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Nachrichten

Samstag, 30. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag.

BAGDAD: Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein ist tot. Nach offiziellen irakischen Angaben wurde der 69-Jährige am frühen Samstagmorgen in der Hauptstadt gehängt. Damit wurde das Todesurteil wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vollstreckt, das ein Berufungsgericht erst vor wenigen Tagen bestätigt hatte. Saddams Anwälte hatten bis zuletzt versucht, die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern. Ein Einspruch vor einem US-Gericht wurde in letzter Minute abgewiesen. Die Todesstrafen gegen Saddams Halbbruder, den ehemaligen Geheimdienstchef Barsan Ibrahim, und den Vorsitzenden des früheren Revolutionsgerichts, Awad Hamed al Bandar, sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollstreckt werden. - Aus Furcht vor möglichen Racheaktionen sunnitischer Milizen wurden die Sicherheitskräfte im Irak und auch die dortigen US-Truppen in Alarmbereitschaft versetzt.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat die Hinrichtung des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein als wichtigen Meilenstein auf dem Weg des Golfstaats zu einer tragfähigen Demokratie bezeichnet. Allerdings werde der Tod Saddams die Gewalt im Irak nicht beenden, sagte Bush auf seiner Ranch in Crawford im US-Bundesstaat Texas. Die britische Regierung erklärte, sie respektiere die Entscheidung der Iraker, wenngleich sie selbst die Todesstrafe ablehne. Das französische Außenministerium rief die irakische Bevölkerung auf, für die Wiederversöhnung und die nationalen Einheit zu arbeiten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte, das Verfahren gegen Saddam habe schwere Mängel aufgewiesen.

BAGDAD: Bei einem Bombenanschlag in irakischen Stadt Kufa sind nach inoffiziellen Angaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Etwa 45 Personen wurden verletzt, als der in einem Minibus versteckte Sprengsatz detonierte. Kufa liegt rund 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad und gehört zu den heiligsten Stätten der Schiiten im Irak.

BERLIN: Die Bundesregierung hat die Kriegsparteien in Somalia zu Verhandlungen aufgerufen. Falls erforderlich werde Deutschland als Ratspräsidentschaft der Europäischen Union bereits in der kommenden Woche vermitteln, verlautete vom Auswärtigen Amt in Berlin. Auch die US-Regierung rief die provisorische Regierung in Mogadischu zu Gesprächen mit den in den vergangenen Tagen nach Südsomalia vertriebenen islamischen Rebellen auf. Eine militärische Lösung könne es nicht geben. Bei seiner Ankunft in der Hauptstadt lehnte Regierungschef Mohamed Ali Gedi Friedensverhandlungen vorerst allerdings ab. Auch die so genannte 'Union der islamischen Gerichte' erklärte, sie werde weiter gegen die von Äthiopien unterstützte Regierung kämpfen.

JAKARTA: Nach einem Fährunglück in Indonesien haben die Behörden mehr als 500 Menschen als vermisst gemeldet. Das Schiff mit mindestens 540 Passagieren kenterte in stürmischer See vor der Küste der Hauptinsel Java. Zunächst konnten etwa zwei Dutzend Menschen gerettet werden. Die Fähre war unterwegs von der Hafenstadt Kumai in der Provinz Kalimantan auf Borneo in Richtung Semarang auf Java.

BERLIN: Der für Industriepolitik zuständige deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen hat sich für eine grundlegende Reform der Europäischen Kommission ausgesprochen. So müsse etwa der Präsident der Brüsseler Behörde aus den Europawahlen hervorgehen und sich anschließend seine Kommissare selbst aussuchen können, sagte er der 'Berliner Zeitung'. Diese wiederum müssten volle Personal- und Finanzhoheit besitzen. Bislang werden die Mitglieder der Brüsseler Zentralbehörde von den EU-Staaten nach Proporz bestimmt.

BERLIN: Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat sich angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan für eine schnellstmögliche Geberkonferenz mit der afghanischen Regierung ausgesprochen. Die Führung in Kabul müsse fünf Jahre nach dem Sturz der Taliban mit Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft mehr für den Wiederaufbau im unruhigen Süden Afghanistans tun. Die Bevölkerung des Landes müsse endlich Erfolge des Friedens zu sehen bekommen. Vordringlich seien der weitere Aufbau der Polizei und des Justizwesens. Nur so ließen sich auch der Drogenanbau und Drogenhandel in den Griff bekommen.

BERLIN: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, hat zu einer Stärkung der Familie aufgerufen. Keine andere Frage werde die Zukunft der Gesellschaft in der Bundesrepublik so bestimmen wie diese, sagte Huber in seiner Neujahrsbotschaft. Die alternde deutsche Gesellschaft müsse den Wert von Kindern neu entdecken. Bereits im vergangenen Jahr hätten Themen wie Kinderbetreuung, gute Schulbildung und Chancengleichheit die öffentliche Debatte bestimmt, sagte Huber. Dennoch müsse die Familie auch im kommenden Jahr im Mittelpunkt stehen.

BERLIN: Die deutschen Exporte sind 2006 so stark gestiegen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Der Wert der Ausfuhren habe im Vergleich zu 2005 noch einmal um 13 Prozent auf 888 Milliarden Euro zugelegt, teilte der Bundesverband des Groß- und Außenhandels mit. Deutschland bleibe damit Exportweltmeister. Besonders stark gewachsen sind dem Verband zufolge die Ausfuhren nach Asien, Osteuropa sowie in den Nahen Osten.

PALM DESERT: Mit einem Trauergottesdienst im Familien- und Freundeskreis haben die sechstägigen Zeremonien zur Beisetzung des ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford begonnen. Der Sarg wurde in einer Kirche der kalifornischen Ortschaft Palm Desert aufgebahrt. Am diesem Samstag wird der Leichnam nach Washington geflogen. Im Kapitol kann dann die amerikanische Öffentlichkeit Abschied nehmen. Ford war am Dienstag im Alter von 93 Jahren gestorben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her mit stürmischem Wind aufziehender Regen, im Südosten außerhalb von Nebelfeldern noch länger sonnig. Höchtwerte Null bis elf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 7°, stark bewölkt

Berlin: 2°, wolkig

Dresden: 1°, wolkig

Köln/Bonn: 6°, bedeckt

Frankfurt am Main: 0°, wolkig

München: minus 4°, leicht bewölkt

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