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Nachrichten

Samstag, 4. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PARIS: In der französischen Hauptstadt beraten an diesem Samstag die vier größten EU-Länder über die Finanzkrise. Zu dem Treffen hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eingeladen. Neben den Regierungschefs von Deutschland, Großbritannien und Italien nehmen auch EU-Kommisionspräsident José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, und der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, daran teil. Auf dem Programm stehen dürften die Stärkung der Finanzaufsicht und eine Reform der Buchführungsregeln. Medienberichte, wonach Frankreich einen 300 Milliarden Euro umfassenden EU-Hilfsfonds für Banken vorschlagen will, wurden zurückgewiesen. Gegen solche Pläne wandte sich auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Ein von Vertretern der Finanzwirtschaft geforderter "Notfallplan für Europa" würde nur von den eigentlichen Aufgaben ablenken, sagte Glos der "Bild am Sonntag".

WASHINGTON: Das US-Repräsentantenhaus hat im zweiten Anlauf das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die Finanzbranche verabschiedet. Nachdem der Text in einzelnen Punkten geändert worden war, stimmte eine klare Mehrheit von 263 Abgeordneten für den Entwurf, 171 waren dagegen. Der Senat hatte die Pläne bereits am Mittwoch bewilligt. US-Präsident George W. Bush unterzeichnete das Gesetz unmittelbar nach der Abstimmung im Repräsentantenhaus und setzte das Maßnahmenpaket damit in Kraft. Der Staat kann nun in Not geratenen Banken faule Kredite und Hypothekenpapiere abkaufen. Bush sagte in Washington, die Politik habe mutig gehandelt und verhindert, dass eine Krise der Wall Street zur Krise für das ganze Land werde. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass Amerika seine führende Rolle in der Weltwirtschaft behält.

NEU DELHI: US-Außenministerin Condoleezza Rice ist zu einem eintägigen Besuch in Indien eingetroffen. In ihren Gesprächen mit Spitzenpolitikern in Neu Delhi geht es auch um den umstrittenen Atomvertrag. Er sieht vor, dass die USA nach mehr als 30 Jahren Boykott wieder Nukleartechnologie und atomare Brennstoffe nach Indien exportieren dürfen - allerdings nur für zivile Zwecke. Die ursprünglich für diesen Samstag geplante Unterzeichnung des Abkommens muss offenbar aus formalen Gründen verschoben werden. Der Vertrag steht in der Kritik, weil Indien nach den Regeln der 45 Atom-Lieferländer keine Atomtechnologie importieren darf. Grund dafür ist, dass das Land den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet und zudem im Geheimen eine Atombombe entwickelt hat.

BAGDAD: Die US-Armee hat nach eigenen Angaben einen der wichtigsten Chefs des Terrornetzwerks El Kaida in Bagdad getötet. Er soll bei einem Militäreinsatz im mehrheitlich sunnitischen Stadtteil Asamijah erschossen worden sein. Der Mann namens Maher Ahmed El Subaidi wird für zahlreiche Autobombenanschläge in der irakischen Hauptstadt verantwortlich gemacht. Er gilt unter anderem als Drahtzieher eines Attentats im November 2006, bei dem etwa 200 Menschen starben.

ISLAMABAD: Bei einem US-Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 16 Menschen getötet und etliche weitere verletzt worden. Laut Augenzeugen-Berichten wurden die Raketen von einem unbemannten amerikanischen Flugzeug abgefeuert. Ziel sei das Haus eines afghanischen Flüchtlings gewesen, der immer wieder radikal-islamische Kämpfer beherbergt habe, heißt es. Der Angriff erfolgte in der pakistanischen Region Nord-Waziristan, die als Rückzugsgebiet für militante Extremisten gilt. Die wiederholten US-Angriffe in der pakistanischen Grenzregion zu Afghanistan hatten zuletzt zu Spannungen zwischen den Regierungen in Islamabad und Washington geführt.

ANKARA: Im Südosten der Türkei sind bei einem Angriff kurdischer Rebellen nach Militärangaben 15 Soldaten getötet worden. Die vom Nordirak aus agierenden Kämpfer der Untergrundorganisation PKK hatten in Grenznähe das Feuer auf einen Armeeposten eröffnet. Bei einem Gegenangriff der Streitkräfte wurden laut Medienberichten 23 Aufständische getötet. Es war der folgenschwerste Angriff kurdischer Rebellen auf türkische Soldaten seit mehreren Monaten.

MOSKAU/BRÜSSEL: Die Europäische Union hat die neue Gewalt in Südossetien verurteilt. In Zchinwali, der Hauptstadt der von Georgien abtrünnigen Region, kamen bei einer Sprengstoffexplosion nach Angaben der russischen Armee mindestens sieben Soldaten ums Leben. In der Nähe des dortigen Kommandostabs der russischen Truppen war eine in einem Lastwagen versteckte Bombe explodiert. Zuvor hatten russische Soldaten vier Zivilisten festgenommen und deren mit Schusswaffen und Granaten beladene Fahrzeuge sichergestellt. Die Führung in Georgien wies den Vorwurf zurück, hinter dem Blutvergießen zu stecken.

NEW YORK: Bei den Vereinten Nationen wächst die Sorge über eine erneute Eskalation der Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo. Der UN-Sondergesandte Alan Doss erklärte in New York, die Kämpfe und ethnischen Spannungen im Osten des afrikanischen Landes könnten sich zu einem größeren Konflikt ausweiten. Doss hatte zuvor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über die Lage im Kongo informiert und sich dabei auch für eine Ausweitung der UN-Mission dort ausgesprochen. Im Kongo gibt es nach Einschätzung von Experten rund 20.000 Milizionäre, die verschiedenen bewaffneten Gruppen angehören.

MÜNCHEN: Im CSU-internen Machtkampf um die Nachfolge des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein wächst die Zustimmung für Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. Der designierte Parteichef erhält inzwischen von vier CSU-Bezirksverbänden den Vorzug, darunter die beiden größten Parteibezirke Oberbayern und Oberpfalz. Um die Beckstein-Nachfolge bewerben sich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Wissenschaftsminister Thomas Goppel. Landtagsfraktionschef Georg Schmid zog seine Kandidatur zurück. Nach der schweren Niederlage der CSU bei der bayerischen Landtagswahl Ende September hatten Ministerpräsident Beckstein und der Parteivorsitzende Erwin Huber ihren Rücktritt angekündigt.

ZUM SPORT: Im Freitagsspiel der ersten Fußball-Bundesliga unterlag Arminia Bielefeld dem Karlsruher SC mit 1:2. - Es war der erste Auswärtssieg des KSC in der laufenden Saison.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd wolkig, an den Alpen und von Westen her gelegentlich Regen. Aufheiterungen vor allem im Osten. Höchstwerte fünf bis 13 Grad.

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