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Nachrichten

Samstag, 6. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

AVIGNON: Mit Beratungen über die Folgen der Georgien-Krise für die Europäische Union setzen die EU-Außenminister ihr zweitägiges Treffen im südfranzösischen Avignon fort. Die Diskussion war am Freitag verschoben worden, damit auch der türkische Außenminister Ali Babacan teilnehmen kann. Bei den Beratungen geht es um die Entsendung von EU-Beobachtern nach Georgien und um die künftigen Beziehungen zu Moskau. Zur Diskussion stehen Pläne, rund 200 zivile Beobachter nach Georgien zu schicken, die die Umsetzung des EU-Friedensplans verfolgen sollen. Am Vortag hatten die EU-Minister über das Verhältnis zu den USA und die Rolle Europas in der Weltpolitik gesprochen. Sie vereinbarten, nach der Präsidentenwahl in den USA am 4. November der Regierung in Washington eine neue Agenda der transatlantischen Politik anzubieten.

ISLAMABAD: In Pakistan wird ein neuer Staatspräsident gewählt. Die Abgeordneten der beiden Parlamentskammern und der vier Provinzversammlungen stimmen geheim über einen Nachfolger für den im August zurückgetretenen Präsidenten Pervez Musharraf ab. Als Favorit gilt der amtierende Chef der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP), Asif Ali Zardari. Für einen Erfolg benötigt der Witwer der ermordeten früheren Regierungschefin Benazir Bhutto die einfache Mehrheit der Stimmen. Neben Zardari bewerben sich noch zwei Kandidaten der Opposition um das Amt des Staatsoberhauptes.

ISLAMABAD: Eine Autobombe hat im Nordwesten Pakistans mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Etwa 40 weitere seien verletzt worden, sagten Polizisten und Krankenhausmitarbeiter. Die Bombe explodierte neben einer Polizeiwache in Peshawar, der Hauptstadt der unruhigen pakistanischen Nordwest-Grenzprovinz. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Allerdings haben mit dem Terror-Netzwerk Al-Kaida in Verbindung stehende Extremisten in den vergangenen Monaten zahlreiche Bombenanschläge auf die Sicherheitskräfte verübt.

TRIPOLIS: Mit einem Treffen von Außenministerin Condoleezza Rice und Revolutionsführer Muammar al Gaddafi haben die USA und Libyen eine historische Wende in ihren schwierigen Beziehungen vollzogen. Gaddafi empfing Rice in seinem vor 22 Jahren von US-Kampfflugzeugen bombardierten Amtssitz. Die bilateralen Beziehungen hätten sich seit Jahren in eine gute Richtung entwickelt, sagte Rice. Das Treffen markiere eine neue Phase. Gaddafi habe mit seiner Abkehr von Terror und Massenvernichtungswaffen den Weg für die Rückkehr in die internationale Gemeinschaft geebnet. Die US-Außenministerin reiste inzwischen weiter nach Tunesien, wo Gespräche über ein Handelsabkommen auf dem Programm stehen.

LUANDA: In der Hauptstadt des westafrikanischen Angola ist die Parlamentswahl wegen logistischer Probleme um einen Tag verlängert worden. In allen Wahllokalen, die am Freitag erst verspätet öffnen konnten, erhalten die Wähler damit auch an diesem Samstag die Möglichkeit zur Stimmabgabe. Nach Angaben der Wahlkommission sind davon 320 Wahlbüros betroffen. Zahlreiche Wahllokale in der Hauptstadt hatten am Freitag nicht rechtzeitig die benötigten Unterlagen erhalten und erst verspätet öffnen können. Die Chefin einer EU-Delegation, Luisa Morgantini, sprach von einem "Desaster". Die Wahl ist die erste in Angola seit 16 Jahren. Beobachter erwarten einen Sieg der regierenden MPLA, die seit mehr als 30 Jahren an der Macht ist. Der ehemaligen Rebellengruppe Unita werden dagegen nur geringe Chancen auf einen Wahlerfolg eingeräumt. Mit einem Ergebnis wird frühestens in einer Woche gerechnet.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt nach der Bundestagswahl 2009 eine Koalition mit der FDP an. Bei einer CDU-Veranstaltung erklärte Merkel, Ziel der Union sei ein Bündnis mit den Liberalen, um mehr für die Menschen in Deutschland zu erreichen. Der gegenwärtige Koalitionspartner SPD werde zunehmend unzuverlässig, sagte die Kanzlerin. Das Beispiel Hessen zeige, dass man sich auf das Wort der Sozialdemokraten nicht verlassen könne. - In Hessen will die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti CDU-Ministerpräsident Roland Koch mit einer von der Linkspartei tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung ablösen.

SEATTLE: Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen mit der Mechanikergewerkschaft haben beim amerikanischen Flugzeughersteller Boeing erste Streiks begonnen. Vor dem Werk in Everett, im Bundesstaat Washington, versammelten sich hunderte Arbeiter zu einer Protestkundgebung. Insgesamt sind 27.000 Mitarbeiter in Werken in den US-Bundesstaaten Kansas, Oregon und Washington aufgerufen, sich an dem Arbeitskampf zu beteiligen. Vor allem wegen fehlender Arbeitsplatzgarantien lehnen sie das Angebot der Geschäftsleitung für einen neuen Tarifvertrag ab. -- Durch den Arbeitskampf drohen weitere Verzögerungen bei Boeings neuem Modell 787 'Dreamliner'. Der Konzern ist bei seinem Vorzeigemodell bereits um mehr als ein Jahr im Verzug.

PORT-AU-PRINCE/ WASHINGTON: Ausläufer des Tropensturms 'Hannah' haben das amerikanische Festland an den Küsten Nord- und Süd-Carolinas erreicht. Meteorologen erwarten, dass der Sturm weiter nordwärts entlang der amerikanischen Ostküste zieht. Unterdessen wird in Haiti langsam das ganze Ausmaß der Verwüstung sichtbar, die der Sturm Hannah hinterlassen hat. Ein Sprecher der Polizei teilte in der besonders betroffenen Stadt Gonaives mit, es seien rund 500 Leichen geborgen worden. Zu befürchten sei, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde. Durch Erdrutsche und Überschwemmungen wurden mehrere zehntausend Menschen obdachlos. Große Teile der landwirtschaftlichen Flächen des ärmsten Staates der westlichen Hemisphäre wurden zerstört.

PARIS: Der europäische Raumtransporter "Jules Verne" hat nach seinem Erstflug die Internationale Raumstation ISS wieder verlassen. Das unbemannte Raumschiff habe sich erfolgreich gelöst und Kurs auf die Erde genommen, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit. "Jules Vernes" soll nun in der Erdatmosphäre verglühen. Das Raumschiff hatte die ISS am 3. April erreicht und mit Nahrungsmitteln, Sauerstoff, Wasser und Treibstoff versorgt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Oberrhein bis zur Ostsee viele Wolken und gelegentlich Regen, teils gewittrig. Sonst Wechsel von Sonne und Wolken, im Tagesverlauf örtlich Schauer und Gewitter. Temperaturen 20 bis 29 Grad Celsius.

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