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Nachrichten

Samstag, 4. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

STRASSBURG: Mit einer symbolischen Zeremonie auf der Fußgängerbrücke über den Rhein zwischen Kehl und Straßburg haben die Teilnehmer des NATO-Gipfels die Rückkehr Frankreichs in die Militärallianz gewürdigt. Dort trafen Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und weitere 25 Staats- und Regierungschefs mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zusammen, der von französischer Seite aus gekommen war. Für Irritationen sorgte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, der wegen eines lang anhaltenden Telefongesprächs den Ablauf durcheinander brachte. Anschließend versammelten sich die Gipfelteilnehmer zu einem Gedenken an gefallene und verwundete Soldaten der Allianz. Auch am zweiten Tag steht die Suche nach einem neuen NATO-Generalsekretär auf der Agenda. Wegen der in Dänemark veröffentlichten Karikaturen des Propheten Mohammed verhinderte die Türkei am Vortag die Nominierung des von den anderen Staaten favorisierten dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen. Am Rande von Strassburg kam es am frühen Samstagmorgen erneut zu schweren Zwischenfällen mit NATO-Gegnern. Die Polizei ging mit Tränengas gegen zum Teil vermummte Demonstranten vor, die Rauchbomben und Feuerwerkskörper warfen.

WASHINGTON: Ein schwerbewaffneter Mann hat in einem Zentrum für Einwanderer in Binghamton im US-Bundesstaat New York 13 Menschen getötet und vier weitere lebensgefährlich verletzt. Der Angreifer hatte mehrere Stunden lang etwa 40 Menschen in seiner Gewalt, wie der Polizeichef der Stadt, Joseph Zikuski, nach Ende des Geiseldramas bekannt gab. Die meisten Opfer sind Ausländer, vornehmlich Asiaten. Der Täter soll sich mit einem Kopfschuss selbst umgebracht haben. Hinter der Bluttat stecken angeblich die pakistanischen Taliban-Milizen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ein Anrufer habe erklärt, er sei Taliban-Führer Baituallah Mehsud und habe die Tat als Vergeltung für US-Angriffe in Pakistan angeordnet.

ISLAMABAD: Bei einem den USA zugeschriebenen Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sind mindestens 13 Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Geheimdienstmitarbeiter teilten mit, Ziel des Angriffs mit einer unbemannten Drohne sei das Versteck eines regionalen Talibanführers in der Grenzregion zu Afghanistan gewesen. Mehrere ausländische El Kaida-Terroristen seien getötet worden. Stammesälteste berichten, auch Zivilisten seien unter den Opfern.

BRATISLAVA: In der Slowakei findet die entscheidende zweite Runde der Präsidentenwahl statt. Das Duell zwischen Amtsinhaber Ivan Gasparovic und Oppositionskandidatin Iveta Radicova gilt als völlig offen. Radicova, ehemalige Ministerin für Arbeit und Soziales, war mit einem modernen Medien- und Internet-Wahlkampf aufgefallen. Stimmberechtigt sind mehr als 4,2 Millionen Bürger.

ANTANANARIVO: Auf Madagaskar wird möglicherweise im Oktober 2010 ein neuer Präsident gewählt. Diesen Termin empfahl eine nationale Konferenz, zu der die Übergangsregierung von Präsident Andry Rajoelina mehrere hundert Politiker und Militärangehörige eingeladen hatte. Rajoelina hatte nach einem siebenwöchigen blutigen Machtkampf im März mit Unterstützung der Armee den damaligen Staatschef Marc Ravalomanana zur Flucht ins Ausland gezwungen. Seitdem ist der Inselstaat international isoliert.

MÜNCHEN: Die geplante Berufung des Daimler-Managers Rüdiger Grube zum neuen Vorstandschef der Deutschen Bahn stößt auf Vorbehalte. Die Bahn-Gewerkschaften machen ihre Zustimmung von Zugeständnissen der Bundesregierung abhängig. Der Chef der Gewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Regierung müsse vertraglich zusagen, dass der Datenskandal bei dem Staatsunternehmen "vollständig aufgeklärt" werde. Außerdem müssten ein "besserer Kundenservice" sowie eine "ausreichende Finanzausstattung des Unternehmens durch den Bund" zugesichert werden. Darüber hinaus solle die Bahn als Konzern erhalten bleiben und nicht zerschlagen werden. Grube soll Nachfolger von Hartmut Mehdorn werden, der wegen des Datenskandals seinen Rücktritt angeboten hatte.

WASHINGTON: Ein US-Gericht hat die geplante Abschiebung des mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk nach Deutschland in letzter Minute ausgesetzt. Demjanjuks US-Anwalt John Broadley hatte vor einem für Einwanderungsfragen zuständigen Gericht in Virginia einen Antrag auf Aussetzung der geplanten Auslieferung gestellt. Eine Auslieferung des wahrscheinlich an Leukämie Erkrankten, der am Freitag 89 Jahre alt wurde, sei zu "grausam". Das Gericht in Arlington ordnete an, die Auslieferung bis zu einer Entscheidung über die von Demjanjuk beantragte Wiederaufnahme des Abschiebeverfahrens zu stoppen. - Demjanjuk wird der Tod von 29.000 Juden im Vernichtungslager im polnischen Sobibor vorgeworfen.

PARIS: Uruguay ist von der sogenannten "Schwarzen Liste" der Steueroasen gestrichen worden. Wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung -OECD- in Paris erklärte, erhielt ihr Generalsekretär Angel Gurría von Uruguays Finanzminister Alvaro García die schriftliche Zusicherung, dass das südamerikanische Land die OECD-Normen zur Verhinderung von Steuerflucht offiziell einführen werde. - Die OECD hatte am Donnerstag Uruguay sowie Costa Rica, Malaysia und die Philippinen als "unkooperative Staaten" gelistet. Weitere 38 Länder wie Österreich, Belgien, Luxemburg, die Schweiz, Liechtenstein und Monaco wurden als "andere Finanzzentren" eingestuft, die sich den international vereinbarten Standards zwar angeschlossen, sie aber noch nicht umgesetzt hätten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen teils wolkig und örtlich etwas Regen; sonst anfangs heiter. Von Südwesten später Wolkenaufzug und örtlich Schauer. Tagestemperaturen zwischen 14 und 19 Grad, im Osten und Nordosten bis zu 24 Grad.

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