grad, nach Regen;
Hamburg: 14 Grad, Nieselregen;
Köln/Bonn: 14 Grad, Regen;
Frankfurt am Main: 13 Grad, wolkig und
München: 12 Grad, etwas Regen.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 07.10.2006
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  • Datum 07.10.2006
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