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Nachrichten

Samstag, 7. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den von einem deutschen Oberst angeordneten tödlichen Luftangriff in Afghanistan als angemessen bezeichnet. Nach dem Studium des NATO-Berichts zu dem Angriff auf zwei Tanklastwagen bei Kundus teile er damit die Einschätzung von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan, sagte zu Guttenberg. Zugleich räumte er ein, dass der NATO-Bericht Verfahrensfehler in der Bundeswehr festgestellt habe. Nach den Worten des FDP-Politikers Jörg van Essen will die Bundesregierung in Potsdam rasch eine zentrale Gerichtsbarkeit für Bundeswehrsoldaten aufbauen. Die Soldaten erwarteten zu Recht, dass Richter und Staatsanwälte über Spezialwissen verfügten, sagte er der “Neuen Osnabrücker Zeitung“.

KABUL: Die Führung in Afghanistan hat Vorwürfe des Westens gegen Präsident Hamid Karsai zurückgewiesen, dieser unternehme nicht genug gegen die Korruption. Diese Vorhaltungen verletzten die Souveränität des Landes und widersprächen den anerkannten internationalen Normen, verlautete vom Außenministerium in Kabul. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem US-Präsident Barack Obama, der britische Regierungschef Gordon Brown und zuletzt auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von Karsai verlangt, härter gegen Vetternwirtschaft vorzugehen. Nach Einschätzung der Organisation "Transparency International" gehört Afghanistan weltweit zu den fünf Ländern mit den größten Korruptionsproblemen. Auch Präsident Karsai hatte dies zum Beginn seiner zweiten Amtszeit eingestanden.

TORONTO: Kanada bereitet den Abzug seiner Truppen aus Afghanistan vor. Die Soldaten sollen das Land einem Parlamentsbeschluss zufolge bis Ende 2011 verlassen haben. Eine Militärsprecherin sagte, der Generalstabschef habe den Beginn des Abzugs von 2.800 Soldaten aus dem Süden Afghanistans angeordnet.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission will Pläne von Bundesregierung und Ländern verhindern, Staatshilfe für General Motors und Opel nur beim Erhalt aller deutschen Werke zu gewähren. Der Sprecher der zuständigen EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte der "Berliner Zeitung", es bestehe kein Zweifel daran, dass Staatshilfe, die an die Bedingung des Arbeitsplatzerhalts in Deutschland geknüpft werde, von der Kommission nicht akzeptiert werde. Indessen bekräftigte der hessische Ministerpräsident Roland Koch nochmals, er werde mögliche längerfristige Staatshilfen für den Opel-Mutterkonzern General Motors an weitreichende Bedingungen knüpfen. - Allein im Opel-Stammwerk im hessischen Rüsselsheim sind mehr als 15.000 Menschen beschäftigt, insgesamt hat Opel rund 25.000 Mitarbeiter in Deutschland.

NEW YORK: Die Pleitewelle bei US-Banken ebbt nicht ab. Die staatliche Einlagensicherung bestätigte jetzt die Schließung von fünf Regionalbanken in mehreren Bundesstaaten. Die United Commercial Bank in San Francisco mit Gesamtaktiva in Höhe von gut 11 Milliarden Dollar war dabei die größte Insolvenz. Die anderen betroffenen Geldinstitute waren wesentlich kleiner. Bislang mussten in diesem Jahr in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise 120 US-Kreditinstitute aufgeben. Ein Ende des Bankensterbens ist nicht abzusehen.

ST. ANDREWS: Die führenden Wirtschaftsnationen ringen weiter um ein Klimaschutzpaket. Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer beraten seit Freitag im schottischen St. Andrews unter anderem über die Finanzierung weltweiter Maßnahmen zum Klimaschutz. Anwesende Diplomaten konnten bislang über keine erkennbaren Fortschritte berichten.

ADDIS ABEBA: Die Konfliktparteien in Madagaskar haben ein Abkommen zur Beilegung der Staatskrise in dem Inselstaat im Indischen Ozean unterzeichnet. Nach Angaben der Vereinten Nationen einigten sich die Beteiligten dabei in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba auf Details einer Übergangsregierung der nationalen Einheit. Dieser sollen Vertreter aller wichtigen politischen Gruppierungen angehören. Danach wird Interimspräsident Andry Rajoelina bis zu der Ende 2010 geplanten Wahl im Amt bleiben. Er erhält allerdings zwei Vize-Präsidenten zur Seite gestellt, die aus dem Lager des im März gestürzten Präsidenten Marc Ravalomanana stammen. Rajoelina hatte Ravalomanana Mitte März mit Hilfe der Armee entmachtet und sich selbst zum Übergangspräsidenten ausrufen lassen.

BEIRUT: Im Libanon deutet sich ein Ende der politischen Krise an. Fünf Monate nach der Parlamentswahl hat die schiitische Hisbollah nach eigenen Angaben der Bildung einer neuen Regierung der nationalen Einheit zugestimmt. Ähnliches gelte auch für andere Oppositionsparteien, verlautete nach langen und zähen Verhandlungen in Beirut. Der Libanon wartet seit Anfang Juni auf ein neues Kabinett. Aus der Wahl war das pro-westliche Lager um Saad Hariri als Sieger hervorgegangen. Seitdem bemühte sich der Sohn des ermordeten Oppositionsführers Rafik Hariri vergeblich um eine Regierung.

ORLANDO: In den USA löst ein weiterer Amoklauf Betroffenheit aus. In Florida hat ein Mann offenbar aus Wut über seine mehr als zwei Jahre zurückliegende Entlassung in seiner Exfirma um sich geschossen. Nach Angaben der Polizei in Orlando wurde ein Mensch getötet, fünf weitere sind verletzt. Der 40-jährige Täter konnte nach kurzer Flucht festgenommen werden. Die Schießerei erfolgte nur einen Tag nach dem blutigen Amoklauf auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Dort hatte ein Militärpsychiater aus noch ungeklärten Motiven 13 Menschen erschossen und 30 weitere verletzt. Die Armee will nun auf allen amerikanischen Stützpunkten die Sicherheitsvorkehrungen verbessern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung im Osten und Südosten freundlich, im Westen Deutschlands dagegen stark bewölkt und regnerisch. Höchstwerte zwischen fünf und elf Grad.

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