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Nachrichten

Samstag, 30. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: An deutschen Universitäten sollen künftig verstärkt auch islamische Religionslehrer ausgebildet werden. Eine entsprechende Empfehlung hat jetzt der Wissenschaftsrat von Bund und Ländern beschlossen, die er an diesem Montag offiziell vorstellen will. Das Gremium dringt darin auf einen massiven Ausbau von Islam-Instituten an staatlichen Hochschulen. An zwei bis drei Universitäten sollten große Institute für "Islamische Studien" entstehen. Bisher gibt es in Deutschland zwar islamwissenschaftliche Lehrstühle, eine bekenntnisorientierte Forschung und Lehre zum Islam fehlt dagegen weitgehend. Vertreter islamischer Organisationen begrüßten den Vorstoß.

FRANKFURT AM MAIN: Zahlreiche Steuersünder aus Deutschland mit einem Konto in der Schweiz müssen sich möglicherweise auf Strafverfahren einstellen. Ein Informant habe der deutschen Finanzverwaltung die Daten von 1.500 Kapitalanlegern angeboten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dafür verlange er 2,5 Millionen Euro. Doch die Unterlagen könnten 100 Millionen Euro in die Staatskasse spülen, schreibt die FAZ. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble habe noch nicht entschieden, ob er sich auf den Handel einlasse. Im Ministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

PEKING: China hat scharf gegen eine geplante Waffenlieferung der USA an Taiwan protestiert. Das Rüstungsgeschäft über mehr als sechs Milliarden Dollar werde die ohnehin angespannten Beziehungen ernsthaft belasten, erklärte das Außenministerium in Peking. Vizeaußenminister He Yafei bestellte den US-Botschafter ein und forderte ihn auf, die Lieferung umgehend zu stornieren. Ansonsten habe dies Konsequenzen, die beide Seiten nicht sehen wollten. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums erhält Taiwan unter anderem rund 110 Patriot-Abwehr-Raketen und 60 Kampfhubschrauber. Die Lieferung ist Teil eines Abkommens zwischen Taiwan und dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush aus dem Jahr 2001. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. Taiwan lehnt dies ab.

ISLAMABAD: Aus dem pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wird ein mutmaßlicher Raketen-Angriff der USA auf einen Stützpunkt der militanten Taliban gemeldet. Nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen wurden neun Menschen in den Tod gerissen. Drei Raketen seien vermutlich von einem unbemannten US-Flugzeug, einer sogenannten Drohne, abgeschossen worden. Das Gebiet an der Grenze zu Afghanistan gilt als Hochburg der Taliban.

PORT-AU-PRINCE: Auch zweieinhalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben ist die Lage in Haiti weiter chaotisch. Angesichts der zahllosen Verletzten gehen Ärzten und Krankenhäusern die Medikamente aus. In einigen Kliniken gibt es nach Angaben von Medizinern kaum noch Antibiotika und Schmerzmittel. Eine UN-Sprecherin in Genf erklärte, rund 200.000 Menschen müssten medizinisch versorgt werden. Die Zahl der Toten wurde inzwischen mit 180.000 angegeben. Helfer in Haiti berichteten zum Teil von einer angespannten Sicherheitslage: In manche stark betroffenen Gebiete traue sich niemand hinein, hieß es. Der haitianische Präsident René Préval kritisierte, seine Regierung werde bei den Unterstützungsmaßnahmen nicht eingebunden. Die Regierung will daher einen eigenen Nothilfe-Koordinator ernennen.

BUENOS AIRES: Der argentinische Zentralbankchef Martin Redrado hat im Streit mit der Regierung einen Rückzieher gemacht und sein Amt aufgegeben. Redrado hatte sich geweigert, Währungsreserven der Notenbank in Höhe von 6,6 Milliarden Dollar freizugeben, um Staatsschulden zu begleichen. Daraufhin hatte Argentiniens Präsidentin Christina Kirchner versucht, ihn aus dem Amt zu drängen. - Der Streit um die Devisenreserven sorgte für Börsenturbulenzen in Argentinien.

BERLIN: Die Koalition will in diesem Jahr ein Arzneimittelspargesetz beschließen, um die Ausgaben für teure Medikamente zu begrenzen. Das kündigte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, in der Tageszeitung "Die Welt" an. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte zuvor erklärt, er werde gemeinsam mit Krankenkassen und Pharmaverbänden Einsparungen bei Arzneien prüfen. - Die Kosten für Arzneimittel sind der zweitgrößte Ausgabenposten in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie waren zuletzt um über fünf Prozent gestiegen. Erste Krankenkassen haben deshalb bereits angekündigt, von ihren Versicherten zusätzliche Beiträge erheben zu wollen.

KÖLN/BONN: Anhaltender starker Schneefall hat bundesweit für starke Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Unfälle gesorgt. Allein in Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei wegen der widrigen Witterung mehr als 300 Vorkommnisse. Dabei kam ein Mensch ums Leben, 42 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. In vielen Städten stellte der öffentliche Nahverkehr seinen Betrieb ein. Schneechaos auch in Mecklenburg-Vorpommern: Unwetterwarnungen gab es für weite Teile der Nord- und Ostseeküste.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weitere Schneefälle vor allem im Nordosten. Nur kurze Auflockerungen zwischen Schneeschauern möglich. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus drei und plus zwei Grad.

Zuletzt meldeten:
Hamburg: minus 3 Grad, Schneefall;
Berlin: minus 1 Grad, Schneefall;
Dresden: minus 2 Grad, bedeckt;
Köln/Bonn: minus 1 Grad, Schneeregen;
Frankfurt am Main: minus 1 Grad, wolkig und
München: minus 2 Grad, stark bewölkt.

Audio und Video zum Thema