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Nachrichten

Samstag, 6. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

MOGADISCHU: Aus der somalischen Hauptstadt werden gewalttätige Proteste gegen die äthiopischen Truppen gemeldet, die den Regierungssoldaten geholfen haben, die Islamisten zu vertreiben. Mehrere hundert Somalis hätten Autoreifen in Brand gesetzt und Regierungstruppen mit Steinen beworfen, berichteten Augenzeugen. Zuvor hatten sich die Vereinten Nationen zuversichtlich gezeigt, Helfer nach Somalia zurückzusenden. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass diese ungefährdet arbeiten und zu den hilfsbedürftigen Menschen gelangen könnten, sagte UN-Hilfskoordinatorin Margareta Wahlström.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union wollen ihre gemeinsamen Bemühungen um eine Lösung des Darfur-Konflikts verstärken. Der politische Prozess in der sudanesischen Krisenregion müsse neu belebt werden, erklärten der UN-Gesandte Jan Eliasson und der Vertreter der Afrikanischen Union, Salim Ahmed Salim, nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Ban hatte bei seinem Amtsantritt vor wenigen Tagen bekräftigt, die Beilegung der Krise in Darfur verdiene größte Aufmerksamkeit.

WASHINGTON: Die neue demokratische Mehrheit im US-Kongress stemmt sich gegen eine von Präsident George W. Bush erwogene Aufstockung der Truppen im Irak. Mehr Kampftruppen würden nur mehr Amerikaner gefährden, schrieben Senats-Mehrheitsführer Harry Reid und die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, an Bush. Zudem würde der Schritt die Kapazitäten des Militärs überfordern. Die Hauptaufgabe der Truppe müsse künftig die Ausbildung irakischer Kräfte sein und nicht mehr der Kampfeinsatz. Zugleich machten die Demokraten deutlich, dass Bush nicht am Kongress vorbei agieren könne.

BAGDAD: Die irakische Regierung hat eine neue Militäroffensive gegen Aufständische angekündigt. In der Hauptstadt Bagdad würden irakische Truppen noch an diesem Wochenende damit beginnen, Stadtteil für Stadtteil zu durchkämmen, sagten Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Die Regierungssoldaten würden dabei von US-Truppen unterstützt. Inzwischen wird ein neuer Anschlag auf den Polizeichef von Bagdad gemeldet. Ali Yasser sei bei der Explosion einer Autobombe am Straßenrand in seinem Fahrzeug unverletzt geblieben, sagte ein Polizeisprecher.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht die Gefahr, dass der frühere irakische Präsident Saddam Hussein zum Märtyrer für seine Anhänger werden könnte. Der 'Bild am Sonntag' sagte er, die Hinrichtung an einem islamischen Feiertag und deren mediale Verbreitung könnten dafür die Grundlage schaffen. Bereits jetzt besuchten viele Menschen Saddams Grab. Ob die Gewalt deshalb aber weiter eskaliere, so Steinmeier, sei für ihn noch unklar. Er bekräftigte, dass Deutschland sich weiter nur auf die Ausbildung von Sicherheitskräften, Richtern und von Verwaltungspersonal außerhalb des Irak beschränke. Weder würden Truppen geschickt noch deutsche Hilfsorganisationen dort tätig werden.

KATHMANDU: In Nepal haben die maoistischen Rebellen massive Straßenproteste angekündigt, wenn die vereinbarte Übergangsverfassung nicht binnen zweier Wochen erlassen sein sollte. Die Verfassung müsse den Weg frei machen für eine Beteiligung der Rebellen am Kabinett, sagte Maoisten-Chef Prachanda. Die Rebellen wollten aber weder den Friedensprozess stören noch den Waffenstillstand brechen. Die maoistischen Aufständischen und die Regierung hatten im vergangenen November ein Friedensabkommen geschlossen. Damit wurde ein etwa zehn Jahre alter Konflikt mit mehr als 13.000 Todesopfern beendet.

WASHINGTON: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Nordkorea vor einem zweiten Atomwaffentest gewarnt. Dieser würde das Land noch tiefer in seine Isolation treiben, sagte sie bei einem Treffen mit ihrem südkoreanischen Kollegen Song Min Soon in Washington. Gleichzeitig kündigte die US-Außenministerin "immense Bemühungen" an, um Nordkorea wieder zu Verhandlungen über sein Nuklearprogramm zu bewegen. Zu Medienberichten über mögliche neue Aktivitäten am nordkoreanischen Atomtestgelände erklärte Song, sein Land habe keine Anzeichen dafür, dass ein zweiter Test unmittelbar bevorstehe.

HAMBURG: Im abschließenden Prozess gegen den Terrorhelfer Mounir El Motassadeq gibt es wahrscheinlich schon am Montag und damit früher als erwartet ein Urteil. Der Marokkaner beteuerte zum Prozessauftakt am Hamburger Oberlandesgericht seine Unschuld. Er soll an den Vorbereitungen zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA beteiligt gewesen sein. Das Gericht muss in der dritten Auflage des Prozesses nur noch das Strafmaß festlegen. Motassadeq muss mit der Höchststrafe von 15 Jahren rechnen.

BREMEN: Der SPD-Vorstand kommt an diesem Samstag zu einer Klausurtagung in Bremen zusammen. Generalsekretär Hubertus Heil kündigte in einem Interview der 'Frankfurter Rundschau' an, die Partei wolle die sozialpolitischen Akzente ihrer Arbeit stärker hervorheben. So solle der -so wörtlich- vorsorgende Sozialstaat Leitbegriff des neuen Grundsatzprogramms werden. Ziel sei, große Lebensrisiken weiter solidarisch abzusichern. Die Sozialversicherungen sollten aber schrittweise stärker über Steuern finanziert werden.

STUTTGART: Die FDP kommt an diesem Samstag zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart zusammen. Auf der Veranstaltung im Opernhaus der Stadt werden unter anderem Parteichef Guido Westerwelle, FDP-Generalsekretär Dirk Niebel und die baden-württembergische Landeschefin Birgit Homburger sprechen. Westerwelle hatte im Vorfeld angekündigt, seine Partei für neue Wählerschichten öffnen und eine Wertedebatte führen zu wollen.

BIELEFELD: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, der französischen Regierung zu folgen und ein 'Recht auf Wohnung' zum Schutz vor Obdachlosigkeit einzuführen. Es sei eines modernen Sozialstaates unwürdig, dass Menschen, die ihre Miete nicht mehr bezahlen könnten, vom Verlust ihrer Wohnung bedroht seien, sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Thomas Specht-Kittler, in Bielefeld. Frankreich will ab Ende 2008 ein einklagbares Recht auf Wohnung einführen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Norden etwas Sonne; sonst meist stark bewölkt und regnerisch bei Tageswerten zwischen sechs und elf Grad.

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