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Nachrichten

Samstag, 5. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HARARE: Die Opposition in Simbabwe hat an die Vereinten Nationen appelliert, mit einer Intervention Gewalt in dem südafrikanischen Land zu verhindern. Die UN sollten nicht warten, bis Blut in den Straßen und Dörfern fließe, erklärte Oppositionssprecher Nelson Chamisa. Es sei zu befürchten, dass Staatschef Robert Mugabe die Präsidenten-Stichwahl für einen Rachefeldzug nutzen wolle. Der seit 28 Jahren herrschende Mugabe hat nach Auskunft seiner Partei ZANU-PF eingeräumt, die Präsidentenwahl vor einer Woche nicht gewonnen zu haben. Er werde in der Stichwahl gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai antreten. Dessen Partei 'Bewegung für den demokratischen Wandel' (MDC) hatte die gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen in Simbabwe gewonnen. Von beiden Abstimmungen gibt es aber weiterhin keine amtlichen Endergebnisse.

PEKING: In China sind nach tibetischen Angaben bei neuen Unruhen mindestens acht Menschen getötet worden. Polizisten hätten in der Region Ganzi in der südwestlichen Provinz Sichuan auf protestierende Mönche und Anwohner geschossen, berichtete die 'Internationale Bewegung für Tibet'. In Meldungen des US-Senders 'Radio Free Asia' ist sogar von bis zu 15 Toten die Rede. Danach hatte die Menschenmenge gegen die Durchsuchung eines Klosters protestiert. Nach dem Fund von Bildern des Dalai Lama seien mehrere Mönche festgenommen worden. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigten Unruhen in Ganzi, sprach aber lediglich von einem schwer verletzten Polizisten.

BERLIN: In die umstrittene Schulung libyscher Sicherheitskräfte durch deutsche Polizisten war der Bundesnachrichtendienst offenbar von Beginn an einbezogen. Der BND habe die Ausbildungskooperation "beratend begleitet", berichtet die 'Berliner Zeitung' unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach war eine Ausbildungs-Kooperation mit Tripolis nach dem Besuch des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder beim libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi im Oktober 2004 vereinbart worden. Der BND bestand dem Bericht zufolge aber darauf, im Hintergrund zu bleiben und sich nicht mit eigenen Kräften zu beteiligen. Insgesamt sollen gut 30 deutsche Polizisten, ein Soldat und Spezialisten mit GSG-9-Hintergrund auf eigene Rechnung Polizeikräfte Gaddafis ausgebildet haben.

TOKIO: In der japanischen Hauptstadt sind die Entwicklungsminister der sieben führenden westlichen Industrienationen und Russlands (G8) zusammengekommen. Bei den Beratungen geht es um einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern. An dem Treffen nehmen auch Vertreter Chinas, Indiens, Brasiliens sowie afrikanischer Regionalorganisationen teil. Am Freitag hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitgeteilt, dass die reichen Industriestaaten im vergangenen Jahr insgesamt 67 Milliarden Euro weniger an Entwicklungshilfe leisteten als noch 2006. Die entsprechenden Mittel Deutschlands stiegen dagegen um rund sechs Prozent auf knapp neun Milliarden Euro an. Damit ist die Bundesrepublik laut OECD nun das zweitgrößte Geberland nach den USA.

PORT-AU-PRINCE: Bei Protesten gegen stark gestiegene Lebenshaltungskosten sind in Haiti mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere 25 wurden verletzt als es zu Schießereien mit UN-Blauhelm-Soldaten kam. Die Proteste im Süden des Landes dauern seit zwei Tagen an. Statistiken zufolge müssen 80 Prozent der Haitianer mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Die weltweit gestiegenen Lebensmittelpreise treffen deshalb die Bevölkerung besonders hart.

BUENOS AIRES: Ein argentinisches Gericht hat die Adoptiveltern einer Frau, deren leibliche Eltern vor drei Jahrzehnten unter der Militärdiktatur verschwanden, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Adoptiveltern wurden schuldig gesprochen, die Identität des Kindes verschleiert zu haben. Die leiblichen Eltern waren politische Gefangene und gehörten zu den tausenden Regierungsgegnern, die in der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 verschleppt wurden und verschwanden. Für deren in Gefangenschaft geborene Kinder haben sich in den vergangenen Jahren vor allem die so genannten 'Großmütter des Maiplatzes' eingesetzt.

BRDO: Als Reaktion auf die weltweite Finanzmarktkrise bündeln die EU-Staaten bei der Bankenaufsicht ihre Kräfte. Die Finanzminister der 27 Mitgliedsländer vereinbarten bei ihrem Treffen im slowenischen Brdo die Einrichtung sogenannter Stabilitätsgruppen, die als eine Art Frühwarnsystem agieren sollen. Ziel ist es, grenzüberschreitend tätige Banken, Versicherungen und Wertpapierhäuser besser zu kontrollieren. Konkret handelt es sich um etwa 50 Finanzunternehmen in der EU, die genauer beobachtet werden sollen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte, bei der Finanz-Kontrolle müsse die Kooperation zwischen den EU-Staaten gestärkt werden. Forderungen nach einer zentralen EU-Aufsichtsbehörde für die Geldmärkte nannte Steinbrück jedoch verfrüht.

BERLIN: Die Zahl der Muslime in Deutschland ist nach Presseinformationen von 2006 bis 2007 um rund 200.000 gestiegen. Im vergangenen Jahr lebten demnach rund 3,5 Millionen Muslime in Deutschland. Der Berliner 'Tagesspiegel' zitiert dabei das 'Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland'. Demzufolge resultiert der Anstieg vor allem aus der Zuwanderung und einem Geburtenüberschuss. So hätten in diesem Zeitraum allein 35.000 Türken als größte Gruppe die deutsche Staatsbürgerschaft erworben.

WÜRZBURG: Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland haben mit einem ökumenischen Gottesdienst im Würzburger Dom die bundesweite 'Woche für das Leben' eröffnet. Thema der diesjährigen Aktion ist ein nach Ansicht der Kirchen "teils religiös aufgeladener" Fitness- und Gesundheitskult in Deutschland. Ein sinnerfülltes Leben hänge nicht davon ab, was ein Mensch an körperlicher Leistungsfähigkeit aufzuweisen habe. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sagte, Leiden und Tod gehörten zum Leben dazu. Wer das leugne, verfehle die Wirklichkeit. Der katholische Bischof Heinrich Mussinghoff aus Aachen bekräftigte, es gehöre zu den zentralen Aufgaben der Christen, für Menschen mit körperlichen Gebrechen sorgen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Der Regen zieht nach Südosten ab. Dahinter Auflockerungen und einzelne Schauer, teils Graupel. Tagestemperaturen bei sieben bis 13 Grad.

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