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Nachrichten

Samstag, 31. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag

SANAA: Entgegen bisheriger Erwartungen dauert die Entführung der Familie Chrobog im Jemen an. Dies bestätigten Mitglieder des Stammes, aus dessen Reihen die Kidnapper kommen. Diese verlangten von Jemens Regierung nicht nur die Freilassung von fünf Stammesangehörigen, sondern nun auch die Verhaftung von Mitgliedern eines rivalisierenden Stammes. Noch am Freitagabend war ein rasches Ende der Entführung erwartet worden. Der frühere deutsche Staatssekretär Jürgen Chrobog, seine Frau und die drei Söhne befinden sich seit Mittwoch in Geiselhaft.

GAZA- STADT: Die Geiselnahme der britischen Menschenrechtsaktivistin Kate Burton und ihrer Eltern in Palästina ist unblutig zu Ende gegangen. Das Außenministerium in London bestätigte, die Burtons seien 'in guter Verfassung' im britischen Generalkonsulat in Jerusalem eingetroffen. Die Kidnapper hatte die drei Briten am Mittwoch in Rafah im Gazastreifen verschleppt und am Freitag freigelassen. Zu der Entführung bekannte sich eine bisher unbekannte Gruppe von Mudschahedin. Diese hatten in einem Video den Rückzug Israels aus dem Westjordanland, die Freilassung palästinensischer Häftlinge und freie Wahlen im Ostteil Jerusalems verlangt.

PARIS: Der syrische Präsident Baschar al Assad und andere Vertreter Syriens sollen den libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik al Hariri vor dessen Ermordung bedroht haben. Das sagte der syrische Vize-Präsident Abdel-Halim Chaddam dem Fernsehsender Al Arabija. Das Interview wurde in Paris aufgezeichnet. Chaddam erklärte aus Protest gegen den syrischen Regierungskurs zugleich seinen Rückritt. Nach seiner Auffassung habe der syrische Geheimdienst das Bombenattentat auf Hariri im Februar nicht an Assad vorbei planen können. Der deutsche UN-Sonderermittler Detlev Mehlis hatte in seinem Bericht eine Verwicklung syrischer und libanesischer Geheimdienstler in den Anschlag festgestellt.

BAGDAD: Bei einer Bombenexplosion nördlich von Bagdad sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Zwei weitere wurden nach Angaben der Polizei verletzt, als der Sprengsatz neben dem Auto der Opfer hochging. Der Anschlag ereignete sich in der Stadt Chalis in der Nähe von Büros der wichtigsten sunnitischen Partei im Irak.

JAKARTA: Im Osten Indonesiens sind bei einem Bombenanschlag mindestens sieben Menschen getötet und 47 verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte nach Angaben der Polizei auf dem Markt für Schweinefleisch in Palu in der Provinz Zentral-Sulawesi. Da Moslems der Verzehr von Schweinefleisch aus religiösen Gründen verboten ist, befanden sich dort vor allem Christen. Viele wollten Einkäufe für die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel machen.

BERLIN: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat eine Senkung der Lohnnebenkosten auf 36 Prozent gefordert. Der 'Süddeutschen Zeitung' sagte Hundt, das von der großen Koalition vorgebene Ziel einer Verringerung auf unter 40 Prozent sei keinesfalls ausreichend. So müssten die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung vom Arbeitseinkommen abgekoppelt werden. Dagegen werde die angekündigte Mehrwertsteuer-Erhöhung die Beitragslast der Sozialversicherung nicht senken. Wenn die Bundesregierung das Gegenteil behaupte, erzähle sie 'Ammenmärchen', sagte der Arbeitgeberpräsident weiter.

HAMBURG: Die Fußball-Weltmeisterschaft wird nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) einen Wachstumsschub und neue Arbeitsplätze schaffen. DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun sagte der 'Bild am Sonntag', er rechne im WM-Jahr 2006 mit einem Zusatzwachstum von einem Drittel Prozentpunkt und etwa 60.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Jede dritte dieser Stellen werde dauerhaft sein. Die meisten Jobs würden im Gastgewerbe, in der Sicherheits- und Werbewirtschaft sowie bei Zeit- und Leiharbeitsfirmen entstehen, so Braun weiter. Der DIHK-Präsident stützt sich bei seinen Aussagen auf eine Befragung von mehr als 20.000 deutschen Unternehmen aus allen Branchen.

MOSKAU: Der russische Gaskonzern Gasprom hat seine europäischen Kunden wegen des Streits mit der Ukraine vor möglichen Lieferproblemen gewarnt. Sollte die Regierung in Kiew ihre Drohung wahrmachen und einen Teil der über ihr Staatsgebiet transportierten Gasmenge als Transitgebühr einbehalten, könne das Unternehmen nicht mehr für die Lieferung der vereinbarten Menge über die russisch- ukrainische Grenze hinaus garantieren, sagte ein Gasprom-Sprecher. Im Streit um die drastischen Preiserhöhungen für Gaslieferungen an die Ukraine bleibt Russland weiter hart. Gasprom wies den Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko zurück, den Preis bis zum 10. Januar einzufrieren.

PORT- AU- PRINCE: Die ersten Wahlen in Haiti seit dem Sturz von Präsident Jean-Bertrand Aristide vor fast zwei Jahren sollen erneut verschoben werden. Der Generalsekretär der Wahlkommission, Rosemond Pradel, nannte als Hauptgründe Organisationsprobleme wie Verzögerungen bei der Verteilung der Wählerkarten. Die Präsidenten- und Parlamentswahlen hätten am 8. Januar stattfinden sollen. Dieser Termin werde nicht zu halten sein, sagte Pradel. Die ursprünglich für November geplanten Wahlen sind bereits dreimal verschoben worden.

HAVANNA: Der designierte bolivianische Präsident Evo Morales und der kubanische Staatschef Fidel Castro haben ein Programm zur Bekämpfung des Analphabetismus in Bolivien angekündigt. Bei einem Besuch des Sozialisten Morales in Havanna sagten sie, 5.000 junge Bolivianer sollten Stipendien in Kuba erhalten. Es ist die erste Auslandsreise von Morales, der die Präsidentenwahl am 18. Dezember mit einem Stimmenanteil von 54 Prozent gewonnen hat. Der 46-Jährige wird das Amt am 22. Januar antreten. Er hat Castro wiederholt als Vorbild bezeichnet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Allgemein milder, aber regnerisch; nur in der Osthälfte noch Schnee und Glätte. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen null Grad in Vorpommern und neun Grad im Breisgau.