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Nachrichten

Samstag, 6. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre ablehnende Haltung zu Staatshilfen für den angeschlagenen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor bekräftigt. Zunächst seien die Eigentümer und Gläubiger stärker gefordert, zumal es Teile des Konzerns gebe, die wirtschaftlich gesund seien, sagte Merkel der Zeitung "Bild am Sonntag". Die CDU-Chefin warf Arcandor auch Missmanagement vor. Daher sei es nicht einzusehen, warum die SPD den Steuerzahler mit einem Risiko belasten wolle, anstatt an den Ursachen anzusetzen. Merkel empfahl Gespräche über eine Fusion mit Kaufhof. --- Mehrere Zeitungen berichteten, Karstadt habe inzwischen seine Mietzahlungen für die Filialen eingestellt. Dies sei bei einem Krisentreffen im Berliner Wirtschaftsministerium bekannt geworden.

BERLIN: Die staatliche russische Sberbank hält ihren geplanten Einstieg bei Opel für "ziemlich riskant", sieht aber auch "großes Potenzial" zur Modernisierung der russischen Autoindustrie. Ohne die Kompetenz und das qualifizierte Management des federführenden österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna wäre dieses Geschäft nie zustandegekommen, sagte Sberbank-Chef German Gref der Zeitung "Die Welt". Gref kündigte an, der Opel-Kauf solle im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden. Ein hochrangiger Bankmitarbeiter hatte zuvor signalisiert, die Sberbank könnte ihren Anteil an Opel an einen der russischen Autobauer weiterverkaufen.

PARIS: US-Präsident Barack Obama gedenkt an diesem Samstag in Frankreich der amerikanischen Soldaten, die bei der Landung der alliierten Truppen am 6. Juni 1944 in der Normandie starben. Der so genannte "D-Day" gilt als Meilenstein bei der Befreiung Europas von der deutschen Nazi-Herrschaft. An den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag nehmen neben dem US-Präsidenten auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premier Gordon Brown teil. --- Obama hatte zuvor Station in Deutschland gemacht. Zentraler Programmpunkt war ein Rundgang durch das Konzentrationslager Buchenwald zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel und Überlebenden des Holocaust. Außerdem hatte Obama in Landstuhl das US-Militärhospital besucht, wo Kriegsverwundete aus dem Irak und Afghanistan behandelt werden.

LONDON: Der britische Regierungschef Gordon Brown hat nach einer Serie von Ministerrücktritten sein Kabinett umgebildet. Er selbst bleibe aber trotz der Spesenaffäre und der zu erwartenden Wahlschlappe seiner Labour-Partei bei den Europawahlen im Amt, bekräftigte Brown. Innerhalb weniger Tage waren sieben Mitglieder seines Kabinetts zurückgetreten. Bei den Kommunalwahlen am Donnerstag hatte es zudem für Browns Labour-Partei erhebliche Verluste gegeben, während die Konservative Partei stark zulegte.

BRÜSSEL: In fünf weiteren Ländern der Europäischen Union sind die Bürger an diesem Samstag zur Wahl des Europaparlaments aufgerufen. In Zypern, Malta, Lettland, Italien sowie in der Slowakei öffnen die Wahllokale zur Stimmabgabe. In Großbritannien, den Niederlanden und Irland ist die Wahl bereits zu Ende. Die meisten der 27 Länder, darunter auch Deutschland, steigen am Sonntag ein. Aufgerufen zur Wahl sind insgesamt rund 375 Millionen EU-Bürger. Gewählt werden die künftig insgesamt 736 EU-Abgeordneten für fünf Jahre. Bei der Europawahl 2004 hatte die Wahlbeteiligung bei lediglich 45,5 Prozent gelegen.

WIEN: Der Iran hat sein umstrittenes Atomprogramm nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde nochmals ausgeweitet. So seien in den vergangenen drei Monaten weitere 1000 Gaszentrifugen zur Urananreicherung im iranischen Nuklearzentrum Natans in Betrieb genommen worden, heißt es in einem Bericht der UN-Atombehörde. Annähernd 1,4 Tonnen niedrig angereicherten Urans habe man im Iran bereits produziert. Das sei knapp ein Drittel mehr als noch vor drei Monaten. Die internationale Gemeinschaft befürchtet militärische Zwecke hinter dem Nuklearprogramm, was Teheran stets dementiert. - In dem Bericht der Atomenergiebehörde wird auch ein Forschungsreaktor nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus kritisch erwähnt. Dort hätten Inspektoren besondere Uran-Partikel entdeckt, die für solche Forschungsreaktoren unüblich seien. Syrien wurde zu einer Stellungnahme aufgefordert.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat internationale Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen auf Sri Lanka gefordert. Bei einem Treffen des UN-Sicherheitsrats sagte Ban, es gebe schwerwiegende Vorwürfe sowohl gegen die Regierungstruppen Sri Lankas als auch gegen die von ihnen besiegten tamilischen Rebellen. Er bitte die Regierung in Colombo, den internationalen Ruf nach Verantwortung und Transparenz zu unterstützen. - Der Bürgerkrieg auf Sri Lanka endete vergangenen Monat nach mehr als 25 Jahren mit der Niederlage der Untergrundorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam. Insgesamt wird die Zahl der Bürgerkriegstoten seit 1983 auf 80.000 bis 100.000 geschätzt. Rund 300.000 tamilische Zivilpersonen sind zurzeit in Flüchtlingslagern untergebracht.

LIMA: Bei Zusammenstößen zwischen Indios und Polizisten im peruanischen Amazonasgebiet sind möglicherweise bis zu 36 Menschen umgekommen. Über die genaue Zahl gibt es widersprüchliche Angaben: Laut Regierung in Lima wurden elf Polizisten und drei Indianer getötet. Indioführer sprachen dagegen von mindestens 25 getöteten Ureinwohnern. - In den peruanischen Amazonasgebieten werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet, die Präsident Alan Garcia von ausländischen Firmen erschließen lassen will. Dagegen wehren sich die Indiovölker in den Dschungelprovinzen. Die Lage ist seit Wochen angespannt. In vier Provinzen gilt seit Anfang Mai der Ausnahmezustand.

MEXIKO-STADT: Im Nordwesten Mexikos sind bei dem Brand in einem Kindergarten nach neuesten Angaben 31 Kleinkinder ums Leben gekommen. Mehr als 50 weitere wurden mit Verbrennungen und Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht, teilten die Behörden in der Stadt Hermosillo mit. Das Feuer war ersten Erkenntnissen zufolge in einem benachbarten Reifen-Geschäft ausgebrochen und hatte dann auf den Kindergarten übergegriffen.

ZUM FUSSBALL: Das Trainer-Karussell in der Bundesliga dreht sicht weiter: Neuer Coach in Leverkusen wird Jupp Heynckes. Der 64-Jährige löst dort Bruno Labbadia ab, der nach Hamburg wechselt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her nach Norden und Osten immer mehr Regen. An der Küste zunächst noch freundlich. Unter Regen maximal neun, sonst bis zu 24 Grad Celsius.

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