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Nachrichten

Samstag, 7. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ST. PETERSBURG: Russland will nach den Worten seines neuen Präsidenten Dmitri Medwedew auf den internationalen Finanzmärkten eine wichtigere Rolle spielen. Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sagte er, Moskau solle zu einem weltweit bedeutenden Finanzzentrum ausgebaut und der Rubel zu einer führenden regionalen Ersatzwährung gemacht werden. Den USA warf Medwedew vor, Ursache für die weltweite Finanzkrise zu sein. Es gebe einen großen Unterschied zwischen der führenden Rolle, die die USA im globalen Wirtschaftssystem spielten, und den eigentlichen Fähigkeiten dazu. Russland könne wegen seines seit zehn Jahren stetig steigenden Wirtschaftswachstums zur Beruhigung der Lage beitragen.

TOKIO: In der japanischen Stadt Aomori beraten die Energieminister der USA und der vier größten asiatischen Staaten über eine gemeinsame Reaktion auf die steigenden Ölpreise. Japans Energieminister Akira Amari sagte, diese bedrohten die Weltwirtschaft. Es sei wichtig, dass die fünf Staaten, die die Hälfte des Energie-Weltbedarfs verbrauchten, ihre Aktionsbereitschaft deutlich machten. Die Ölpreise hatten am Freitag die Marke von 139 Dollar je Fass überschritten, was die Börsenkurse auf Talfahrt schickte. Als Gründe wurden die neuen schlechten Arbeitsmarktzahlen aus den USA sowie die Warnung von Israels Vizepremier Schaul Mofaz gesehen, Israel werde den Iran angreifen, wenn dieser sein Atomprogramm fortsetze. Am Sonntag kommen in Aomori dann die Energieminister der G8-Staaten zusammen.

ANKARA: Die regierende islamisch-konservative AKP-Partei des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat das Urteil des Verfassungsgerichts im Kopftuchstreit als undemokratisch kritisiert. Nach einer sechsstündigen Parteisitzung sagte AKP-Vizepräsident Dengir Mir Mehmet Firat, die Richter hätten gegen die Gewaltenteilung verstoßen, weil sie einen mehrheitlichen Parlamentsbeschluss für verfassungswidrig erklärt hätten. Normalerweise seien nur Verfahrensfragen zu prüfen und nicht der Inhalt eines Gesetzes. Im Februar hatte das von der AKP dominierte Parlament Studentinnen das Tragen eines Kopftuches an Universitäten erlaubt. Es gilt als Symbol für islamischen Konservatismus. Das Verfassungsgericht hatte den Beschluss am Donnerstag annulliert.

HARARE: In Simbabwe hält der Druck auf die Opposition knapp drei Wochen vor der Präsidenten-Stichwahl an. Ein neu gewählter Parlamentarier, der zur oppositionellen MDC-Partei von Morgan Tsvangirai gehört, wurde nach Angaben eines Parteisprechers abgeführt. Er war erst vor kurzem aus fünftägigem Arrest freigekommen, wo er wegen angeblicher Anstachelung zur Gewalt einsaß. Am Freitag war Oppositionschef Tsvangirai innerhalb einer Woche das zweite Mal von Polizisten vorübergehend festgenommen worden, als er auf einer Wahlkampftour im Süden des Landes unterwegs war. Tsvangirai stellt sich am 27. Juni Präsident Robert Mugabe in einer Stichwahl.

BERLIN: Die Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung könnten einer Studie zufolge in den nächsten zwölf Jahren für Hunderttausende neue Jobs sorgen. Vier Forschungsinstitute haben im Auftrag des Bundesumweltministeriums die wirtschaftlichen Folgen des Klimaschutzes analysiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2020 bis zu 500.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Studie berichtet. Bis zu dem Zeitpunkt will die Bundesregierung den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen um 40 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 senken. Das soll unter anderem durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Sanierung von Häusern gelingen. Nach Ansicht der Experten könnten deutsche Unternehmen zudem ihre Wettbewerbsvorteile bei Umweltgütern stärken.

LUXEMBURG: Die 27 EU-Staaten haben sich auf die Grundzüge einer Reform des Energiemarktes in der Gemeinschaft geeinigt. Zu der von der EU-Kommission geforderten Zerschlagung der großen Energiekonzerne wird es nicht kommen. Damit konnten Deutschland, Frankreich und sechs weitere Länder bei den Verhandlungen in Luxemburg ihr wichtigstes Anliegen durchsetzen. Nach dem Vorschlag der Kommission wären die Konzerne gezwungen gewesen, ihre Strom- und Gas-Netze zu verkaufen, um den Wettbewerb auf dem Energiemarkt anzukurbeln. Nach dem jetzt erzielten Kompromiss können die Netze bei den Konzernen bleiben, wenn diese bestimmte Auflagen erfüllen.

BERLIN: Mit Musik, Videoclips und Mitmachportalen versuchen Neo-Nazis zunehmend, im Internet gezielt Jugendliche anzuwerben. Das Angebot an deutschsprachiger, rechtsextremer Propaganda im Internet habe 2007 einen Höchststand erreicht, teilte der Projektleiter einer Arbeitsgruppe der Bundesländer, Stefan Glaser, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin mit. Er wies darauf hin, viele rechtsextremistische Seiten seien auf den ersten Blick nicht mehr als solche zu erkennen, da dort keine Nazi-Logos verwendet würden. - Die Gewerkschaft der Polizei warnte vor weiter zunehmenden Aktivitäten von Rechtsradikalen im Internet und forderte eine bessere technische und personelle Ausstattung der Sicherheitsdienste.

PEKING: In dem chinesischen Erdbebengebiet von Sichuan ist damit begonnen worden, das Wasser aus dem aufgestauten Tangjiaschan-See kontrolliert abzulassen. In den vergangenen Wochen war dafür ein Kanal gebaut worden. Der See, einer von insgesamt 35, hatte sich gebildet, nachdem Erdrutsche mehrere Flüsse aufgestaut hatten. Die Behörden hoffen, dass nun eine drohende Überflutung von Teilen der Stadt Mianyang, abgewendet werden kann. Bei dem Beben vom 12. Mai kamen nach letzten offiziellen Zahlen mehr als 69.000 Menschen ums Leben, fast 18.000 werden noch vermisst.

ZUM SPORT: Die Fußball-Europameisterschaft beginnt heute mit dem Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien in Basel. Anschließend spielt in Genf Portugal gegen die Türkei. Bis zum Finale am 29. Juni finden in Österreich und der Schweiz insgesamt 31 Partien statt. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft in ihrem Auftaktspiel am Sonntag in Klagenfurt auf Polen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten meist freundlich und trocken. Sonst wolkig mit Aufheiterungen, im äußersten Süden stark bewölkt und zeitweise Regen. Tageshöchstwerte 16 bis 28 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 18 stark bewölkt;

Berlin: 21 Grad, wolkig;

Dresden: 19 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: 15 Grad, dunstig;

Frankfurt am Main: 17 Grad, dunstig und

München: 13 Grad, leichter Regen.

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