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Nachrichten

Samstag, 5. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SAPPORO: Mehrere tausend Menschen haben im Norden Japans vor dem am Montag beginnenden G8-Gipfel gegen Armut und Krieg demonstriert. Bis zu 5.000 Menschen kamen zu der größten Kundgebung in einem Park der Provinzhauptstadt Sapporo, darunter Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Bürgergruppen. Sie warfen den G8-Staaten vor, sie hätten es versäumt, ihrer Verantwortung nachzukommen. --- Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte im Vorfeld des Gipfeltreffens ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen die steigenden Lebensmittelpreise und langfristig zur globalen Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion an.

BOGOTA /PARIS: Die Regierung Kolumbiens hat Berichten widersprochen, wonach für die Befreiung der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ein Lösegeld an die FARC-Rebellen gezahlt wurde. Auch nach der Veröffentlichung eines Videos über den spektakulären Militäreinsatz blieben jedoch Zweifel über den genauen Verlauf der Rettungsaktion. Das Verteidigungsministerium in Bogota mühte sich zudem, Spekulationen über eine Mitwirkung des israelischen Geheimdienstes zu entkräften. Ein Schweizer Radiosender hatte berichtet, die Geiselbefreiung im Dschungel sei inszeniert gewesen und die 2002 verschleppte Betancourt freigekauft worden. Die 46-Jährige war am Freitag nach Frankreich gereist, wo sie von Präsident Nicolas Sarkozy empfangen wurde. Dabei dankte sie der Regierung in Paris ausdrücklich für deren Bemühungen um ihre Freilassung.

WARSCHAU: Im Streit über das geplante amerikanische Raketenabwehrsystem in Europa ist Polen unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht bereit, der Stationierung von US-Abfangraketen auf seinem Territorium zuzustimmen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte in Warschau, nicht nur die Sicherheit der USA, sondern auch die Polens müsse sich verbessern. Das jüngste amerikanische Angebot zur Modernisierung der polnischen Luftabwehr sei unzureichend. Zusätzlich zu Abfangraketen in Polen wollen die USA ein Radarsystem in Tschechien stationieren. Von der dortigen Regierung hieß es, eine entsprechende Vereinbarung solle bereits kommende Woche in Prag unterzeichnet werden.

PARIS: Der polnische Präsident Lech Kaczynski hat nach Angaben der französischen EU-Ratspräsidentschaft seine Drohung revidiert, den Reformprozess der Europäischen Union zu blockieren. Kaczynski habe dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy telefonisch versichert, Polen werde 'kein Hindernis' für die Ratifizierung des EU-Reformvertrages darstellen, hieß es aus Paris. Kürzlich noch hatte Kaczynski erklärt, nach dem 'Nein' der Iren sei der Reformvertrag 'gegenstandslos' geworden. Seine Ankündigung, die Ratifikationsurkunde deshalb nicht zu unterzeichnen, hatte Sarkozy als 'Wortbruch' bewertet.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat rasche Neuwahlen in Simbabwe gefordert. Die politische Krise dort könne nur überwunden werden, wenn die Bevölkerung unter freien, demokratischen und transparenten Bedingungen um ihre Meinung gefragt werde, erklärte die EU. - Simbabwes Machthaber Robert Mugabe machte Gespräche mit der Opposition davon abhängig, dass diese seine umstrittene Wiederwahl anerkennt. Diese Vorbedingung sei unrealistisch, betonte ein Oppositionssprecher. Mugabe war in der Präsidenten-Stichwahl als einziger Kandidat angetreten, nachdem sich Oppositionsführer Morgan Tsvangirai aus Protest gegen die gewaltsame Unterdrückung seiner Anhänger zurückgezogen hatte.

BERLIN: Der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, hat sich für strengere Schuldengrenzen von Bund und Ländern ausgesprochen. Die existierende Regelung, nach der die Neuverschuldung die Investitionen nicht übersteigen dürfe, habe sich als nicht wirksam erwiesen, sagte er der 'Bild am Sonntag'. Verbindliche Obergrenzen oder gar ein Schuldenverbot könnten nach Meinung von Papier mehr gegen die öffentliche Verschuldung bewirken. Deutschlands oberster Richter forderte zudem eine umfassende Übertragung bisheriger Staatsaufgaben in private Hände.

DRESDEN: Trotz der drohenden Aberkennung des Welterbe-Titels will die künftige CDU-Oberbürgermeisterin der sächsischen Landeshauptstadt, Helma Orosz, den Bau der kritisierten neuen Elbbrücke fortsetzen. Es gebe keine Alternative, sagte sie und kritisierte den jüngsten Beschluss der Vereinten Nationen, über die Aberkennung erst im nächsten Jahr endgültig zu entscheiden. Dagegen begrüßte die Bundesregierung den Aufschub als Möglichkeit für neue Überlegungen. SPD-Bundespolitker wie Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee oder Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse machten sich für einen Tunnel als Ersatz für die so genannte Waldschlößchen-Brücke stark.

COLOMBO: Die Regierung Sri Lankas hat weitere militärische Erfolge gegen die tamilischen Rebellen gemeldet. Bei Gefechten im Norden des Inselstaats seien 35 Aufständische und ein Soldat gefallen, teilten die Streitkräfte mit. Die Kämpfe seien am Freitag im Raum Jaffna, Vavuniya und Mannar ausgebrochen, an der Grenze zu den von den Rebellen kontrollierten Gebieten.

SAN FRANCISCO: Entlang der Küsten im US-Staat Kalifornien bedrohen außer Kontrolle geratene Waldbrände mehr als 4.500 Häuser. Tausende Menschen sind vorsorglich evakuiert worden, darunter viele Touristen. Die Flammen eines hartnäckigen Feuers am nördlichen Ende des Los-Padres-Nationalwaldes bewegten sich langsam auf die historischen Urlaubsrefugien von Big Sur zu. Fast 20.000 Feuerwehrleute und Helfer waren im Einsatz.

ROM: Nach fast zweijährigen Ermittlungen hat die italienische Polizei einen europaweiten Skandal um Gammel-Käse aufgedeckt. Wie die örtliche Presse berichtet, wurden dabei rund 11.000 Tonnen Käse-Abfälle aus italienischen, deutschen, österreichischen und britischen Molkereien aufgekauft, mit frischen Produkten vermengt und wieder in verschiedensten Ländern in den Handel gebracht. An der Spitze des Netzwerkes habe ein 46-jähriger Sizilianer gestanden, heißt es. Drei Personen seien inzwischen festgenommen. Der verdorbene Käse war vor allem zu Mozzarella, Gorgonzola oder Schmelzkäse verarbeitet und verkauft worden.

BREST: In der Bretagne beginnt an diesem Samstag die 95. Auflage der "Tour de France", des wichtigsten Radrennens der Welt, das vor allem in den vergangenen beiden Jahren von Dopingskandalen überschattet worden war. Zur ersten Etappe von Brest nach Plumelec gehen 16 Deutsche an den Start, die meisten davon im Team "Gerolsteiner". Für den Kapitän des "Milram"-Teams, den 38jährigen Erik Zabel, ist es bereits die 14. Frankreich-Rundfahrt. --- Experten rechnen in diesem Jahr beim Kampf um das Gelbe Trikot mit einem Duell zwischen dem Australier Cadel Evans und dem Spanier Alejandro Valverde.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd wolkig mit Sonnenschein. Vereinzelte Schauer im Nordosten möglich, gegen Abend auch im Westen und Südwesten. Die Höchsttemperaturen erreichen Werte zwischen 20 und 27 Grad.

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